Bald ist Weihnachten. Engel haben in dieser Zeit Hochkonjunktur. Und da ist es gut zu wissen, dass auch der amtierende Schweizer Meister SV Wiler-Ersigen seit ein paar Tagen ein solches Geschöpf in seinen Reihen hat. Lassi Vänttinen, den sie in der Szene in Anlehnung an seine imposante Mähne auch «Blonder Engel» nennen, ist zurück.

Zurück in der Nationalliga A. Zurück bei Wiler. Es ist das dritte Mal, dass der mittlerweile 34-jährige Finne beim SVWE unterschrieben hat. Gestern gab er nach nur zwei Trainings mit der Mannschaft sein Debüt. Er spielte zusammen mit den Hofbauer-Brothers in einer Sturmlinie und liess sich beim 7:4-Sieg über Rychenberg zwei Tore gutschreiben. «Ich bin ganz zufrieden mit dem ersten Spiel», bilanzierte der Finne nach dem Schlusspfiff und biss im Kabinengang herzhaft in eine Banane.

Doppelschlag zur Entscheidung

Neben dem Debüt von Vänttinen interessierte auch die Frage: Wie würden die Schweizer Nationalspieler von Wiler den «WM-Blues» überwunden haben? In welcher Form würden sie sich nach dem enttäuschenden Abschneiden an den Titelkämpfen präsentieren? Nun: Es wurde gegen die kampfstarken und glänzend disponierten Winterthurer der erwartet schwere Gang. Die Vorentscheidung fiel erst zu Beginn des Schlussdritels. Dank eines Doppelschlags innert 28 Sekunden machten Fankhauser und Sebek aus einem 2:2 eine 4:2-Führung.

Und als Vänttinen mit seinem zweiten persönlichen Tor des Abends in der 46. Minute das 5:2 aus Wiler Sicht erzielte, war der Mist geführt. Schliesslich sicherte sich das Team von Trainer Johan Schönbeck einen hart erkämpften 7:4-Sieg.

Situation grundlegend geändert

Dass Vänttinen nach 2005 und 2008 zum dritten Mal für Wiler Ersigen aufläuft überrascht nicht. Laut SVWE-Sportchef Marcel Siegenthaler hatte man bereits vor der Saison Kontakt gehabt, auf einen Transfer jedoch verzichtet. Mittlerweile hat sich die Situation grundlegend geändert. Topskorer Patrick Mendelin wird wegen eines Auslandaufenthalts bis im Februar fehlen. «Und da handelten wir», so Siegenthaler.

Weil Vänttinen unbedingt von seinem Klub Classic Tampere weg und wieder in die Schweiz wollte, wurde man sich rasch handelseinig. «Bei Classic war das Scheitern in entscheidenden Spielen normal, bei Wiler sind Titel die Normalität», bringt Vänttinen den Grund für sein drittes Gastspiel in der NLA auf einen Nenner. Vänttinen unterschrieb bis Ende der laufenden Saison und hat vorerst in einem Hotel Quartier bezogen.

Mit dem heutigen Spiel in Kloten gegen die Jets (17 Uhr, Ruebisbach) geht das «Zürcher Wochenende» für Wiler-Ersigen in die zweite Runde. Ob Isaac Rosén wird spielen können ist noch unsicher. Gestern übertrat sich Wilers Topskorer im Schlussdrittel bei einem Zweikampf einen Fuss. Beim Meister nimmt man die vermeintliche Pflichtaufgabe beim Zweitletzten der Tabelle nicht auf die leichte Schulter. Um optimal vorbereitet ins Spiel gehen zu können, logierte der SVWE-Tross gestern in einem Klotener Hotel.