Der FC Solothurn kann auf eine starke 1.-Liga-Hinrunde zurückblicken. Der Partnerverein des FC Basel steht auf Rang vier mit besten Aussichten, die Aufstiegsspiele in die Promotion League zu erreichen. «Wenn dem so wäre, würden wir sicher nicht darauf verzichten», hält Nachwuchs-Chef Ronny Vetter fest. Selbst wenn man dann gegebenenfalls mit einem noch unterdotierteren Budget vis-à-vis der Konkurrenz operieren müsste, als man das eh schon tue. Es sei nicht ganz einfach, so Vetter, in der Gegend die Begeisterung für den Fussball, sprich den Sport generell zu wecken. Zumindest dann nicht, wenn es «darum gehe, sich finanziell zu engagieren».

Von den 40 000 Franken, die der FCS derzeit auf einer Crowdfunding-Plattform sammelt, um sämtliche Nachwuchsteams mit neuen Trikots auszurüsten, sind einen Monat vor Schluss des Projekts «erst» gut 26 000 Franken beisammen. Dies obgleich sich der FC Solothurn im Verlauf der letzten 18 Monate punkto sportlicher Leistung und professionellem Umfeld extrem gemacht hat. Ein drohender Abstieg wie seinerzeit ist heute Utopie.

Trio wieder fit

Mit Routinier Silvan Büchli (24) und den beiden jungen Kara Onur (20) und Luca Meier (19) stehen Coach Aziz Sayilir zum Trainingsauftakt drei Spieler zur Verfügung, die während der Hinrunde verletzungsbedingt so gut wie null Einsatzzeit hatten. «Die drei sind für uns wie Zuzüge», meint der Shooting-Star der Amateurfussball-Trainergilde. Sayilir ist seit März 2014 FCS-Coach. Der schweizerisch-türkische Doppelbürger hatte damals im Keller der Tabelle Patrik Grolimund abgelöst. Zuvor war er fünf Jahre U16-Coach beim FCS und davor Spielertrainer beim Drittligisten Oensingen.

Natürlich gebe es jetzt ziemlich viele Anfragen von Spielern, die zum FCS kommen möchten. Die positive Entwicklung spricht sich rum. «Aber warum sollte ich etwas ändern», fragt der Coach? Er habe Vertrauen in seine Jungs; ganz davon abgesehen, dass diese Equipe ihr Potenzial noch längst nicht ausgereizt habe. «Drei der vier Niederlagen die wir in der Hinrunden kassierten, waren unnötig», so der in Rothrist tätige Disponent. Das Stichwort hierzu lautet: Unerfahrenheit. Auch Vetter ortet diesbezüglich noch Luft nach oben. «Die meisten im aktuellen Kader erreichen ihr bestes Alter erst in drei, vier Jahren.»

Gataric fällt aus

Fehlen wird den Solothurnern in der Rückrunde Nikola Gataric, und zwar mangels Arbeitsbewilligung. Der Kroate dürfte deshalb in seiner Heimat bleiben. Ausserdem fällt ein Trainingslager ins Wasser. Aziz Sayilir absolviert über das Jahr verteilt die Berufstrainer-Ausbildung und muss allein dafür 21 bezahlte und unbezahlte Ferientage investieren. «Da reicht es nicht noch für ein Trainingslager.» Das BTA-Diplom ist Voraussetzung für die Uefa-Pro-Lizenz respektive das A-Plus-Diplom. Ein Nachteil sei dies jedoch nicht, meint der 41-Jährige. «Wir haben einen guten Kunstrasenplatz und bei ersten Tests hat sich gezeigt, dass die meisten Spieler schon jetzt so fit sind, wie vor der Pause.»

Will heissen, auch an Eigeninitiative fehlt es dieser FCS-Elf nicht. Was indes geplant sei, so Sayilir, sei ein Wochenend-Trip nach Barcelona. Inklusive Match-Besuch im Camp Nou. Auf dass im Frühjahr ein bisschen Messi-Zauber im Stadion West Einzug hält ...