Höhepunkt der anstehenden Bike Days in Solothurn werden einmal mehr die Cross Country Rennen im Rahmen des BMC-Cups vom Samstag sein. Bei den Männern dürften sich wie gewohnt die beiden Weltranglisten-Ersten, Julien Absalon und Nino Schurter, um den Sieg streiten. Den Doppel-Olympiasieger aus Frankreich respektive den amtierenden Vize- und dreifachen Weltmeister am stärksten herausfordern werden wohl die Einheimischen Florian Vogel und Lukas Flückiger – beide ebenfalls unter den Top 10 der Weltrangliste.

Wertvoller Vergleich

Bei den Frauen möchte niemand lieber als Lokalmatadorin Nathalie Schneitter für Glanz und Gloria sorgen. Freilich gibt es an der Weltranglisten-Ersten Jolanda Neff derzeit unter normalen Umständen kein Vorbeikommen. Und auch die 41-jährige Aargauerin Esther Süss, die auf der besonders flachen Strecke in Solothurn immer stark fährt, scheint (noch) eine Nummer zu gross. Aber: „Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf den ersten Vergleich mit den beiden in dieser Saison“, sagt Schneitter. Selbst wenn vor dem ersten Weltcup noch kaum jemand seine Karten gänzlich aufdecke, werde ihr das Rennen in ihrer Heimat gewiss weitere Aufschlüsse darüber geben, wo sie stehe und woran sie noch arbeiten müsse. Der Weg zurück an die Weltspitze ist das Ziel. „Die Konkurrenz in der Schweiz ist so stark, dass ein vierter Rang an einem nationalen Rennen durchaus vergleichbar sein kann mit einem vierten Platz an einem Weltcup.“

Wieder die Nummer 47

Mental tritt die die U23-Weltmeisterin von 2008 gegenüber den Vorjahren wesentlich parater fitter auf und an. „Kein Vergleich“, sagt Nathalie Schneitter aus tiefster, innerer Überzeugung. Die Zeit der Sturzorgien respektive Verletzungen und nachfolgenden seelisch und physisch mühsamen Wiederaufbauphasen scheint tatsächlich vorbei. Der Sieg an der Sunshine Tour auf Zypern, da wo sie vor Jahresfrist noch stürzte und von der örtlichen Sanität vorsintflutlich wieder zusammengenäht wurde, sowie die folgenden Podestplätze der letzten Monate haben dem Selbstvertrauen enorm gut getan. Inzwischen ist Schneitter wieder die Nummer 47 der Welt – Tendenz steigend.

A propos aufwärts: Die letzten zwei Wochen weilte die Spitzenbikerin im Südtirol in einem Höhentrainingslager. Die Rückkehr ist indes so geplant, dass der nach solchen Lagern übliche „Jet-Lag“ sich erst nach den Bike Days einstellen sollte. „Ich kann also Vollgas geben“, freut sich Schneitter auf ihren Heimauftritt. Ihr neues Team ROSE VAUJANY, in dem sie sich als einzige Frau „sehr wohl fühlt“, ist in Solothurn vollzählig am Start. Das Heimpublikum – allen voran die Mitglieder des berühmten Fanclubs – dürfen also gespannt sein auf den Auftritt der besten Solothurner Mountainbikerin.