Es sind gerade mal 35 Minuten gespielt, als Oltens Torhüter Simon Rytz zum fünften Mal hinter sich greifen muss. So viele Tore hatte der EHC Olten zu Beginn des Monats, als man mit nicht mehr als vier Stammverteidigern antreten musste, selbst in sechs Spielen kumuliert nicht erhalten. Der Auftritt der numerisch wieder erstarkten Oltner Defensive war desolat, haarsträubend und gezeichnet von vielen Puckverlusten im Aufbauspiel, worauf sich der EHCO schliesslich stets mit nur einer Antwort zu helfen wusste: Einem Foulspiel. Insgesamt acht Zweiminutenstrafen hatten die Oltner zu verbüssen, von welchen Verteidiger Joel Fröhlicher die Hälfte verschuldet hatte. Er kam nicht nur einmal einen Schritt zu spät und war dem Spieltempo in seinem Comebackspiel nicht gewachsen.

Dass in der Schlussphase aber nochmals Spannung aufkam, war ausgerechnet ihm zu verdanken: Fröhlicher hatte mit einem satten Weitschuss den 4:5-Anschlusstreffer im Powerplay erzielt (55.). Es war aber unter dem Strich nicht mehr als eine Schadensbegrenzung, sodass die Serie von acht Siegen in Folge keine Fortsetzung findet. La Chaux-de-Fonds, das zuletzt nach dem Trainerwechsel von Alex Reinhard auf Serge Pelletier drei Siege aneinanderreihte und auf einer kleinen Erfolgswelle reitet, hatte den Sieg mehr als verdient.

Der EHC Olten hatte seinerseits im zeitlich ungünstig angesetzten Spiel inmitten einer zehn- und achttägigen Pause vorerst nicht beweisen können, die wieder genesenen Langzeitverletzten spielend leicht einzugliedern und auch mit den Comebackspielern am Sieg gegen Rapperswil-Jona vor zehn Tagen anzuknüpfen.

Und dennoch glauben die Spieler und Coach unisono nach Spielschluss nicht daran, dass die Niederlage darauf beruht. «Wir hatten nun eine lange Pause hinter uns und taten uns schwer ins Spiel zu finden. Wir haben dann zu viele Strafen genommen und die kleinen Sachen nicht richtig gemacht», sagte Trainer Bengt-Ake Gustafsson. Es sind Worte, die er bereits zu Beginn der Saison wählte und irgendwie sinnbildlich dafür stehen, dass der EHCO gestern ins alte Fahrwasser zurückgefallen ist.

Devin Muller sah es anders und meinte dazu: «Mit so vielen Strafen lässt sich ein Eishockeyspiel eben nur schwer gewinnen. Und lässt man La Chaux-de-Fonds im eigenen Stadion ins Spiel kommen, wirds schwierig. Wir müssen nun nach vorne schauen und das Positive mitnehmen.»

McClement: 1 Tor, 2 Assists

Das Positive muss man an diesem missratenen Abend suchen, findet es aber vor allem in der Offensive: EHCO-Kanadier Jay McClement, der aufgrund der wieder genesenen Spielern auf seine Stammposition als Center zurückkehrte, hatte zwar nicht den Einfluss der letzten Spiele, bestritt aber dennoch mit einem Tor und zwei Assists sein bestes Spiel als Mittelstürmer.

Die Freude über sein zweites Tor im Dress der Oltner war aber nur von kurzer Dauer an. Nur Sekunden nach seinem 3:3-Ausgleichstreffer führten Simon Sterchi und Ex-Oltner Diego Schwarzenbach die sichere Wende herbei und brachten die Neuenburger endgültig auf die Siegesstrasse. Zuvor hatte mit Fabian Ganz, der sein 500. NLB-Spiel bestritt, bereits ein anderer ehemaliger EHCO-Spieler für seine Farben getroffen.

Obwohl sich der EHCO nach zehn Tagen Pause bereits in die nächste achttägige Auszeit verabschiedet, heisst es vor Weihnachten noch nicht zurücklehnen: Der EHCO wird bis und mit 23. Dezember weitertrainieren, damit sich die Oltner im letzten Heimspiel des Jahres am 27. Dezember gegen Visp, von einer besseren Seite zeigen.

Diese Trainings dürften wohl eher ohne Cédric Schneuwly stattfinden: Der EHCO-Captain wurde gestern von einem Stock im Gesicht getroffen und hinterliess auf dem Eis eine grosse Blutlache. Nach ersten Erkenntnissen dürfte er sich bei der Aktion die Nase gebrochen haben.

Lesen Sie hier den Spielverlauf in Liveticker nach: