Bike Days 2015
Rückkehr an die Weltspitze: Viel parater als in der Vergangenheit

Die Solothurnerin Nathalie Schneitter ist guten Mutes, ihrem Heimpublikum an den Bike Days etwas bieten zu können.

Michael Schenk
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Nathalie Schneitter will in Solothurn angreifen.

Nathalie Schneitter will in Solothurn angreifen.

Hans Peter Schläfli

Höhepunkt der anstehenden Bike Days in Solothurn werden einmal mehr die Cross Country Rennen im Rahmen des BMC-Cups vom Samstag sein. Bei den Männern dürften sich wie gewohnt die beiden Weltranglisten-Ersten, Julien Absalon und Nino Schurter, um den Sieg streiten. Den Doppel-Olympiasieger aus Frankreich respektive den amtierenden Vize- und dreifachen Weltmeister am stärksten herausfordern werden wohl die Einheimischen Florian Vogel und Lukas Flückiger – beide ebenfalls unter den Top 10 der Weltrangliste.

Wertvoller Vergleich

Bei den Frauen möchte niemand lieber als Lokalmatadorin Nathalie Schneitter für Glanz und Gloria sorgen. Freilich gibt es an der Weltranglisten-Ersten Jolanda Neff derzeit unter normalen Umständen kein Vorbeikommen. Und auch die 41-jährige Aargauerin Esther Süss, die auf der besonders flachen Strecke in Solothurn immer stark fährt, scheint (noch) eine Nummer zu gross. Aber: „Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf den ersten Vergleich mit den beiden in dieser Saison“, sagt Schneitter. Selbst wenn vor dem ersten Weltcup noch kaum jemand seine Karten gänzlich aufdecke, werde ihr das Rennen in ihrer Heimat gewiss weitere Aufschlüsse darüber geben, wo sie stehe und woran sie noch arbeiten müsse. Der Weg zurück an die Weltspitze ist das Ziel. „Die Konkurrenz in der Schweiz ist so stark, dass ein vierter Rang an einem nationalen Rennen durchaus vergleichbar sein kann mit einem vierten Platz an einem Weltcup.“

Wieder die Nummer 47

Mental tritt die die U23-Weltmeisterin von 2008 gegenüber den Vorjahren wesentlich parater fitter auf und an. „Kein Vergleich“, sagt Nathalie Schneitter aus tiefster, innerer Überzeugung. Die Zeit der Sturzorgien respektive Verletzungen und nachfolgenden seelisch und physisch mühsamen Wiederaufbauphasen scheint tatsächlich vorbei. Der Sieg an der Sunshine Tour auf Zypern, da wo sie vor Jahresfrist noch stürzte und von der örtlichen Sanität vorsintflutlich wieder zusammengenäht wurde, sowie die folgenden Podestplätze der letzten Monate haben dem Selbstvertrauen enorm gut getan. Inzwischen ist Schneitter wieder die Nummer 47 der Welt – Tendenz steigend.

A propos aufwärts: Die letzten zwei Wochen weilte die Spitzenbikerin im Südtirol in einem Höhentrainingslager. Die Rückkehr ist indes so geplant, dass der nach solchen Lagern übliche „Jet-Lag“ sich erst nach den Bike Days einstellen sollte. „Ich kann also Vollgas geben“, freut sich Schneitter auf ihren Heimauftritt. Ihr neues Team ROSE VAUJANY, in dem sie sich als einzige Frau „sehr wohl fühlt“, ist in Solothurn vollzählig am Start. Das Heimpublikum – allen voran die Mitglieder des berühmten Fanclubs – dürfen also gespannt sein auf den Auftritt der besten Solothurner Mountainbikerin.

Illustres Startfeld am Öufi Cup

Morgen Freitag starten die Bike Days 2015. Um 16 Uhr wird die Veloexpo eröffnet. Der Besuch ist am Freitag kostenlos. An der grössten Veloexpo der Schweiz werden über 275 Marken und darunter 20 Neuheiten präsentiert. Um 18:30 Uhr findet das traditionellen Öufi Cup statt. Die Teams bestehen aus Prominenten und Partner der Bike Days und treten dieses Jahr erstmals auf Fatbikes gegeneinander an.
Der mehrfache Weltmeister und Olympia-Zweite Thomas Frischnknecht fährt für das Team Scott. Er hat dem Team bereits letztes Jahr zum Sieg verholfen und will den Titel dieses Jahr verteidigen. Die Snowboardlegende Gian Simmen tritt im Transalpes Factory Team an. Vom Eis auf's Fatbike wagt sich der Eishockeyspieler Dominic Meier.

Die letztjährige Cross-Country-Eliminator-Weltmeisterin Kathrin Stirnemann aus Gränichen startet im Team Haibike. Nicht nur schön, sondern auch sportlich zeigt sich das Solothurner Topmodel Andrea Brotschi, von der «Maxim» auf Platz 19 der 100 heissesten Schweizerinnen gewählt. Sie steigt für das Team Beach Style Solothurn in den Sattel. Die Berner Koryphäe des Fixie-Fahren, Patrick Seabase, tritt für das Team Samsung Perspactives.com die Fatbike-Pedale. (Wag)