Fussball
Rückblick zur Solothurner 2. Liga: Ein Überflieger, drei Absteiger und ein historisches 1:15-Debakel

Raphael Wermelinger
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Der Zweitliga-Topskorer 2017: Yanick Oumaray vom FC Härkingen erzielte 22 Tore in 22 Meisterschafsspielen.

Der Zweitliga-Topskorer 2017: Yanick Oumaray vom FC Härkingen erzielte 22 Tore in 22 Meisterschafsspielen.

Remo Fröhlicher

Der FC Biberist setzte in den letzten fünf Jahren zu einem Höhenflug an. In der Saison 2011/12 spielten die Wasserämter noch in der 3. Liga. Nach dem Aufstieg 2012 beendete der FC Biberist die folgende Saison in der 2. Liga auf dem siebten Platz. 2013/14 wurde Biberist in der Endabrechnung Fünfter, in den letzten zwei Saisons schaute jeweils der dritte Schlussrang heraus.

2. Liga: Zahlen und Fakten

Tabelle:

- Biberist 22 Spiele / 52 Punkte

- Fulenbach 22/47

- Härkingen 22/42

- Grenchen 22/41

- Bellach 22/36

- Trimbach 22/32

- Mümliswil 22/27

- Blustavia 22/26

- Welschenrohr 22/22

- Niederbipp 22/21

- Deitingen 22/14

- Zuchwil 22/13

Vorrunde: 1. Biberist 28. 2. Grenchen 22. 3. Härkingen 22. 4. Trimbach 19. 5. Fulenbach 18. 6. Blustavia 18. 7. Bellach 12. 8. Niederbipp 12. 9. Deitingen 11. 10. Welschenrohr 10. 11. Mümliswil 9. 12. Zuchwil 9.

Rückrunde: 1. Fulenbach 29. 2. Biberist 24. 3. Bellach 24. 4. Härkingen 24. 5. Grenchen 19. 6. Mümliswil 18. 7. Trimbach 13. 8. Welschenrohr 12. 9. Niederbipp 9. 10. Blustavia 8. 11. Zuchwil 4. 12. Deitingen 3.

Heim: 1. Biberist 26. 2. Bellach 21. 3. Trimbach 20. 4. Fulenbach 19. 5. Grenchen 19. 6. Mümliswil 18. 7. Härkingen 14. 8. Blustavia 14. 9. Niederbipp 12. 10. Welschenrohr 11. 11. Zuchwil 11. 12. Deitingen 9.

Auswärts: 1. Fulenbach 28. 2. Härkingen 28. 3. Biberist 26. 4. Grenchen 22. 5. Bellach 15. 6. Trimbach 12. 7. Blustavia 12. 8. Welschenrohr 11. 9. Mümliswil 9. 10. Niederbipp 9. 11. Deitingen 5. 12. Zuchwil 2.

Fairplay: 1. Grenchen 25 Strafpunkte. 2. Deitingen 33. 3. Mümliswil 34. 4. Fulenbach 36. 5. Härkingen 45. 6. Biberist 53. 7. Zuchwil 62. 8. Niederbipp 64. 9. Blustavia 66. 10. Bellach 76. 11. Trimbach 82. 12. Welschenrohr 98.

Skorerliste: 22 Tore: Yanick Oumaray (Härkingen). 20: Simon Affentranger (Fulenbach). 18: Ferhat Capan (Grenchen). 17: Alessandro Fragale (Bellach). 15: Roman Rüegsegger (Biberist). 12: Edin Ademovic (Trimbach). 10: Giovanni Carnibella (Biberist), Yves Ehrenbolger (Fulenbach), Fabian Wyss (Fulenbach), Lukas Oeggerli (Härkingen), Fabrizio Laus (Grenchen).

Dauerläufer: Jérôme Ackermann vom FC Mümliswil absolvierte als einziger Spieler der 2. Liga alle 22 Spiele über die volle Distanz.

Jetzt ist der Klub unter Trainer Vincenzo Salerno auf dem Höhepunkt angelangt: Solothurner Meister und Aufsteiger in die 2. Liga inter. Den Grundstein dafür legten die Biberister mit einer sensationellen Vorrunde. Sie holten 28 von möglichen 33 Punkten und sicherten sich mit sechs Zählern Vorsprung den Titel des Wintermeisters.

Trotz eines Durchhängers mit drei Unentschieden zu Beginn der Rückrunde verteidigte Biberist das Polster in der zweiten Saisonhälfte ohne Mühe. Bereits am vorletzten Spieltag konnte die Meisterfeier steigen. «Diese Emotionen bleiben uns für den Rest unseres Lebens in Erinnerung. Ein unglaublicher Moment für das Team und den Verein», freute sich Trainer Vincenzo Salerno.

Duell um die Torjäger-Kanone

Der SC Fulenbach muss sich somit wie bereits im Vorjahr mit dem zweiten Platz begnügen. Am Ende fehlten fünf Punkte zum Spitzenplatz. Die Fulenbacher drehten zu spät auf, hatten zur Saisonhalbzeit erst 18 Punkte auf dem Konto. Trotz neun Siegen und zwei Remis in der Rückrunde konnte Trainer Martin Herts Equipe den Rückstand nicht mehr wettmachen. Bemerkenswert: Simon Affentranger, der auf die Rückrunde zu seinem Stammklub zurückkehrte, hätte sich beinahe den Titel des Topskorers geholt. Zwanzig Tore - davon elf beim historischen 15:1-Sieg gegen Trimbach - in zehn Spielen reichten nur knapp nicht.

Den Zweitliga-Topskorer stellt heuer der drittplatzierte FC Härkingen. Der 22-jährige Angreifer Yanick Oumaray erzielte in 22 Meisterschaftsspielen 22 Tore. Der Kampf um die Torjäger-Kanone wurde erst am letzten Spieltag entschieden. Auf spektakuläre Weise: Sowohl Fulenbachs Affentranger als auch Yanick Oumaray erzielten fünf Tore.

Grenchen ist das fairste Team

Der FC Grenchen erlebte nach zwei Abstiegen in Folge erneut keine ruhige Saison. Nach vier Rückrundenpartien wurde Trainer Roland Hasler freigestellt. Am Ende mussten sich die Grenchner mit dem vierten Platz abfinden. Immerhin dürfen sie sich aber als fairstes Team der Liga bezeichnen.

Der fünftplatzierte FC Bellach hatte seinen Saisonhöhepunkt im Pokal. Mit einem 1:0-Finalsieg gegen den Türkischen SC Solothurn gewann Bellach den Solothurner Cup 2017. Ein grosser Anteil am Triumph gebührt Goalgetter Alessandro Fragale, der im Endspiel das entscheidende Tor schoss und in der Liga auf 17 Treffer kam (4. Platz in der Skorerliste).

Trimbach auf Rang sechs blickt auf eine turbulente Saison zurück: Trainerwechsel, 1:15-Klatsche, keine Konstanz, aber trotzdem locker einen Platz im Mittelfeld erreicht. Es wird spannend zu beobachten, was der neue Trainer Cafer Suna aus dieser ohne Zweifel talentierten Truppe herausholt. Mümliswil musste in der Vorrunde elf Mal auswärts antreten und lag zur Halbzeit auf einem Abstiegsplatz.

Mit sechs Heimsiegen und fünf -niederlagen auf dem neuen Geläuf arbeiteten sich die Guldentaler in der Rückrunde auf den siebten Platz vor. Die Saison des direkt dahinter klassierten SC Blustavia lässt sich wie folgt zusammenfassen: gute Vorrunde, schwache Rückrunde, aber immerhin nie in Abstiegsgefahr geraten.

Niederbipp beisst in sauren Apfel

Ganz anders der FC Welschenrohr: Weil wegen des Abstiegs von Subingen und Iliria aus der 2. Liga inter wieder mal drei Klubs runter in die 3. Liga müssen, zitterte Welschenrohr (9.) bis zum letzten Spieltag. 2012/13, als letztmals drei statt zwei Klubs abstiegen, hatte es Welschenrohr erwischt. Diesmal behielten die Thaler das glückliche Ende. In den sauren Apfel beissen musste der FC Niederbipp als Zehnter.

Niederbipp (blaue Trikots) steigt ab.

Niederbipp (blaue Trikots) steigt ab.

Remo Fröhlicher

Bitter, wären wie üblich zwei Klubs abgestiegen, hätten die Bipper keine Mühe gehabt. Deitingen hat in der Endabrechnung sieben Punkte Rückstand auf die Berner. Dem Schlusslicht Zuchwil, das in der Rückrunde lediglich vier Punkte holte, fehlen sogar acht Zähler im Vergleich mit Niederbipp, auf einen rettenden Platz sind es neun Punkte.