Wenn die Schweizer Springreiterequipe die Reise in die Normandie zu den Weltreiterspielen antritt, sind ihre Pferde bereits eine Nacht lang unterwegs. Nach dem Abschlusstraining auf dem Hof von Pius Schwizer traten die Pferde die rund 12-stündige Reise nach Caen an. Mit dabei ist auch Toulago, ein neunjähriger Oldenburger Wallach. «Toulago hat sehr viel Vermögen, ist super brav und relativ vorsichtig im Parcours.», so sein Reiter Pius Schwizer. Der 52-jährige Solothurner ist zwar der älteste seines Teams, tritt aber mit dem jüngsten Pferd an. Dennoch hat Toulago in den letzten zwei Jahren bereits einige Wettkämpfe bestritten und stand so schon in Barcelona, London oder Paris auf dem Podest: «Für mich ist Toulago ein absolutes Championnatspferd und ich denke, er wird in der Normandie zuschlagen.»

Konstanz ist gefragt

Dass es an den Weltreiterspielen, die nur alle vier Jahre stattfinden, gar zum ganz grossen Coup reichen kann, davon ist Schwizer überzeugt: «Wenn wir es als Team schaffen, zwei gleiche Umgänge zu reiten, dann stehen wir plötzlich zuvorderst.» Der Routinier spricht unter anderem auf die Leistungen von La Baule an, als sich das Team nach einem guten dritten Zwischenrang am Ende mit dem achten und letzten Platz begnügen musste und sich somit nicht für den Nationenfinal in Barcelona qualifizieren konnte. Mit am Start waren vier Reiter, die auch im WM-Aufgebot stehen: Steve Guerdat, Jane Richard Philips, Paul Estermann und Pius Schwizer. Komplettiert wird das Schweizer WM-Team durch Romain Duguet.

Da in der Nationenwertung nur vier Reiter für ihr Land antreten werden, kommt es in zu einer Selektion. Equipenchef Andy Kistler spricht von einer «glücklicherweise schwierigen Entscheidung, die wohl hauptsächlich aus dem Bauch heraus getroffen wird». «Erfahrene Leute im Team sind, vorsichtig gesagt, sicherlich kein Nachteil», erklärt Kistler auf die Frage nach Fixstartern.

Selbstsicher ans Werk

Neben Olympiasieger Guerdat, der die Reise mit Goldpferd Nino antritt, ist einer dieser erfahrenen Leute Schwizer. Der Solothurner geht selbstbewusst in die Titelkämpfe: «Man muss sich hohe Ziele stecken. Ich gehe nicht einfach dorthin, um dabei zu sein. Mein Ziel ist es, am Sonntag im Einzelfinal zu stehen.» Dass das Team zuletzt zusammen trainieren konnte, findet Schwizer gut: «Auch für uns Einzelsportler sind Tipps von den anderen Weltklassereitern sehr wertvoll. Es geht darum, Erfahrungen weiterzugeben und einander zu helfen. Unser Teamspirit ist gut.»