Schwingen
Rot-Weisses Offensiv-Duo mit Ambitionen am Kilchberg-Schwinget

Der dreifache Eidgenosse Thomas Zindel traut seinen Soloturner Kameraden Remo Stalder und Bruno Gisler am diesjährigen Kilchberg-Schwinget einen grossen Wurf zu. Den Nordwestschweizern wird am ehesten zugetraut, die Phalanx der Berner zu knacken.

Michael Schenk
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KEYSTONE

Wenn morgen die 60 besten Schwinger auf dem schönen Gutsbetrieb «Uf Stocken» in Kilchberg zusammengreifen, sind auch zwei Solothurner mit von der «Party». Die Eidgenossen Bruno Gisler und Remo Stalder. Der eine, Gisler, 31-jährig und 99-facher Kranzgewinner, und der andere, Stalder, 24-jährig und 38-facher Eichenlaubträger, sind beide offensiv ausgerichtete Vertreter ihrer Zunft.

«Beide suchen in der Regel die Entscheidung – etwas, das ihnen am Kilchberg-Schwinget entgegen kommen könnte», sagt Thomas Zindel. Der 36-jährige Mitinhaber eines Treuhandbüros in Solothurn ist selbst zweifacher Kilchberg-Starter (2002 und 2008). Der ehemalige Turnerschwinger aus Günsberg weiss also, wie es an den Schwing-Weltmeisterschaft zu und hergeht.

Nur der Sieg zählt

WM deswegen, weil am Kilchberger allein der Sieg zählt. Kränze, wie etwa an einem Eidgenössischen für die besten rund 15 Prozent, gibt es keine. Zudem sind nur die top 60 des Landes am Start – und nicht weit über 280 wie an einem Eidgenössischen. «Geruhsame» Aufbaugänge gibt es ergo auf diesem hohen Niveau keine. «Kilchberg ist für jeden Schwinger ein absoluter Leckerbissen und eine enorme sportliche Herausforderung», sagt der inzwischen zurückgetretene Aargauer Eidgenossen Guido Thürig.

Aus dem Windschatten

«Es würde mich nicht überraschen, wenn Bruno und Remo über den Erwartungen abschneiden», räumt Zindel ein. Das Hauptaugenmerk im Nordwestschweizer Verband ist auf die Aargauer Christoph Bieri und Mario Thürig gerichtet. Den Zweien, denen man am ehesten zutraut, die Phalanx der Berner zu knacken. Insofern kann vor allem Stalder Stalder, aber auch Gisler aus der zweiten Reihe zupacken. «Beide sind in sehr guter Form», hält Zindel fest.

Der 73-fache Kranzer ist nach wie vor in den Trainings seines SK Solothurn und Umgebung dabei und entlastet da Gisler punkto Trainingsleitung. «Wenn Bruno das umsetzen kann, was ich zuletzt im Training von ihm gesehen habe», meint Zindel, «dann kommt das am Sonntag sehr gut.» Die Automatismen beim letztjährigen Innerschweizer-Sieger würden sehr gut funktionieren», so Zindel. Etwas Entscheidendes, wenn es an der Spitze um Sieg und Niederlage geht. Ganz nach dem Motto: Wer denkt, liegt schon flach.

Routinier und Debütant

Hat Gisler bereits Kilchberg-Erfahrung (9. Rang/2008), ist es für den Mümliswiler Remo Stalder ein Debüt. «Er ist unbelastet, was absolut ein Vorteil sein kann», meint Zindel. Dass Stalder die Rolle des Jägers kommt, hat er schon mehrfach bewiesen. So etwa auch am Eidgenössischen in Burgdorf letztes Jahr, als er im letzten Gang mit einem Blitzangriff den Innerschweizer Martin Koch überfuhr und sich so den Kranz sicherte. Aber auch am Ob- und Nidwaldner heuer in Hergiswil schlug der Kraftwürfel im Anschwingen gegen Kilchberg-Mitfavorit Benji von Ah zu, als er den fünffachen Kranzfestsieger bodigte. Anzunehmen also, dass die beiden Solothurner am Sonntag mehr als Statisten-Rolle spielen werden.

Verfolgen Sie am Sonntag ab 8.00 Uhr den Kilchberg Schwinget im Live-Ticker der Solothurner Zeitung.