Das 11:2 der Oltner gegen chancenlose Langenthaler hat sich bis ins Unterwallis und dem nächsten Gegner des EHCO rumgesprochen. Zwar sei der Kantersieg im Training kein Thema gewesen, sagt Rolf Portmann, früherer Center beim derzeitigen NLB-Überflieger. Im Anschluss an die mittägliche Einheit hätten die Spieler aber durchaus darüber gesprochen: «Das ist schon ein wenig verrückt, wenn der Erste gegen den Dritten so hoch gewinnt. Wir haben in der letzten Saison in Olten selber einmal zehn Tore einstecken müssen und wissen genau, wie es gehen kann», so der 29-Jährige. «Wenn Olten in einen Lauf kommt, ist es fast nicht mehr zu stoppen. Sprich, wenn ihre Tormaschinerie in Gang kommt, dann wird es gefährlich.»

Keine Geschenke verteilen

Die aktuellsten Erinnerungen an den heutigen Gegner hat Portmann an den letzten Auswärtsauftritt im Kleinholz. «Wir hatten lange sogar mehr Spielanteile», weiss der gebürtige Entlebucher, «und das wird auch heute wieder das Rezept sein. Es wird wichtig sein, dass wir den Puck auf unserer Seite haben und sie auf keinen Fall ins Spiel kommen lassen. In Olten verteilten wir zu viele Geschenke, welche sie, dank ihrer Offensivstärke, ausgenutzt hatten.»

Schon früher ein gutes Team

Portmann, der die letzten Spiele verletzt pausieren musste (er überdehnte sich ein Schulterband), wird heute in die Mannschaft zurückkehren. Nicht so sein Teamkollege Florian Dähler: Die Schulterverletzung, welche er sich just im letzten Vergleich der beiden Mannschaften zugezogen hatte, ist zwar verheilt, doch viel grössere Probleme bereiteten die Hüfte. «Die Operation ist gut verlaufen», weiss WG-Kollege Portmann, «ich gehe davon aus und hoffe, dass er in der nächsten Saison wieder mit dabei sein wird.

Dähler spielte damals, in der Saison 2008/09, bereits in Olten mit ihm zusammen. «Wir kennen uns schon ewig», so Portmann, schliesslich trugen sie schon gemeinsam das Dress der Elite-A-Junioren der SCL Tigers. Später, beim EHCO, kreuzten sich ihre Wege ein zweites Mal. Sie beide waren am legendären «Weihnachtsspiel» 2008 dabei, als die Oltner vor mehr als 5000 Zuschauern den SC Langenthal hoch besiegten. «Das war tatsächlich ein cooles Spiel», erinnert sich der Center, «ich glaube, wir siegten 8:1. Und jetzt gelang dem EHCO gar ein 11:2 …»

Über Umwege zurück in die NLB

Die Kontakte zu seinem ehemaligen Arbeitgeber beschränken sich unterdessen auf die Direktbegegnungen der beiden Teams. «Vor und nach dem Spiel plaudern wir natürlich zusammen, dann ist das Verhältnis absolut freundschaftlich.» Dass es zum Wiedersehen mit den alten Kollegen kommen konnte, dafür musste Portmann, nach seinem einjährigen Abstecher zum HC Ajoie, den Umweg über die 1. Liga gehen. «Das war irgendwie komisch gelaufen, ich hatte drei gute NLB-Saisons hinter mir, und trotzdem habe ich im B nichts mehr gefunden. Klar, nicht alle Erfahrungen in der 1. Liga waren positiver Art, doch ich konnte trotzdem viele Erfahrungen aus dieser Zeit mitnehmen, die mir auch in Zukunft helfen werden.»

Zum Beispiel beim Erreichen einer Top-4-Klassierung nach der Qualifikation. Denn so viel ist sicher: Wenn Red Ice mit Heimrecht in die K.-o.-Phase steigen kann, ist man ein heisser Anwärter auf die Runde der letzten Vier. «Es stimmt: Viele Teams haben Mühe in unserer Halle.» So auch der EHCO bei seinem ersten Auftritt in Martigny, doch seither hat sich viel verändert. «Chapeau an Trainer und Mannschaft», lobt Portmann, «Olten hat sich seitdem extrem entwickelt. Die Playoff-Qualifikation bereits elf Runden vor Schluss auf sicher zu haben, das ist stark.»