EHC Olten
Rolf Fringer: «Ich komme wieder nach Bärenwil»

Keine zwei Monate nachdem Alex Frei in Bärenwil Gast im Businessclub des EHC Olten gewesen war, lief seine Zeit als Sportchef des FC Luzern ab. Mit gemischten Gefühlen trat deshalb sein Nachfolger Rolf Fringer den Weg nach Bärenwil an.

Raphael Galliker
Drucken
Teilen
Rolf Fringer, Sportchef des FC Luzern, freut sich an der EHCO-Metzgete im Restaurant Chilchli in Bärenwil über das von Speedy Powermouse Raphael Galliker überreichte EHCO-Shirt mit seinem Namen.

Rolf Fringer, Sportchef des FC Luzern, freut sich an der EHCO-Metzgete im Restaurant Chilchli in Bärenwil über das von Speedy Powermouse Raphael Galliker überreichte EHCO-Shirt mit seinem Namen.

Marco Piffaretti

«Staatsbesuch auf der Alp», so könnte man den Auftritt von Rolf Fringer im Businessclub des EHC Olten auch benennen. Der 58-jährige Sportchef des FC Luzern ist nämlich nach wie vor österreichischer Staatsbürger obwohl er seit Geburt praktisch immer in der Schweiz lebt. Er fühle sich überall wohl, meinte der Rotschopf im Interview mit Moderator Raphael Galliker, den er aus gemeinsamen Zeiten beim FC Aarau bestens kennt.

Besonders wohl fühle er sich in der Ostschweiz, im Kanton Aargau und natürlich im Kanton Luzern. «Beim FC Luzern habe ich bisher fast jedes Amt schon bekleidet, aussert jenem des Präsidenten und des Platzwartes, und hier fühle ich mich besonders zu Hause.» Fringer hat mittlerweile Wohnsitz in Hergiswil und geniesst dort die wunderschöne Landschaft und natürlich die Nähe zu seinem Arbeitsplatz, zur Swissporarena wie das Stadion Allmend in Luzern nun heisst.

Lehrjahre beim FC Aarau

Geboren im zürcherischen Adliswil führte Fringers Aktivkarriere-Weg vom FC Luzern, über CS Chênois zurück zum FC Luzern, über den SC Zug, den FC Altdorf (Spielertrainer) zum FC Schaffhausen (Spielertrainer). Seinen ersten Job als reiner Trainer fasste Fringer 1992 beim FC Aarau, wo er gleich in der ersten Saison Schweizermeister wurde. «In Aarau lernte ich mit bescheidenen Mitteln das Optimum herauszuholen.»

Diese Maxime ist Fringer bis heute geblieben, wenn er warnt: «Man darf die Ziele nie zu hoch ansetzen, denn sonst erdrücken einem die Erwartungen, das negative Beispiel in dieser Beziehung stellen zur Zeit die Berner Young Boys dar.» Fringer skizzierte darauf im EHCO-Businessclub seine Stationen und Erlebnisse als Trainer unter anderem beim VfB Stuttgart und der Schweizer Fussballnationalmannschaft.

«Nach Baku zurückgekehrt bin ich nach der 0:1-Startniederlage der Schweiz in meinem ersten WM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan nie mehr.» Fringer äusserte darauf auch seine Ansichten zum angeblichen Balkan-Graben der durch die aktuelle Schweizer Fussballnationalmannschaft gehen solle. «Vielleicht sind wir auch eifersüchtig auf die guten Leistungen, die die balkanstämmigen Schweizer Nationalmannschaftsmitglieder abliefern.»

Cup-Fight in der alten Heimat

Auf sein gespaltenes Verhältnis zu Sion-Boss Christian Constantin angesprochen, meinte Fringer: «Freunde werden wir sicherlich nie mehr!» Constantin habe ihn durch die niveaulosen Abwerbungsversuche seiner Top-Stürmer Dario Lezcano und Marco Schneuwly derat auf die Palme gebracht, dass er dem Sion-Alleinherrscher am liebsten ein Kilo Bananen zugeworfen hätte. Den Fokus richtet Fringer nun in die Zukunft, wolle man sich doch im Viertelfinal des Schweizer Cups beim FC Aarau am 12. Dezember (18 Uhr) für die 1:2-Heimniederlage im letztjährigen Cup-Achtelsfinal revanchieren und danach in der Meisterschaft so gut wie möglich abschneiden.

«Klar könnte ich sagen, dass wir in der Meisterschaft einen Platz unter den ersten vier anstreben, doch ich will aufs Team keinen Druck machen, denn beim FC Luzern haben wir nun eine tolle Einheit gefunden, weil wir eine sehr gute interne Kommunikationsart gefunden haben.» Und unter Druck stehe er als Sportchef schon genug, weil sein Vorgänger Alex Frei, kaum zwei Monate nach der Einladung Raphael Gallikers in den EHCO-Businessclub seinen Platz als Sportchef beim FC Luzern schon wieder räumen musste.

«Das will ich doch verhindern und wenn ich in einem Jahr immer noch Sportchef des FC Luzern bin, komme ich gerne wieder hierher ins Restaurant Chilchli nach Bärenwil, zumal das Metzgete-Buffet hier sensationell gut ist!», sagte es und bekam aus den Händen des Moderators eine feine Flasche Weisswein und ein EHCO-Trikot überreicht mit seinem Namen und der Rückennummer 57 drauf, gleichbedeutend mit seinem Jahrgang.

Aktuelle Nachrichten