Solothurner 2. Liga
Roland Hasler will noch einmal etwas bewegen

Am Samstag startet die neue Saison in der Solothurner 2. Liga. Auf den FC Biberist wartet zum Auftakt das Gastspiel beim FC Bellach. Neu an der Seitenlinie der Biberister steht Trainer Roland Hasler, der nach der Vorbereitung begeistert ist von der Offensivpower seiner Mannschaft.

Raphael Wermelinger
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Trainer Roland Hasler (2. Reihe von oben, ganz rechts) kam vom FC Bettlach zum FC Biberist.

Trainer Roland Hasler (2. Reihe von oben, ganz rechts) kam vom FC Bettlach zum FC Biberist.

zvg

Die meisten Fussballkenner der Region verbinden den Namen Roland Hasler wohl mit dem FC Solothurn. Gut neun Jahre lang coachte der bald 62-Jährige die Ambassadoren zwischen 2004 und 2013 in der
1. Liga. Davor war er Nachwuchstrainer und Sportchef bei den Solothurnern. Er spricht rückblickend von wunderschönen Jahren, die er nicht missen wolle. «So lange für den gleichen Klub arbeiten zu dürfen, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr und eher selten. Doch Kontinuität setzt sich meiner Meinung nach immer durch», sagt er. «Ob ein Trainer gut oder schlecht gearbeitet hat, sieht man erst, wenn er nicht mehr da ist.»

Hasler lernte das Fussball-Abc in der Juniorenabteilung des FC Grenchen. Während seiner Aktivkarriere spielte er für den SC Derendingen (1977/78), den FC Zuchwil (1978 bis 1983) sowie den FC Bellach (1983 bis 1991). Seine Trainerlaufbahn startete er beim FC Lommiswil, dessen Geschicke er während dreier Jahre in der 3. Liga leitete. Es folgten gut vier Saisons beim FC Post Solothurn, den er von der 4. Liga bis in die 2. Liga führte, und zwei Spielzeiten beim FC Grenchen in der 1. Liga.

Nach der Dekade beim FC Solothurn wechselte er in die 2. Liga inter zum FC Langenthal, bei dem er rund drei Jahre blieb. In der Saison 2016/17 trainierte er den FC Grenchen in der 2. Liga. Zuletzt war er gut zwei Jahre lang beim Dritt­ligisten FC Bettlach tätig. «Ich nehme von jeder Station die Sachen mit, die mich weiterbringen und stärker machen», sagt er. «Sehr emotional waren zum Beispiel die Aufstiege mit Post Solothurn oder das Erreichen der Aufstiegsspiele mit dem FC Solothurn.»

Beim FC Biberist folgt Roland Hasler auf Thomas Reinhart. Dieser war 2018 zum Klub gekommen und schloss seine erste Saison auf dem vierten Platz ab. In der vergangenen Meisterschaft lag Biberist bis zum Saisonabbruch auf dem siebten Platz – nach Verlustpunkten auf dem sechsten. An die erfolgreichen Jahre unter Trainer Vincenzo Salerno vermochte Reinhart nicht anzuknüpfen. Salerno hatte den FC Biberist 2017 zum Meistertitel und Aufstieg in die 2. Liga inter geführt.

«Beim FC Biberist ist unglaublich viel Fussball- und Sozialkompetenz vorhanden», begründet er seinen Wechsel. «Es ist ein Klub mit einer guten Entwicklung und hohen Ambitionen, bei dem man aber trotzdem auf dem Boden bleibt. In den Gesprächen mit den Verantwortlichen habe ich schnell gespürt, dass es passt.» Biberist habe seinen Ehrgeiz neu geweckt und sei der ideale Verein, noch einmal etwas zu bewegen. Er habe in den letzten Jahren die Resultate des Klubs stets verfolgt, wirklich gekannt habe er die Spieler vor seinem Amtsantritt indes nicht. «Von den Namen her wusste ich aber, welch grosses Potenzial vorhanden ist.»

In der Saison 2016/17 trainierte Roland Hasler den FC Grenchen in der Solothurner 2. Liga.

In der Saison 2016/17 trainierte Roland Hasler den FC Grenchen in der Solothurner 2. Liga.

Hanspeter Bärtschi

Mit der langen Vorbereitung auf die neue Saison ist Hasler sehr zufrieden: «Die Trainingspräsenz ist hoch, die Spieler arbeiten irrsinnig gut mit und setzen die Vorgaben um. Es macht Spass». Es freut ihn auch, dass das Team auf die neue Saison hin keinen einzigen Abgang verzeichnet. «Drei neue Spieler stiessen dazu, die charakterlich, menschlich und fussballerisch passen», erläutert er die Mutationen. «Zudem konnten wir drei eigene Junioren in die erste Mannschaft einbauen.» Als grösste Stärke nennt er die Leidenschaft der Spieler und den Spirit im Team. «Jeder Spieler zerfleischt sich auf dem Platz und wir haben viel Power in der Offensive.» Nun gelte es noch das Gleichgewicht zwischen Angriff und Verteidigung zu finden.

Als Ziel hat sich Hasler eine Platzierung unter den besten fünf Klubs gesetzt. Er wolle mit dem Team die etwas unglückliche letzte Kampagne vergessen machen. Die grössten Favoriten auf den Titel sind für ihn Olten, Wangen bei Olten und Iliria. «Es wird wohl eine sehr ausgeglichene Geschichte dieses Jahr», mutmasst er, «nebst den Top-Mannschaften gibt es ein paar unberechenbare Klubs wie etwa Subingen und Bellach. Auch Lommiswil habe ich auf der Rechnung.»

Seit bald dreissig Jahren ist Roland Hasler mittlerweile als Trainer tätig. Was sich in dieser Zeit vor allem verändert habe, sei sein Umgang mit dem Druck. «Es gelingt mir heute viel besser, ruhig, sachlich und cool zu bleiben», sagt er. Als junger Trainer lasse man sich von zu vielen Dingen, die im Umfeld geschehen, zu stark beeinflussen. «Das ändert sich, je mehr Routine und Erfahrung man bekommt. Was sich dagegen nicht ändert, sind die Emotionen. Die sind bei mir immer noch genau gleich wie am ersten Tag, ich lebe einfach mit an der Seitenlinie.»

Kader FC Biberist

Trainer: Roland Hasler
Assistenten: Roman Rüegsegger, Sacha Wälchli

Tor: Samuel David (96), Moreno Blum (90).
Abwehr: Fabian Scheidegger (97), Patrik Jäggi (89), Noah Thurnheer (96), Nicolas Rüfli (88), Sian Thurnheer (01), Leon Schmid (03), Marco Allemann (96).
Mittelfeld: Kevin Stuber (91), Petrit Krasniqi (94), Jamil Cardinaux (99), Boris Flury (91), Marco Imbach (92), Philipp Hermann (98), Fabio Vizzielli (00), Gianluca Autino (99), Fabrice Mana (05), Joel von Ins (05), Albin Osmani (04).
Angriff: Dario Kopp (99), Roman Rüegsegger (90), Andreas Felder (90)

Zuzüge: Allemann (FC Bettlach), Vizzielli (FC Solothurn), Autino (FC Othmarsingen), Mana, Osmani, von Ins (alle eigener Nachwuchs).
Abgänge: Simon Keller (Pause), Michael Wirth
(2. Mannschaft).