Ski nordisch
Roger Wachs und Pascal Jaun: Die stillen Helfer von Dario Cologna

Roger Wachs (Büren an der Aare) und Pascal Jaun (Lengnau) haben als Mitglieder des Serviceteams der Schweizer Langläufer grossen Anteil an der WM-Goldmedaille von Dario Cologna.

Simon Steiner aus Val di Fiemme
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KEYSTONE

Über ihre Arbeit spricht man vor allem dann, wenn etwas schiefgelaufen ist. Hat ein Langläufer Erfolg, dann wird er gefeiert. Läuft er hinterher, dann wird der Fehler rasch einmal beim Serviceteam gesucht. «Damit müssen wir leben», sagt Roger Wachs. «Manchmal geht etwas daneben, aber das passiert anderen Nationen auch.»

Wachs ist als Servicechef für die Ski des Schweizer Weltcupteams verantwortlich. Zu Swiss Ski kam der 40-Jährige aus Büren an der Aare vor rund zehn Jahren eigentlich als Trainer. Im SSC Lengnau betreute er mit Philipp Rüfli und Nicole Kunz hoffnungsvolle Nachwuchstalente. So stiess er als Assistenzcoach zum Junioren-Nationalteam, dem damals auch ein gewisser Dario Cologna angehörte. Als Trainer war Wachs auch für den Service zuständig – und erledigte seine Arbeit so gut, dass ihm der Verband via Kontinentalcup ins Weltcup-Serviceteam holte, wo er nun bereits die siebente Saison dabei ist.

Rund 2000 Testkilometer pro Winter

Mit Pascal Jaun betreute Wachs nebenbei bis vor zwei Jahren noch einen Athleten aus dem Verein. Als Jaun 2011 seine Langlauf-Karriere beendete, holte er ihn ins Serviceteam. Dort ist der Lengnauer heute primär für die Ski der Weltcupathleten Roman Furger und Bettina Gruber verantwortlich. Daneben ist er dank seiner Fitness jener Mann im Team, der beim Skitesten die meisten Kilometer absolviert – rund 2000 pro Winter oder im Durchschnitt mehr als 15 täglich. «Ich halte mich auch im Sommer ziemlich gut in Form», sagt Jaun, dessen jüngerer Bruder Lukas als Rennfahrer beim Solothurner Amateur-Radteam Maca Loca engagiert ist.

120 Tage von zu Hause weg

Es ist nicht ein Job für jedermann, den Wachs und Jaun verrichten. Im Winter sind die beiden rund 120 Tage weg von zu Hause, und 8-Stunden-Tage gibt es während dieser Zeit kaum. Seit Anfang November waren sie nur zweimal für ein Wochenende daheim. «Man muss schon ziemlich angefressen sein vom Langlauf», sagt Wachs. Als Chef des Teams ist er bei Swiss Ski zu 100 Prozent angestellt und im Sommer mit der Vorbereitung der Ski für die folgende Saison beschäftigt. Jauns Anstellung beim Verband beschränkt sich auf den Winter. In der übrigen Zeit hilft der gelernte Bäcker-Konditor im elterlichen Geschäft mit – oder auf der Farm von Verwandten in den USA.

Vor dem heutigen 50-km-Rennen im Val di Fiemme, in dem Dario Cologna nach seinem Triumph im Skiathlon seine zweite WM-Medaille gewinnen will, unterstützt Jaun in erster Linie die beiden persönlichen Servicemänner des Weltmeisters, Pascal Clement und Sergio Favre. Wachs kümmert sich mehr um die Ski von Curdin Perl. Wobei man sich im sechsköpfigen Team ohnehin gegenseitig unterstützt.

In den Abfahrten schnelle Ski

Cologna sollte heute insbesondere in den Abfahrten schnelle Ski haben. «Wenn die Athleten von ihrer Form hundertprozentig überzeugt sind, verzichten sie in den Klassisch-Rennen lieber auf die letzte Sicherheitsschicht beim Steigwachs», sagt Roger Wachs. Sollte es heute trotzdem keinen Anlass geben, zusammen mit Cologna zu feiern, folgt zumindest für Jaun an seinem Geburtstag bald die nächste Gelegenheit. Am 11. März wird er 24 – und Cologna 27.