Der 43-jährige Roger Grimm ist seit seiner Kindheit eng mit dem FCW verbunden. Auf der Chrüzmatt lancierte er seine Spielerkarriere, durchlief alle Juniorenstufen und schaffte den Sprung in die erste Mannschaft. Nach einem Beinbruch endete seine Aktiv-Karriere aber abrupt. Die vergangenen drei Jahre war er im Vorstand des FC Wangen tätig. «Ein 100-Prozent-Job nebst meinem regulären 100-Prozent-Job», unterstreicht er seinen Aufwand.

Zuletzt teilte sich der mittlerweile in Oftringen wohnhafte Roger Grimm den Präsidenten-Posten mit Daniel Schneider. «Er hat den Verein nach innen vertreten, ich nach aussen», erklärt Grimm die Doppelbesetzung. Grimms Kerngebiete waren das Marketing und das Sponsoring. In diesen Bereichen habe er seine beruflichen Erfahrungen optimal einfliessen lassen können. Grimm arbeitet als Verkaufsleiter bei der Heggli AG. «Dank meines Berufs konnte ich in den letzten knapp zehn Jahren ein gutes Beziehungsnetz aufbauen. Diese Karte konnte ich als Wangen-Präsident immer wieder ausspielen.»

Roger Grimm, der in Luzern zur Welt kam und in Rickenbach aufwuchs, blickt auf drei aus seiner persönlichen Optik «sehr erfolgreiche Jahre» im Vorstand des FC Wangen zurück. Er habe die Ziele, die er sich selbst gesteckt habe, im Bereich Marketing und Sponsoring erreicht. Der FC Wangen stehe mittlerweile wieder auf gesunden Beinen. «Darauf bin ich extrem stolz. Das Echo war auch immer positiv, sei es von Sponsoren, Donatoren, aber auch vonseiten der Fans und Zuschauer.»

Aus sportlicher Sich lief es in der letzten Saison indes weniger gut für den Verein. Der FC Wangen entkam nur knapp dem Abstieg in die 2. Liga inter. «Wie bei einem Kartenspiel muss alles zusammenpassen: Das Kader, der Trainer, das Spielsystem, um Beispiele zu nennen. Bei uns hat es einfach zu spät zusammengepasst», nennt er den Hauptgrund für den Fast-Abstieg. «Die Saison hat Nerven gekostet, aber zum Glück hat es am Ende gereicht.»
Grimm ist überzeugt, dass sich der FC Wangen in der nächsten Saison wieder in der oberen Tabellenhälfte festsetzen wird. In seiner Verantwortung steht dies allerdings nicht mehr.

Er verlässt den FC Wangen, weil er bei seinem Lieblingsverein, dem FC Zürich, «einen Traumjob» ergattert hat. Er wird beim FCZ die Marketing-Abteilung unterstützen. «Die Aufgabe ist eigentlich gleich wie beim FC Wangen, nur eine Stufe höher und mit grösseren Zahlen», so Grimm. «Meine Tätigkeit geht von Banden- über Dress-Werbung bis zu Logenverkäufen.»

Für das Engagement beim Challenge-League-Klub liess Grimm wiederum seine Beziehungen spielen. Insbesondere mit den Präsidenten des FC Basel, FC Zürich und GC sei er in den letzten Jahren in regelmässigem Kontakte gestanden. Den besten Draht habe er stets zur Familie Canepa gehabt, die bei den Zürchern die Fäden in den Händen halten. «Ich habe schon immer die Herausforderung gesucht, mal bei einem Klub aus der Super League oder Challenge League dabei sein zu können. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dafür gekommen.»

Seine Arbeit beim FCZ hat Grimm bereits aufgenommen, übermorgen ist dann quasi sein letzter Arbeitstag beim FC Wangen. Er wird an der GV offiziell zurücktreten von seinen Ämtern. Ob Daniel Schneider nun alleiniger Präsident wird oder ob bereits Nachfolger in den Startlöchern stehen, wollte Grimm nicht kommentieren: «Nur so viel: Es wird einen sauberen Abgang und hoffentlich einen guten Anfang unter einer neuen Führung geben.»