Inlinehockey
Roadrunners spielen um Aufstieg in die NLB

Vermeintlich schon draussen, spielt Oensingen an diesem Wochenende um den Aufstieg in die NLB.

Raphael Wermelinger
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Marco Brun will mit seinen Oensingen Roadrunners die Finalserie gegen die Novaggio Twins drehen.

Marco Brun will mit seinen Oensingen Roadrunners die Finalserie gegen die Novaggio Twins drehen.

Markus Müller

Eigentlich war die Saison für die «Roadies» bereits zu Ende. Die Oensinger verloren das dritte und entscheidende Spiel der Playoff-Halbfinalserie gegen La Roche hauchdünn im «Sudden
Death». Doch nur wenige Stunden später sprangen die Roadrunners dem plötzlichen Tod wieder von der Schippe. Dies am grünen Tisch.

Der Schweizer Inlinehockeyverband (SIHV) stellte Ungereimtheiten bei der Aufstellung von La Roche fest. Die Fribourger hatten zwei Spieler zu spät lizenziert und somit irregulär eingesetzt. Dank des zugesprochenen 5:0-Forfaitsiegs dürfen die «Roadies» nun doch noch vom Aufstieg in die NLB, die zweithöchste Kleinfeld-Liga der Schweiz, träumen.

Genugtuung für starke Saison

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Dies gilt auch für die Rennkuckucke aus dem Gäu. «Es wäre natürlich schöner gewesen, den Finaleinzug sportlich zu schaffen», sagt Trainer Marco Brun. «Doch unsere Leistungen in den engen und kampfbetonten Spielen gegen La Roche waren gut. Deshalb freue ich mich über das Weiterkommen.» Der Finaleinzug sei zudem eine Genugtuung für die starke Saison. Vor einem Jahr kämpften die Oensinger noch gegen den Abstieg, jetzt stehen sie an der Schwelle zur NLB.

Die Basis für diesen Erfolg wurde laut Coach Brun bereits vor der Saison gelegt. Im Februar im Trainingslager wurde viel im zwischenmenschlichen Bereich gearbeitet. «Wir haben teamintern Ziele festgelegt», erklärt Brun, «es ging weniger um das Sportliche, sondern vielmehr um das Verhalten auf dem Platz, die Disziplin und das Auftreten gegen aussen.» Diese neu gefundene Selbstverantwortung der Spieler habe in Kombination mit punktuellen Verstärkungen zum Aufschwung geführt.

Anfang Saison lief bei den «Roadies» allerdings noch nicht alles rund. Sie gewannen zwar das Startspiel, verloren dann aber dreimal in Serie. Das Team brauchte Zeit, um sich zu finden: «Ein, zwei Vorbereitungsspiele mehr wären wohl besser gewesen», lacht Brun im Nachhinein. Vor allem individuelle Fehler und zu viel Egoismus kosteten seinem Team in der Startphase Punkte. Die Kehrtwende erfolgte am fünften Spieltag mit dem Sieg gegen den späteren Gruppensieger Novaggio.

Oensingen setzte zu einer acht Spiele andauernden Siegesserie an. Diese riss erst im Rückspiel gegen Novaggio. Mit 13 Siegen und 5 Niederlagen beendeten die Oensinger die Qualifikation schliesslich auf dem zweiten Platz. Das Saisonziel, in den Playoffs Heimrecht zu haben, war damit bereits geschafft. Der Hunger der «Roadies» aber noch nicht gestillt. Im Viertelfinal liessen die Oensinger Aire-la-Ville keine Chance und gewannen die Best-of-3-Serie souverän in zwei Spielen (8:5 und 11:4). «Ich hätte einen härteren Fight erwartet», blickt Brun zurück. Diesen gabs dann im Halbfinal gegen La Roche – mit dem glücklichen Ende für die Gäuer.

Vor dem Heimspiel in Rücklage

Am vergangenen Samstag verlor Oensingen das erste Finalspiel auswärts gegen Novaggio mit 3:8. Kein Beinbruch für Trainer Brun, denn: «Unser Saisonziel haben wir erreicht. Der Druck ist weg und wir können nur noch gewinnen.» Um die sonntägliche Belle, das entscheidende Spiel um den Aufstieg, zu erreichen, müssen die «Roadies» morgen daheim den Ausgleich in der Serie schaffen.

Das Spiel findet um 14 Uhr beim kürzlich eingeweihten Sportzentrum Bechburg statt. «In Rücklage ist es zwar immer schwierig, aber wenn wir taktisch clever spielen und von Anfang an bereit sind, können wir Novaggio schlagen.» Dies hat sein Team in der Vorrunde der Qualifikation bereits bewiesen. Entscheidend sei auch, wie schnell sich die Spieler an den neuen Platz gewöhnen. «Ich hoffe, es kommen viele Zuschauer, die uns Rückendeckung geben. Wenn wir das Spiel gewinnen, ist am Sonntag alles möglich.»

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