Im Verfolgerduell zwischen dem FC Iliria Solothurn und dem FC Grenchen 15 ging es am Sonntag für beide Seiten darum, an der Tabellenspitze der 2. Liga den Anschluss an den derzeit unantastbaren Seriensieger SC Fulenbach zu halten. Entsprechend gross waren Einsatz und Wille an diesem heissen Spätsommertag. Trotz des riesigen Aufwands gelang aber keinem der beiden Teams ein Tor.

Beim FCG war die spanische Philosophie des neuen Trainers Mirko Recchiuti deutlich zu erkennen. Grenchen liess geduldig den Ball zirkulieren und suchte den Weg in den Sturm mit gepflegtem Aufbau. «Bis vor die Angriffszone ist uns das gut gelungen, aber dann fehlte uns die Durchschlagskraft und wir konnten viel zu selten Torgefahr produzieren», analysierte Recchiuti nach dem Schlusspfiff den Angriff seiner Mannschaft.

Grenchen am Schluss mit Mühe

Iliria war während viel weniger Zeit im Besitz des Balles. Trotzdem wären die effizienteren Solothurner Adler nach einer halben Stunde beinahe in Führung gegangen, als nach einem schnellen Gegenstoss Samoel Prenaj Nazim Elezis Hereingabe nicht unter Kontrolle brachte.

Je länger der intensive Abnützungskampf dauerte, desto öfter wiederholten sich solche Szenen. Grenchen spielte auch nach der Pause in die Breite, doch in den entscheidenden Momenten fehlte dem einen oder anderen ganz einfach die individuelle Klasse für den öffnenden Pass. Wenn Iliria den Ball erobern konnte, dann ging es kraftvoll und schnell nach vorne.

Die Grenchner Viererkette in der Abwehr funktionierte eine Stunde lang sehr gut und vor allem Nanda Schamberger gelang es immer wieder, Pässe in die Schnittstellen dank guter Voraussicht abzufangen.

«Aber je länger der Match dauerte, umso mehr zahlten wir den Preis für den grossen Aufwand der ersten Hälfte», fasste FCG-Trainer Recchiuti das Aufkommens des Gegners zusammen. «Iliria hat sehr schnell in den Angriff umgeschaltet, und gegen Schluss hatten wir Mühe, mit dem Tempo mitzuhalten.»

Iliria scheiterte an Leuenberger

In den Schlussminuten machte dann noch der routinierte Goalie Marin Leuenberger mehrmals einen Strich durch die Rechnung der Solothurner Adler. Bereits in der 56. Minute glänzte dieser mit einer Faustabwehr bei einem Hammerschuss.

Und kurz vor dem Schlusspfiff rettete Leuenberger nochmals den Punkt für Grenchen. Es war Ilirias schönster Angriff über viele Stationen und der Schuss von Nazim Elezi war wirklich von guten Eltern. Die Iliria-Fans wollten bereits jubeln, mussten dann aber doch Leuenbergers Glanzparade bestaunen.

Entsprechend fiel die Analyse der Platzherren auf dem Mittleren Brühl aus. «Es fühlt sich an wie eine Niederlage. Auch ich ärgere mich», sagte Trainer Vilson Dedaj nach dem Match zu seiner Mannschaft. «Aber so ist Fussball. Die Einstellung, der Einsatz und das taktische Verhalten waren sehr gut, es hat uns nur ein Tor gefehlt.»