Sonntag, 3. August, im Letzigrund. Es läuft die 14. Spielminute des 3. Spieltags – YB-Trainer Uli Forte schickt Flügelläufer Renato Steffen aufs Feld, nachdem Gonzalo Zarate nach einem Zweikampf mit FCZ-Verteidiger Djimsiti verletzungsbedingt raus musste. Das Spiel gegen Zürich bleibt bis heute das Einzige, bei dem der 22-Jährige nicht von Anfang an ran durfte. Was jedoch auffällt, ist, dass Steffen in jeder Partie ausgewechselt wurde – eine schwierige Situation für den Flügelstürmer. «Ich habe vom Trainer mehrheitlich positive Feedbacks erhalten. Da ich immer wieder in der Startelf stehe, spüre ich auch das Vertrauen von ihm», sagt Steffen. «Natürlich würde ich gerne mal durchspielen, aber die Wechsel sind aufgrund der vielen Spiele nur logisch. Seit Anfang August schlagen wir uns mit englischen Wochen durch.»

Grosse Konkurrenz

Das Kraftpaket hat auf seiner Position starke Konkurrenz: Auf den Aussenbahnen streiten sich Raphael Nuzzolo, Gonzalo Zarate, Adrian Nikci, Yuya Kubo und Renato Steffen um die zwei begehrten Plätze. Trainer Forte rotiert sehr viel, nur Steffen hatte bisher seinen Startelfplatz auf sicher. Der 22-Jährige weiss, warum Uli Forte über die Seiten viele Wechsel vornimmt: «Wenn wir zwei Spiele innert dreier Tage haben, ist es klar, dass ein Spieler beim zweiten Spiel nicht immer zu hundert Prozent fit ist. Gerade die Aussenstürmer müssen viel laufen, deswegen gehören diese Rochaden dazu.»

Besser mit Wechseln umgehen

Steffen hat sich seit seiner ersten Saison weiterentwickelt. Er selbst sagt, er könne mit gewissen Situationen besser umgehen. «Auch wenn ich mal früh ausgewechselt werde, oder gar nicht spiele, weiss ich, dass ich meine Leistungen jederzeit wieder bringen kann», sagt der Erlinsbacher selbstsicher. Zudem hat er sich auch seit seinem Wechsel zu YB gut eingelebt. «Das brauchte eine gewisse Zeit. Nun bin ich aber voll integriert und fühle mich sehr wohl.»

Steigendes Selbstvertrauen

Vor allem sein Tor in der Euroleague-Qualifikation gegen Ermis Aradippou steigert bei ihm das Selbstvertrauen. Steffen ist überzeugt, dass er auch in der Super League regelmässiger treffen wird, wenn der Knoten geplatzt ist. «Das war Ende letzter Saison nicht anders», sagt er. Damals schoss Steffen in den letzten drei Partien gleich drei seiner insgesamt vier Saisontore. Eine Tormarke setzt sich der Flügelstürmer aber nicht: «In erster Linie will ich gut spielen und der Mannschaft dienen, dann kommen die Tore von alleine.» Die Zeichen stehen gut, dass Steffen auch nach Zarates Rückkehr in der Startformation der Young Boys stehen wird.