Irgendwie passte das letzte Match des Jahres am Silvester-Cup in Derendingen zur ganzen Saison von Tamara Arnold. Eine Saison, welche die Kappelerin als «die schwierigste ihrer Karriere» bezeichnet. Obwohl Arnold im März mit Rang 154 in der Juniorenweltrangliste ihre bislang beste Klassierung erreichte und in Thailand mit der Viertelfinalqualifikation bei einem stark besetzten Turnier der zweithöchsten Kategorie (Grade 1) auftrumpfte, wurde ihre Geduld in diesem Jahr auf eine harte Probe gestellt.

Denn ausgerechnet nach ihrem grossen Erfolg in Thailand wurde sie von einer Achillessehnen-Entzündung ausser Gefecht gesetzt. Nach eineinhalb Monaten Pause entschied sie sich zu einer Operation. Maximal acht Wochen Pause prophezeiten die Ärzte. Aus den acht Wochen wurden geschlagene sechs Monate. Erst Mitte Oktober konnte Tamara Arnold in Spanien ihr Comeback geben. Doch es lief nicht nach Wunsch. Zweimal scheiterte sie in der ersten Runde.

Ein Schicksal, das sie auch einen Monat später bei vier Turnieren in Mexiko und Amerika ereilte. «Zu Beginn fehlte mir die Matchpraxis», so die 16-Jährige. «In der Zwischenzeit fühle ich mich aber wirklich super und bin bereit, wieder anzugreifen. Aber im Match funktioniert es noch nicht wie gewünscht. Zu oft treffe ich die falsche Entscheidung in den wichtigen Momenten. Ich brauche einfach noch Zeit und muss geduldig bleiben.» Eine Eigenschaft, die nicht unbedingt zu den stärken der quirligen Kappelerin gehört.

Und trotzdem wird Tamara Arnold nicht darum herumkommen, sich weiter in Geduld zu üben. Denn nach den guten Leistungen Mitte Dezember an den Schweizer Meisterschaften in Biel – Arnold gewann überraschend Silber im Doppel – musste sie am Silvester-Cup in Derendingen einen weiteren kleinen Rückschlag in Kauf nehmen. Die als Nummer drei gesetzte Arnold scheiterte bei ihrem ersten Auftritt an der stark aufspielenden Fiona Ganz, die in der nationalen Rangliste 33 Plätze hinter Arnold klassiert ist. «Ich habe eigentlich nicht schlecht gespielt, aber sie war stärker. In den wichtigen Momenten unterliefen mir einfach zu viele Fehler», ärgerte sich Arnold.

Besser lief es in Derendingen dem zweiten regionalen Akteur, der sich Chancen im Kampf um den Titel am Silvester-Cup ausrechnen durfte. Der 22-jährige Vullnet Tashi (N2, 14) aus Grenchen gewann nach einem Freilos zum Auftakt gegen Gabriel Currlin (N4, 108) gleich mit 6:0, 6:0 und eliminierte in der darauffolgenden Runde auch Vorjahresfinalist Nikolai Haessig (N3, 42) ohne grössere Probleme. Tashi, der nach drei Jahren in Amerika seit mittlerweile sechs Monaten in Spanien an seiner Profikarriere feilt und in der Weltrangliste auf Position 895 geführt wird, traf im Halbfinal auf Überraschungsmann Adam Moundir (N3, 45).

Der an Nummer sieben gesetzte Zentralschweizer schaffte das Kunststück, im Viertelfinal den Seriensieger Raphael Lustenberger (N1, 6) mit 7:6, 7:6 aus dem Turnier zu spedieren. Lustenberger hatte den Silvester-Cup in den letzten drei Jahren stets gewonnen. Im Halbfinalduell mit Adam Moundir zog dann auch Vullnet Tashi den Kürzeren und musste sich mit 3:6, 2:6 geschlagen geben. Moundir dagegen zog seinen überraschenden Siegeszug bei der 39. Ausgabe des Silvester-Cups durch und bezwang im Endspiel den an Nummer zwei gesetzten Sandro Ehrat (N1, 10) mit 6:4, 6:3. Und auch bei den Frauen schwang mit Simona Waltert (N3, 35) eine Spielerin obenaus, die man nicht unbedingt auf der Rechnung hatte. Die ungesetzte Waltert gab im gesamten Turnierverlauf keinen Satz ab und schlug auf dem Weg zum Titel zwei besser klassierte Kontrahentinnen.