Raphael Spiegel, Sie haben bei West Ham United einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Mit welchen Erwartungen wechseln Sie nach London?

Raphael Spiegel:Ich war ja schon vor kurzem eineinhalb Wochen da und konnte mir ein ausgiebiges Bild von allem machen. Mir hat es sehr gut gefallen, menschlich hat es auch gepasst und klar erwarte ich vor allem, dass ich mich sportlich weiterentwickle.

Bei GC kamen Sie, abgesehen von Freundschaftsspielen, noch nie in der 1. Mannschaft zum Einsatz. Letzte Saison waren sie vornehmlich bei den Challenge-Ligisten Wil und Brühl engagiert – wie steht es mit dem Respekt vor der neuen Aufgabe?

Natürlich ist es ein sehr grosser Schritt. Aber ich traue mir diesen zu. Ich werde mein Bestes tun und dann werden wir sehen, welche Türen sich öffnen. Fussball ist schliesslich überall Fussball.

Offenbar setzten die Verantwortlichen in London auf Sie, wenn man die Vertragsdauer berücksichtigt?

Ja, das hat man mir auch stets so gesagt. Man schätzt mein Potenzial hoch ein. Ich bin mir bewusst, dass ich Geduld brauche, aber die bin ich bereit aufzubringen. Ich bin überzeugt, ich werde meine Chancen bekommen.

Der langfristige Vertrag gibt auch eine gewisse Sicherheit?

Ja, das ist mir auch wichtig.

Die Nummer 1 im Tor von West Ham ist Jussi Jaaskelainen, die Nummer 2 Stephen Henderson – Sie sind die designierte Nummer 3. Glauben Sie, dass Sie an diesen beiden vorbeikommen?

Ich werde kaum um die Bank herumkommen. Aber wie gesagt, ich denke, meine Chance kommt. Jaaskelainen ist zwar ein renommierter Goalie, aber auch schon älter (37, Anm. d. Red.) und Henderson ist vierundzwanzig. Von ihnen kann ich sicher auch lernen. Alle drei sind wir neu beim Klub. Körperlich passe ich von meiner Statur her (Spiegel ist knapp 2 Meter gross) sicher gut in den englischen Fussball.

Was haben Sie von West Ham vor Ihrem Wechsel gewusst?

Dass es ein Traditionsverein ist, gut geführt und organisiert und hervorragende Fans hat. Und natürlich habe ich den einen oder anderen Spieler vom Namen her gekannt.

Wie steht es um Ihr Englisch?

Für eine ausführliche Diskussion und um ein schwieriges Theater-Stück zu verstehen, reicht es noch nicht. Aber ich kann mich verständigen und verstehe recht viel. Doch ich denke, das wird sehr schnell ganz gut werden. Trotzdem bin ich froh, dass mit Guy Demel einer im Kader ist, der aufgrund seiner Zeit bei Dortmund und beim HSV etwas Deutsch spricht.

Wie sehen Ihre nächste Tage aus?

Ich bin jetzt in London und auf Wohnungssuche. Gestern hatte ich mein erstes Spiel mit der 2. Mannschaft, mit der ich zurzeit auch trainiere. Am Wochenende fliege ich in die Schweiz, ehe dann nächste Woche das Training mit der ersten Mannschaft beginnt.

Das Premier-League-Team ist in Deutschland im Trainingslager – warum sind Sie nicht dabei?

Es hat leider aufgrund der Formalitäten nicht mehr gereicht. Darum trainiere und spiele ich diese Woche mit der zweiten Mannschaft.