Tennis
Raphael Lustenberger und Fiona Gervais gewinnen den 36. Silvester-Cup

Zwei Mitfavoriten setzten sich am Traditionsturnier in Derendingen in den besten Kategorien durch. Im zweithöchsten Frauentableau gewann mit Selina Jordi eine junge Solothurner Sportkantischülerin.

Hans Peter Schläfli
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Patrik Fischer aus Herzogenbuchsee stösst in den Halbfinal vor. Quelle: Hans Peter Schläfli

Patrik Fischer aus Herzogenbuchsee stösst in den Halbfinal vor. Quelle: Hans Peter Schläfli

Derendingen war wie immer in der Altjahrwoche der Treffpunkt der regionalen Tennisszene. In freundschaftlicher und familiärer Ambiance wurde der 36. Silvester-Cup ausgetragen. Die Palette war weit gefächert: Da bewiesen zwölfjährige Junioren, was sie bereits können, und kurz danach zeigten vier über 70-jährige Senioren, was sie noch drauf haben. Der Ehrgeiz war bei allen gross, aber meistens im Rahmen des Fairplays. Bei einem Junior fiel auf, dass er alle paar Minuten auf der Toilette verschwand. Doch er litt nicht etwa unter Bauchweh: Dort wartete der Vater, um seinen Sprössling zu coachen. Dieser Regelverstoss hatte natürliche eine Verwarnung zur Folge.

Diese unrühmliche Ausnahme stand aber ganz im Gegensatz zur ansonsten sehr angenehmen Atmosphäre im Sporting. «Es sind immer alle Leute sehr freundlich hier und das Turnier ist ausgezeichnet organisiert», lobte Selina Jordi, die erst 17-jährige Siegerin bei den Frauen R1/R3. Nächstes Jahr will sie im N-Tableau unter den halbprofessionellen Tennisspielerinnen für Furore sorgen, wo sie diesmal noch in der zweiten Runde ausschied. «Mein Ziel ist es, einmal ein N2 zu werden», steht sie zu ihren grossen Ambitionen. Selina Jordi absolviert an der Solothurner Kanti die Sportlerklasse. So kann sie halbtags zur Schule gehen und halbtags Tennis spielen. In diesem Sinne ist sie jetzt schon eine halbprofessionelle Tennisspielerin.

Die N-Tableaus lockten mit einem grosszügigen Preisgeld und boten wieder das erhoffte Spitzentennis. So waren der Balkon und das Restaurant im Sporting jeweils bestens mit Tenniskennern gefüllt. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht, Mit der topgesetzten Slowenin Masa Zec-Peskiric erhielt das Frauenturnier gar eine internationale Note. Im hochstehenden und hart umstrittenen Final gewann dann gegen die als Nummer 2 gesetzte Französin Fiona Gervais 6:4, 6:4.

Bei den Männern kam es im Viertelfinal zur mit Spannung erwarteten Begegnung der beiden Lokalmatadore, dem Grenchner Vullnet Tashi und Patrik Fischer aus Herzogenbuchsee. Der routinierte Fischer, seines Zeichens Sieger des Silvester-Cups im Jahr 2004, bekundete einige Mühe gegen den aufstrebenden 19-jährigen Tashi, der eine Profikarriere anvisiert. Mit seinem variantenreichen Spiel – er schlägt links auf, spielt dann rechts weiter und wechselt im Notfall wieder die Hand, um mit der linken Vorhand eine grössere Reichweite zu haben – gewann Fischer dieses packende Duell 7:5 und 6:3. Die Überraschung des Turniers war Oliver Mrose: Der Klingnauer warf den als Nummer 1 gesetzten Berner Yannick Thomet aus dem Turnier und stiess bis in den Final vor, wo er aber dem kleinen Luzerner Kraftpaket Raphael Lustenberger deutlich unterlag.

Der Derendinger Silvester-Cup unterstützt aber nicht nur die Spitze, sondern auch die Breite des regionalen Tennis. Mit den insgesamt 284 Anmeldungen war Monica De Lenart sehr zufrieden, und sie bekannte Farbe: «Besonders gefreut hat mich, dass insgesamt sieben Tableaus von Mitgliedern meines Klubs, dem TC Sporting Derendingen, gewonnen wurden.» Der 36. Silvester-Cup war bereits der neunte unter ihrer Leitung. Wird es in einem Jahr zu Monica De Lenarts persönlichem Jubiläum kommen? «Ja, ich denke schon. Ich habe immer den Plausch und bin begeistert vom Turnier», sagte sie.