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Zeitfahren in Fulenbach: Noah Bögli gewinnt – Anna Kiesenhofer verpasst Start

Beim Zeitfahren in Fulenbach hätte die Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer die Hauptattraktion sein sollen. Wegen einer gebrochenen Gabel fiel ihr Start jedoch ins Wasser.

Manfred Dysli
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Noah Bögli fuhr in einer eigenen Liga und sicherte sich trotz verspätetem Start den Tagessieg.

Noah Bögli fuhr in einer eigenen Liga und sicherte sich trotz verspätetem Start den Tagessieg.

Bruno Kissling

Beim 12. Paar- und 9. Einzelzeitfahren in Fulenbach hätte die österreichische Strassen-Olympiasiegerin von Tokio Anna Kiesenhofer die Hauptattraktion sein sollen. Wegen einer gebrochenen Gabel an ihrem Zeitfahrvelo musste die Mathematikerin mit Doktortitel an der Ecole Polytechnique Federal in Lausanne im Aaregäu aber auf den Kampf gegen die Uhr im Einzelzeitfahren über 20 km verzichten. Dafür feierte der 25-jährige Noah Bögli aus Nods im Berner Jura, zwei Wochen nach dem Gesamtsieg beim sechsteiligen Schweizer Cup der Elite-Strassenfahrer bei der Tour du Jura in Montsevelier, in Fulenbach den 7. Saisonsieg.

Noah Bögli fuhr wieder in einer eigenen Liga

Gleich zum Auftakt des Einzelzeitfahren in Fulenbach über 20 km verpasste der 25-jährige Favorit Noah Bögli vom Coegas Elite Team, das u.a. vom früheren Spitzenfahrer Laurant Dufaux und dem Langenthaler Ueli Kohler als Directeur Sportive geführt wird, fast gänzlich den Start. Obwohl Bögli mit 5 Sekunden Verspätung an den Start ging, gewann er am Schluss das Rennen über zwei Runden à je 10 km locker und stellte mit 23:57,85 Minuten und dem hohen Stundenmittel von 50,070 km/h einen neuen Streckenrekord auf. Dies gelang ihm bereits eine Woche zuvor beim Zeitfahren im Nachbardorf Boningen.

Nach 20 km verwies Bögli den Dürrenrother Christoph Jansen, der dank Ueli Kohler im nächsten Jahr zusammen mit dem Gewinner des GP Oberbaselbiet Raphael Clemencon vom VC Aaretal Münsingen 2022 sein Teamkollege im Coegas Eliteteam wird, um 1:25,56 Minuten auf den Ehrenplatz. Der 21-jährige Emmentaler war allerdings in der ersten Runde in einer Abfahrt in Bonigen gestürzt, nahm aber das Rennen unverletzt sofort wieder in Angriff. Dritter wurde mit 1:45 Min. Rückstand Olivier Zingg vom VC Echallens, der in Renens bei Lausanne zusammen mit seiner Freundin Anna Kiesenhofer lebt.

Anna Kiesenhofer wegen gebrochener Gabel nicht am Start

«Ich war heute zum ersten Mal an diesem coolen Rennen im Kanton Solothurn am Start. Es machte Spass, obwohl die Strecke nach dem Regen noch nicht ganz trocken war. Nicht weit von hier war ich aber bereits einmal am 1. August 2019 beim Zeitfahren vom Flugplatz Bleienbach nach Stauffenbach, wo meine Freundin Anna Kiesenhofer einen neuen Streckenrekord aufgestellt hatte und 1:34 Minuten schneller war als die Olympiazweite und WM-Silbermedaillengewinnerin und Europameisterin Marlene Reusser ein Jahr zuvor.»

Auch Olivier Zingg, Partner der Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer, fuhr in Fulenbach gegen die Zeit.

Auch Olivier Zingg, Partner der Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer, fuhr in Fulenbach gegen die Zeit.

Bruno Kissling

Auf die Frage, warum die in Fulenbach angekündigte Olympiasiegerin des Strassenrennen von Tokio Anna Kiesenhofer nicht am Start erschien, hatte Olivier Zingg eine einleuchtende Erklärung: «Anna hatte am letzten Montag bei der Weltmeisterschaft in Brügge viel Pech. In der Schlussphase ist an ihrer Zeitfahrer-Maschine die Gabel gebrochen, weshalb sie das Rennen nur auf dem 17. Platz beenden konnte. Leider konnte sie den Schaden an ihrem Zeitfahrvelo noch nicht beheben.»

Schwierigkeiten mit der Rangliste nach dem Rennen

Tim Rey stand mit dem Rennrad eines Freundes am Start. Seit Zeitfahrvelo ist noch nicht zurück von der WM in Belgien.

Tim Rey stand mit dem Rennrad eines Freundes am Start. Seit Zeitfahrvelo ist noch nicht zurück von der WM in Belgien.

Bruno Kissling

Der Junioren Vize-Schweizer-Meister im Zeitfahren, der für den VMC Aarwangen fahrende Niederbipper Tim Rey, musste wie schon vor einer Woche in Boningen mit einem Zeitfahrvelo eines Kollegen das Rennen bestreiten, da sein Spezialrad immer noch nicht zurück von der WM in Belgien ist. Tim Rey war an der WM im Zeitfahren als Ersatzfahrer auf Abruf von Swiss Cycling nominiert worden. In Fulenbach waren in den verschiedenen Rennen der Einzel- und Paarzeitfahrer insgesamt 120 Teilnehmer dabei. So gab es auch Rennen für die Militärfahrer und Paracycling Standing Sportler. Einzig bei der Resultatauswertung gab es einige Probleme. So wurde die Rangliste erst am Montagmittag vollständig auf der Website des Veranstalters aufgeschaltet.

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