Sieben Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage, rund dreissig erzielte Tore pro Partie: dies die stolze Bilanz der Oltnerinnen in der 1. Liga. Das Ticket für die Finalrunde und den Gruppensieg konnten sie sich bereits vorzeitig sichern. Und dies als Aufsteiger aus der 2. Liga.

Trotzdem war das zehnte und letzte Spiel der Qualifikation gegen Brühl Future kein Kehrausspiel. Der HV Olten wollte sich für die einzige Niederlage in der laufenden Saison revanchieren. In der Ostschweiz hatten die Oltnerinnen in der Vorrunde mit 20:25 den Kürzeren gezogen.

«Das war noch ganz am Anfang der Saison. Da funktionierten die Automatismen noch nicht so richtig und wir waren allgemein noch nicht so weit», sagte André Bichsel, der zusammen mit Christian Müller für die HVO-Frauen verantwortlich ist. Diese Hinspiel-Niederlage sei für die Spielerinnen Motivation genug gewesen für den letzten Auftritt im laufenden Kalenderjahr. «Rein von der Tabellensituation her ging es dabei natürlich um nichts mehr. Aber wir wollten unbedingt mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause gehen», betonte Bichsel.

Schon früh klare Verhältnisse

Der HV Olten lag gegen die Reserven des NLA-Spitzenreiters LC Brühl nach zehn Minuten bereits mit 7:3 in Führung. Sechs verschiedene Torschützinnen waren beim Heimteam zu verzeichnen. Teils Unvermögen der Gäste, aber auch etliche Paraden von Goalie Stephanie Knörr sorgten dafür, dass die HVO-Frauen ihren Kontrahentinnen davonziehen konnten. Und eine Strafe gegen Brühl, welche Olten zum 10:3 und 11:3 nutzte. Mit 14:7 gings in die Pause.

Das Heimteam startete mit diversen neuen Gesichtern in die zweite Halbzeit. Insgesamt vermochten die Oltnerinnen das Tempo im zweiten Durchgang nicht ganz zu halten. Sie sündigten phasenweise im Abschluss, was gegen die deutlich limitierten Ostschweizerinnen indes keine Rolle spielte. Der Abstand betrug auch in der zweiten Halbzeit immer mindestens sechs Tore (19:13). Am Ende waren es acht (28:20).

Die erfolgreichste Oltnerin war Ivana Ravlic mit neun Toren. Die Trimbacherin kehrte auf diese Saison vom NLA-Klub LK Zug zu ihrem Stammverein zurück. Ravlic ist in der Qualifikation die beste Torschützin der ganzen Liga. Vor Nina van Polanen, die mit Ravlic aus Zug zum HV Olten gekommen war. Van Polanen gelangen gegen Brühl fünf Tore, achtmal jubelte Jana Wyss.

«Wir wollen vorne mitspielen»

Nach dem achten Sieg gehen die Oltnerinnen wie erhofft mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause. Trainer André Bichsel sah zum Abschluss der Qualifikation einen «soliden Auftritt» seines Teams. «Zufrieden bin ich nie. Wir müssen noch über die ganzen sechzig Minuten konstanter spielen. Wir haben noch zu viele Auf und Abs.»

Nach dem Wiederaufstieg in die 1. Liga wurde das Kader auf die neue Saison verstärkt und verbreitert. «Das Team hat von Anfang an gut mitgezogen, gut gearbeitet. Mit der Qualifikation können wir insgesamt zufrieden sein, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen», so Bichsel.

Mitte Januar beginnt die Finalrunde. «Wir wollen vorne mitspielen, ein Wörtchen mitreden um den Aufstieg. Aber die Gegner werden sicher nicht schwächer.» Malters und Basel sind zwei der fünf Gegner in der Finalrunde, die bereits feststehen. Die Finalrunde umfasst wiederum zehn Spiele. «Man darf sich nicht viel erlauben», weiss André Bichsel. «Wir müssen ab dem ersten Spiel bereit sein.»