Wie lässt sich ein solcher Sieg bloss erklären? Lukas Haas weiss es selber nicht so recht und macht es sich im Matchinterview auf dem Eis etwas einfach: «Der Start war sicher nicht optimal. Wir haben dann aber im Powerplay die Tore geschossen – und gewonnen», sagt er schulterzuckend. Er muss Minuten später, sich von der Ausrüstung entledigt, über seine lakonische Antwort unmittelbar nach dem Spielende auf dem Eis selber schmunzeln.

Er holt aus und wird nachdenklicher: Bei numerischer Ausgeglichenheit, bei Fünf gegen Fünf, seien sie sehr oft von den Langenthalern eingeschnürt worden und hätten sich zu wenig getraut. «Es braucht unsererseits mehr Mut, ihnen unser Spiel aufzuzwingen. Wir haben viel zu wenig kreiert und die Scheibe zu einfach hergegeben», sagt Haas. Er merkt selbstkritisch an: «Meine Leistung widerspiegelt auch diejenige der Mannschaft: Am Anfang katastrophal, danach gut.»

Tatsächlich braucht, genauso wie das Team, auch Lukas Haas seine Zeit, um ins Spiel zu finden. «Meine drei ersten Einsätze...», sagt er, «wir müssen nicht darüber diskutieren: Sie waren einfach schlecht.» Doch dann kommt die Zeit von Lukas Haas. Auch, weil sich Langenthal nicht im Griff hat und sich zu Strafen hinreissen lässt.

Ein Bein angewinkelt, die Fäuste in die Höhe ragend. Lukas Haas macht die Geste schliesslich am Abend nach seinem 31. Geburtstag nicht weniger als drei Mal und lässt sich feiern. Drei Tore schiesst der erfahrene EHCO-Captain im Powerplay. Erst hatte er Langenthals Tschannen für sein Herausspedieren der Scheibe bestraft, ehe er acht Sekunden vor Ende des ersten Drittels in doppelter Überzahl auf 2:0 erhöhte. Schliesslich machte er eine Minute vor Ende des zweiten Drittels seinen Hattrick perfekt. Für den Altmeister ist es eine Premiere als Profi-Eishockeyspieler: Noch nie sind ihm drei Tore in einer Partie gelungen. «Darauf lässt sich aufbauen», sagt er.

Etwas im Schatten seiner Hattrick-Tore steht nicht nur der überragende Torhüter Simon Rytz, sondern auch Verteidiger Simon Lüthi. Er schloss die Partie mit einem Tor (ebenfalls in Überzahl) und drei Assists ab. «Wir bekamen zum Glück ein gutes Gefühl im Powerplay, sind besser in die Zone gekommen und haben die Scheibe gut zirkulieren lassen. Irgendwann hat es dann mit dem Abschluss geklappt», fasst Lüthi zusammen. Er will den schlechtesten EHCO-Start der laufenden Playoff-Kampagne nicht überbewerten. «Sie waren umgehend im Hoch und wir waren einfach nicht präsent. Das kann passieren», sagt er und ergänzt auf Nachfrage, dass die Pfiffe der ungeduldig werdenden Fans im Startdrittel eigentlich ihre Berechtigung hatten. Umso mehr freut ihn, dass die Fans sie schliesslich erfolgreich zum Sieg anfeuerten. Es sei wichtig, dass man positiv bleibe. Denn für Lüthi ist klar: «Wir brauchen uns nicht zu verstecken.»

Die Highlights der Partie im Video: