Beim HC Laupersdorf jagt der eine Höhepunkt den nächsten: Erst feierten die Solothurner Inlinehockey-Spieler trotz bescheidener Meisterschafts-Qualifikation sensationell den Meistertitel, nun folgt zumindest für zwei Klubmitglieder das Schlussbouquet der Saison mit einer erstmaligen Reise auf die ganz grosse Sportbühne: Mit Feldspieler Andreas Zehnder und Assistenztrainer Matthias Götschi, der bei Laupersdorf nach wie vor aktiv in der zweiten Mannschaft spielt, dürfen zwei Solothurner mit der Schweizer Inlinehockey-Nationalmannschaft an den World Games teilnehmen, die bis zum 30. Juli im polnischen Breslau stattfinden.

Die World Games sind jene Spiele, deren Sportarten darauf warten, vom IOC in das olympische Wettkampf-Programm aufgenommen zu werden. Oder, um es etwas salopper auszudrücken: Es sind die Olympischen Spiele der Randsportarten. 3000 Athletinnen und Athleten aus 90 Ländern nehmen in 43 Sportarten daran teil. Obwohl es sich um «B-Spiele» handelt, bedeutet das nicht, dass keine Vollprofis am Werk sind.

Das Niveau ist gerade im Inlinehockey nicht zu unterschätzen. Schliesslich haben sich die 7 weltbesten Teams plus Veranstalter Polen für die World Games qualifiziert. Spannender Aspekt: Von den 14 aufgebotenen Schweizer Natispielern haben nur gerade zwei keinen Eishockeyhintergrund. Nicht weniger als 12 Spieler sind ehemalige oder nach wie vor aktive Eishockeyprofis (siehe Kaderliste).

Einer, der es ohne Eishockeyklub im Rücken in die World-Games-Nati geschafft hat, ist Laupersdorfs Andi Zehnder. «Es ist schön, dass sich einer aus Laupersdorf durchsetzen konnte. Das war bislang nicht oft der Fall», sagt Götschi, der als Assistenztrainer selbst in der Kaderzusammenstellung mitinvolviert war. Zehnder selbst sagt dazu: «Ich freue mich auf die Woche und bin gespannt, wie weit wir es bringen.»

In einer Vierergruppe kämpft die Schweiz gegen Frankreich, Italien und Argentinien um einen Halbfinalplatz. «Alle Teams sind vom Niveau her nahe beieinander. Es ist mit etwas Glück sicher möglich, die Gruppe zu überstehen und ins Halbfinale einzuziehen», so die Einschätzung von Matthias Götschi. Und Andi Zehnder fügt hungrig an: «Eine Medaille ist nicht unmöglich.» Wichtig sei hierfür nun, dass sich die zusammengewürfelte Truppe schnellstmöglich finde, so Zehnder, der als wertvoller Teamplayer seinen

Namen gemacht hat und jene Aufgaben übernimmt, die ihm anvertraut werden.
Es geht nun Schlag auf Schlag: Bereits heute Samstag findet in Kaltbrunn ein Testspiel gegen ein chinesisches Team statt. Und nach einem Teamabend, bei dem das Teambuilding im Zentrum steht, fliegt die Mannschaft am Sonntag nach Polen, um am kommenden Dienstag das erste Spiel zu bestreiten.