Fussball 2. Liga
Präsident Luigi Furcillo nach verpasstem Aufstieg: «Werden es im nächsten Jahr wieder versuchen»

Der FC Klus/Balsthal scheitert wie schon 2014 und 2016 in den Aufstiegsspielen zur Solothurner 2. Liga.

Raphael Wermelinger
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Betrübte und ratlose Gesichter auf der Spielerbank des FC Klus/Balsthal während des Derbys gegen Oensingen.

Betrübte und ratlose Gesichter auf der Spielerbank des FC Klus/Balsthal während des Derbys gegen Oensingen.

Bruno Kissling

Die beiden Aufsteiger FC Lommiswil und FC Oensingen werden in der kommenden Saison die 2. Liga komplettieren. Das Nachsehen blieb dem FC Klus/Balsthal, der nach 2014 und 2016 zum dritten Mal innert vier Jahren den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Kantons verpasste. «Wir lassen die Köpfe deshalb jetzt sicher nicht hängen», stellt FCKB-Präsident Luigi Furcillo klar, «im Gegenteil, wir arbeiten geduldig weiter und werden es im nächsten Jahr wieder versuchen.»

Klus/Balsthal qualifizierte sich mit 58 Punkten aus 22 Spielen als Spitzenreiter der Gruppe 2 souverän für die Aufstiegsspiele. Für Furcillo keine Selbstverständlichkeit: «Was das Kader betrifft, hatten wir die eine oder andere Veränderung im letzten Sommer. Deshalb hatte ich vor dem Saisonstart gemischte Gefühle. Ich war erstaunt, wie locker wir durchmarschiert sind.» Es ging offenbar zu locker.

Fünf Runden vor Schluss hatten die Thaler das Ticket für die Aufstiegsspiele bereits in der Tasche. Am Ende lagen sie neun Punkte vor Oensingen und 16 vor dem drittplatzierten FC Olten II. «Wir hatten praktisch keine richtigen Ernstkämpfe mehr in der zweiten Saisonhälfte», bringt Präsident Furcillo das Problem auf den Punkt. «Wir spielten in der Rückrunde teilweise schlecht, gewannen die Spiele aber dank dem nötigen Glück trotzdem.»

0:5-Pleite vor den Aufstiegsspielen

Klus/Balsthal habe sich in der Rückrunde den Gegnern angepasst, so Furcillo weiter. Endgültig offenbart habe sich das Formtief der Mannschaft am letzten Spieltag bei der 0:5-Pleite in Wolfwil. Der FCKB habe dieses Spiel nicht mit Absicht verloren und so den Wölfen den Ligaerhalt geschenkt, wie böse Zungen im Internet behaupten, hält er fest: «Wir hatten einige Absenzen und sie spielten einfach ganz stark.

Luigi Furcillo, Präsident FC Klus/Balsthal «Nach der Niederlage gegen Wolfwil läuteten bei mir die Alarmglocken.»

Luigi Furcillo, Präsident FC Klus/Balsthal «Nach der Niederlage gegen Wolfwil läuteten bei mir die Alarmglocken.»

Zur Verfügung gestellt

Nach dieser Niederlage gegen Wolfwil läuteten bei mir die Alarmglocken.» Zeit zum Reagieren blieb den Thalern bis zu den Aufstiegsspielen aber keine mehr. «Wir haben während der Rückrunde einiges versucht», so Furcillo, «aber was kann man machen ausser noch mehr zu trainieren und noch mehr im taktischen Bereich zu machen?»

Wegen dieser Negativtendenz waren Lommiswil und Oensingen für Furcillo denn auch die Favoriten in den Aufstiegsspielen: «Beide Klubs wurden im Verlauf der Meisterschaft immer besser, spielten eine starke Rückrunde und hatten somit das Momentum auf ihrer Seite.» Gegen Lommiswil schaute für Klus/Balsthal am ersten Spieltag der Aufstiegsspiele ein 2:2-Unentschieden heraus. Der Knackpunkt war dann das Derby gegen Oensingen.
«Wir wussten, dass dies das entscheidende Spiel wird.

Leider war unser Respekt vor dem Gegner zu gross», analysiert Furcillo, «wir kassierten in der ersten Halbzeit zwei unglückliche Gegentore und einen Penalty.» Erst als sie bereits mit 0:4 zurücklagen, drehte Klus/Balsthal auf und kam in der Schlussphase noch auf 3:4 heran. Was aber nichts mehr nutzte, wie auch der abschliessende 2:1-Sieg gegen Subingens «Zwöi». Die Thaler beendeten die Promotionsrunde wie schon im Vorjahr auf dem undankbaren dritten Platz.

Kein Spieler-Exodus

«Natürlich haben wir unsere Planung bereits auf die 2. Liga ausgelegt», gibt Furcillo zu. «Wir hatten unsere Chance. Jetzt steigen halt Lommiswil und Oensingen auf. Beide haben es verdient, da gibt es gar nichts zu rütteln. Sie waren zum richtigen Zeitpunkt in Form und sehr gut eingestellt.» Dem FCKB dagegen habe es an Leadern gefehlt: «In den Aufstiegsspielen braucht es Spieler, die Verantwortung übernehmen und das Team mitreissen. Dafür haben wir aber wohl noch ein zu junges Team.»

Ein Spieler-Exodus drohe Klus/Balsthal trotz verpasstem Aufstieg nicht, stellt der Präsident klar. Er habe bereits nach dem 2:2 gegen Lommiswil mit dem Sondieren für die nächste Saison begonnen: «Bis jetzt habe ich nur von einem Spieler gehört, dass er vielleicht in die 2. Liga geht. Der Grossteil des Teams bleibt sicher zusammen.»

Auch an Trainer Manfred Bargetzi hält der Klub fest: «Der Trainer steht nicht zur Diskussion. Fredi Bargetzi macht bei uns einen super Job.» Furcillo ist überzeugt, dass der FC Klus/Balsthal, der 1982 bis 1997 in der 1. Liga spielte und 2007 aus der 2. Liga abstieg, in den nächsten drei, vier Jahren endlich die Rückkehr in die höchste Liga des Kantons schafft. «Und zwar mit eigenen Junioren, die mit viel Herzblut dabei sind», unterstreicht er.