«Andere haben eine Jacht oder ein Haus am See - ich habe einen Eishockeyklub», hält Ul-rich fest. Seit 20 Jahren ist der Garagist aus Lohn-Ammansegg nunmehr Vorstandsmitglied beim Tabellenzweiten der 1. Liga der Gruppe 2. 13 Jahre davon ist er Präsident. Nur wenige in seiner Charge können da mit dem 62-Jährigen mithalten. Und dies, obwohl er ursprünglich nichts mit Eishockey am Hut hatte. 1991, initiiert durch eine Kundin, die ihn als Sponsor gewann, zog es ihm den Ärmel rein. Die Schnelligkeit, die fliegenden Wechsel, die Kraft und die Dynamik des Sports haben es Ulrich angetan. Eishockey - ein Vollgassport. Im Prinzip logisch, dass sich der Garagist und Autofan, der «ungern verliert», da hingezogen fühlt.

Vom Lugano-Syndrom geheilt

Als Walter Ulrich 1999 Präsident wurde, ging dies einher mit Namenswechsel, Fusion und Investition. Aus dem EHC Solothurn-Zuchwil wurde der EHC Zuchwil Regio. «Solothurn unterstützt uns im Gegensatz zu Zuchwil bis heute mit keinem Franken», so Ulrich unzufrieden. Apropos Geld: Zusammen mit seinen Vorgängern, Peter Affolter und Fernand Devaud, musste Ulrich bei Präsidentschafs-Antritt 300 000 Franken in die Hand nehmen, um den Klub vor dem finanziellen Kollaps zu retten. Zudem war eine Fusion mit Biel Regio nötig, um den Abstieg in die 2. Liga zu verhindern.

«Wir haben damals», so Ulrich selbstkritisch, «Fehler gemacht.» Aber wo gearbeitet werde - und in diesem Fall leidenschaftlich -, gebe es eben Fehler. Die Ambassadoren litten seinerzeit am «Lugano-Syndrom». Also: Kaufen wir eine teure Mannschaft, kaufen wir den Erfolg. Bekanntlich geht diese Rechnung nur selten auf.

Leidenschaft, Herz und eine ideale Mischung von Leadern und Rollenspielern bürgen da schon viel eher für Glanz und Gloria. Seit einigen Jahren stimmt der Mix. 2006/07 und 2007/08 wurden die Solothurner Amateur-Schweizer-Meister, letzte Saison unterlagen sie im Final um den Regionalmeistertitel den Huttwil Falcons. So Ostern 2012 nicht auf Heiligabend fällt werden die Zuchwiler zum Saisonende erneut ein starkes Wort um die Vergabe von Pokalen und Titeln mitreden.

Lieber Erstliga-Spitze als NLB-Pleite

Zwölf Jahre war der frühere rumänische Nationalgoalie Constantin Dumitras Ulrichs rechte Hand. Dumitras, der als TK-Chef, Assistenztrainer und Nachwuchskoordinator tätig war, trat im Sommer an der GV zurück. TK-Chef ist jetzt Ulrich himself, assistiert von Coach Stefan Gerber. Letzterem attestiert der Präsident, «einen ganz ausgezeichneten und kompetenten Job zu machen». Ulrich ist zuversichtlich und hofft, dass Gerber die Offerte zur Vertragsverlängerung annimmt.

«Ein grosses Ziel von mir ist», so Ulrich, «künftig 100000 Franken mehr Sponsor-Einnahmen zu generieren.» Offiziell operieren die Solothurner mit einem Budget von 500000 Franken. Der Zuschauer-Zuspruch hält sich mit durchschnittlich 300 Fans, trotz Glanztaten der Wasserämter, in Grenzen. Tja, auch 1.-Liga-Eishockey könnte begeistern, wenn man denn hinginge.

«Die NLB kann kein Thema für uns sein»

Bei der 1. Liga freilich soll es bleiben. «Die NLB kann kein Thema für uns sein - oder dann wäre ich der falsche Mann, als Präsident», so Ulrich. Lieber Spitzen-Amateur- als NLB-Pleitenhockey. Eine vernünftige Einstellung, die ja eines Tages vielleicht doch noch mit 4000 jubelnden Fans im Sportzentrum Zuchwil belohnt wird.