Durch die 1:4-Niederlage mussten die Oltner den vierten Platz an das gestern siegreiche Visp abtreten. Die dreimal skorende zweite Linie brachte umgekehrt den Jurassiern Erleichterung, die auch durch die Thurgauer Niederlage gegen La Chaux-de-Fonds am Playoff-Strich nun wieder mehr Luft haben und sich auf Rang 7 vorschieben konnten.
Mit nunmehr bloss zwei Punkten aus den letzten vier Spielen kann Olten genau einen Monat vor dem Playoff-Start kein Zeugnis seiner Reife ablegen. In einem der schlechtesten Drittel überhaupt geriet es gegen Ajoie innert wenig mehr als zehn Minuten 0:2 in Rückstand.

Zuerst zog Timothé Tuffet seine Gegenspieler Tim Grossniklaus, Romano Pargätzi und Shayne Wiebe so auseinander, dass Stefan Mäder in der Mitte allein anspielbar war, um zum 0:1 einzuschiessen. Dann drückte Giacomo Casserini an der blauen Linie Richtung Gewühl vor dem Oltner Gehäuse ab, wo Tuffet diesmal selber den Stock goldrichtig hielt, so dass Michael Tobler beim 0:2 keine Abwehrchance hatte.

Linien wieder umgestellt

Der Oltner Goalie war an beiden Mouchen unschuldig, aber angesichts der holprigen Auslösungen und meist unvollendeten Angriffsversuche seiner Teamkollegen schien auch er verunsichert. Noch einem Treffer am nächsten kamen Philipp Wüst, der eine Hereingabe fast noch wie Tuffet hätte erwischen können (13. Minute) und Remo Hirt, der beinahe zum Profiteur wurde, nachdem Ajoie-Keeper Matthias Mischler hinter seinem Gehäuse den Puck an Cédric Schneuwly vertändelt hatte (17.). Die Nuller-Darbietung war für die einheimischen Fans umso ärgerlicher, da Ajoie wohl einen motivierten und aufsässigen Gegner, aber auch keine Macht darstellte. Dies zeigte sich insbesondere bei den drei frühen Powerplay-Möglichkeiten, als die Jurassier mit dem Puck wenig Kreatives anzufangen wussten.

Heikki Leime reagierte auf die Oltner Schaffenskrise zu Beginn des zweiten Drittels, als er Diego Schwarzenbach in die erste und Wüst in die dritte Linie zurückbeorderte. Später ersetzte er auch noch Center Thomas Studer in der vierten Formation, sodass Schneuwly zu Doppeleinsätzen kam. Immerhin erlangten die Gastgeber im Mittelabschnitt wenigstens die Schussüberlegenheit und eine Resultatkorrektur. Wiebe, der ansonsten mit einigen Fehlproduktionen wieder ins alte Fahrwasserzurückzugleiten droht, lancierte Codey Burki vor Mischlers Kasten ideal in den Lauf, sodass es in der 28. Minute nur noch 1:2 hiess.

«Defensiv zu wenig scharf»

Wiebe und Topscorer Marco Truttmann, der bei seinen Vorstössen auch oft mit der Scheibe an einem gegnerischen Bein hängen blieb, hätten das Resultat in der Folge ausgleichen können. Die goldene Chance zum 2:2 besass Remo Meister in der 40.Minute, als er allein vor Mischler scheiterte. Allerdings hätte es im Gegenzug auch 1:3 lauten können, doch Tobler stoppte Francis Lemieux ebenso bravourös wie zuvor der Gästegoalie. Die Einheimischen versuchten zwar im Schlussdrittel das Ruder zu übernehmen. Doch der strukturiertere Spielaufbau allein reichte nicht aus, um die Quote der Fehlpässe zu reduzieren und die Abschlusseffizienz zu erhöhen.

Als Fabian Ganz in der 56. Minute im Eingangsbereich der eigenen Zone die Scheibe passieren liess, konnten Tuffet und Mäder zum dritten entscheidenden Schlag ausholen. Der vierte Treffer ins von Tobler verlassene Gehäuse war nur noch eine Zugabe, welche die Ratlosigkeit bei den Platzherren noch verdeutlichte. Codey Burki meinte als einziger Oltner Torschütze nach dem Abpfiff, dass Fehler verhinderten, dass sein Team das vorhandene grosse Potenzial entfalten könne. «Wenn wir einfach spielen und die defensive Seite beachten, kommt es auch offensiv gut», sagte der Center der zweiten Linie. «Wenn wir das aber nicht tun, fallen wir auseinander.» Genau dies ist in den Augen Burkis am gestrigen Abend passiert. «Wir haben es nicht geschafft, den Puck in ihrer Zone zu halten und waren defensiv zu wenig scharf.»

Olten – Ajoie 1:4 (0:2, 1:0, 0:2)
Kleinholz. – 2824 Zuschauer. – SR: Peer, Mauron/Rebetez. – Tore: 5. Mäder (Tuffet, Primeau) 0:1. 11. Tuffet (Casserini, Primeau) 0:2. 28. Burki (Wiebe, Brunner) 1:2. 56. Mäder (Tuffet, Primeau) 1:3. 58. Kummer (ins leere Tor) 1:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten, 1-mal 2 Minuten gegen Ajoie.
Olten: Tobler; Pargätzi, Meister; Parati, Ganz; El Assaoui, Schnyder; Grossniklaus; Truttmann, Feser, Wüst; Brunner, Burki, Wiebe; Hirt, Schneuwly, Schwarzenbach; Ruhnke, Studer, Lüthi.
Ajoie: Mischler; Hauert, Orlando; Casserini, Barbero; Ryser, Mettler; Tanner; Beauregard, Lemieux, Horansky; Primeau, Mäder, Tuffet; Kummer, Portmann, Zigerli; Rimann, Frossard, Vermeille.
Bemerkungen: Olten ohne Aeschlimann, Bagnoud, Marolf, Schild, Ulmer, Wüthrich (alle verletzt) und Leone (Kloten Flyers). Ajoie ohne Barras, Erard, Verreault (alle verletzt), Mosimann (krank) und Zaugg (überzählig. 55:26 Timeout Olten. Olten von 56:33 bis 57:15 ohne Torhüter. Grossniklaus und Tuffet als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.