Mirko Pavlicevic wechselte im Juli des vergangenen Jahres vom FC Wohlen aufs Oltner Kleinholz. Zusammen mit zwei weiteren FC-Aarau-Meisterhelden von 1993, Ryszard Komornicki und Petar Aleksandrov.

Der 53-jährige Kroate Pavlicevic wurde als neuer Trainer der zweiten Mannschaft präsentiert, die gerade den Aufstieg von der Solothurner 3. Liga in die 2. Liga geschafft hatte. Komornicki wurde Cheftrainer des Oltner Fanionteams in der 2. Liga inter, der ehemalige Goalgetter Aleksandrov Assistenztrainer und Sportchef.

Das «Zwöi» des FC Olten holte in der Vorrunde in der höchsten Regionalliga nur zwei Siege und musste neunmal als Verlierer vom Platz. Pavlicevic nahm immer mehr die Rolle des Assistenztrainers der ersten Mannschaft ein, weil bei der Reserve sowieso kaum noch Spieler übrig waren, die es zu trainieren galt.

Wegen des notorischen Spielermangels zogen die FCO-Verantwortlichen in der Winterpause die logischen Konsequenzen und zogen das «Zwöi» aus der Solothurner 2. Liga zurück. Pavlicevic übernahm den frei gewordenen Posten beim Fanionteam.

Oltens Trainer Mirko Pavlicevic.

Oltens Trainer Mirko Pavlicevic.

Trainer und Söldner sind weg

Komornicki räumte nämlich im Winter den Sessel des Cheftrainers, weil ihm der FCO den versprochenen Lohn nicht bezahlen konnte. Der 59-Jährige, welcher mittlerweile in seiner Heimat Polen einen neuen Trainerjob gefunden hat, arbeitete in der Vorrunde quasi gratis.

Nachfolger Pavlicevic wird in der Rückrunde von Aleksandrov sowie Ali Halimi, der jahrelang die Geschicke der zweiten Mannschaft als Spieler und Trainer gelenkt hat, unterstützt.
Nicht nur Komornicki, sondern auch zahlreiche Spieler verliessen den FC Olten in der Winterpause.

Allen voran die ausländischen Verstärkungsspieler Mateusz Pankowski, Piotr Fortuna und Bartlomiej Gliniak, die in der Vorrunde sogar aus ihrer vorübergehenden Bleibe, dem Hotel Olten, geworfen wurden, weil der Klub die Rechnungen nicht bezahlen konnte. Mit Avni Halimi verlor der FC Olten zudem seinen besten Torschützen der Vorrunde. Der 29-Jährige wechselte in die 1. Liga zum SC Zofingen, wie auch der 19-jährige Mittelfeldspieler Elio Arciresi.

Zwei Neue und einige Rückkehrer

Beim Rückrundenauftakt gegen den FC Wohlen II am Samstag standen bei den Dreitannenstädtern zwei neue Spieler in der Startformation: Elmin Osmanovic, der aus der Juniorenabteilung des FC Baden kam und Edon Morina, der in der Vorrunde noch für den Ligakonkurrenten FC Dulliken auflief.

Beide spielten bei Pavlicevics Debüt im zentralen Mittelfeld, konnten aber noch nicht allzu viel Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen. Der Einsatz und der Kampfgeist der Neuen waren dagegen aber vorbildlich. Ein Comeback feierte Fidan Krasniqi auf der Position des rechten Aussenverteidigers. Der 29-jährige hatte das Startspiel der Saison, das Hinspiel gegen Wohlen, absolvier und verpasste danach den Rest der Vorrunde wegen einer Verletzung.

Im Defensivzentrum lief neben Routinier Blerim Bekteshi, der jahrelang in der 1. Liga gespielt hat, Gianfranco Vinci auf. Auch der ehemalige Captain der zweiten Mannschaft war beim Saisonauftaktspiel in Wohlen im vergangenen August dabei, verabschiedete sich dann aber in seinen Auslandaufenthalt.

Auch der Mittelfeldspieler Mario Simic kam erst zu seinem dritten Einsatz in dieser Saison. Der 30-jährige Regisseur hatte sich in der Vorrunde mit einer Verletzung herumgeschlagen, weshalb er erst in den letzten beiden Partien zum Einsatz kam. Gegen Wohlen II war er der Leader des FC Olten und fiel vor allem auch durch seine gefährlichen Freistösse auf, die seine Mitspieler indes nicht zu verwerten wussten.

Einen überzeugenden Auftritt beim 0:0 gegen Wohlen zeigte Burim Hasanramaj, der immer wieder sein Tempo in die Waagschale warf. Die Startelf wurde komplettiert mit dem Ur-Oltner Miro Golob und dem bekannten Offensivduo Hazir Zenuni und Luca Schifferle. Auf der Bank sassen mit Igor Cataldo (vom FC Rothrist) und Ago Bulut (FC Baden) zwei weitere Winterzuzüge.

Neue Freundschaften geknüpft

Oltens Präsident Isidor Meyer zeigte sich zufrieden über den ersten Auftritt des Teams unter dem neuen Trainer: «Die Winterpause war zwar turbulent. Ich habe aber trotzdem das Gefühl, dass wir ein Kader zusammengestellt haben, das in der 2. Liga inter bestehen kann. Wir dominierten den FC Wohlen, mit einer besseren Chancenverwertung hätte es sogar zum Sieg gereicht. Doch auch so ist es ein sehr positiver Start.»

Gefreut hat sich der Präsident zudem über die Atmosphäre während des ersten Heimspiels der Rückrunde: «So eine Stimmung hatten wir in den letzten Jahren selten.» Dies lag an den Landhockeyspielern des HC Olten, welche den FC Olten lautstark unterstützen. «Man kennt sich natürlich in Olten, die Spieler sind etwa im gleichen Alter», sagt Isidor Meyer.

«Wir werden uns gerne dafür revanchieren und bei ihnen vorbeischauen, wenn sie in die Rückrunde starten. Es muss das Ziel sein, dass die Oltner Sportvereine wieder näher zusammenkommen.» Für den unmittelbar über dem Strich klassierten FC Olten gehts am Samstag mit dem Heimspiel gegen den FC Freienbach weiter.