Fussball
Plötzlich passte gar nichts mehr zusammen beim FC Solothurn

Der FC Solothurn fängt gegen Münsingen einen brutale 0:4-Heimklatsche ein. Die Pleite ist das Abbild einer unglücklich verlaufenen Woche.

Pius Rüegger
Merken
Drucken
Teilen
Solothurns Ervin Gashi (links) und Berkay Sueluengoez (mitte) streiten sich mit Münsingens Patric Gasser um den Ball. Marcel Bieri

Solothurns Ervin Gashi (links) und Berkay Sueluengoez (mitte) streiten sich mit Münsingens Patric Gasser um den Ball. Marcel Bieri

Marcel Bieri

«Im Training hat sich Meier am rechten Fussgelenk die Bänder gerissen und es haben sich Knochenteile abgesplittert», erläutert Solothurns Trainer Patrik Grolimund nach dem 0:4 gegen Münsingen.

Zudem wurden ihm alle drei Wechsel aufgezwungen. Oezdemir zog sich in der 15. Minute eine Knieverletzung zu und musste in der 22. Minute ausgewechselt werden. «Wir müssen die Diagnose abwarten, wobei Oezdemir ohne Einwirkung des Gegners im Boden hängen blieb und sich das Knie verdrehte», so Grolimund.

Klare rote Karte

Schalt fing sich in der 45. Minute eine, so der FCS Coach, «deftige Zerrung» ein. Und dann kam noch der Ausschluss von Torhüter Trittibach mit seiner Notbremse ausserhalb des Strafraums gegen den heranstürmenden Gasser (66.). «Diese rote Karte ist indiskutabel, es war kein Offside», sagte der FCS-Trainer.

Vorher mussten die Platzherren jedoch das 0:2 aus klarer Offsideposition von Gasser akzeptieren (54.). «Letzte Woche ist unerklärlicherweise viel gegen uns gelaufen», resümiert der Solothurner Teamchef.

Vergessen und nach vorne schauen

Bis zur Verletzung Oezdemirs lief es gut für die Gastgeber. Den Solothurnern gelang es rascher, Strukturen aufzubauen. Allerdings verpassten sie in der 10. Minute die Führung.

Ungedeckt im Zentrum übernahm Walther ein weites Zuspiel von Oezdemir. Die Sturmspitze brachte jedoch den Ball nicht unter Kontrolle. Er vergab seinen Vorteil, weil er sich verhedderte, sodass nur ein zahmes Schüsschen auf Goalie Müller verblieb. Besser machten es die Berner in der 23. Minute. Thalmanns 30-Meter-Pass von der linken Seitenlinie verwertete Strahm mit dem Kopf zur Führung. Die Solothurner Innenverteidigung war nicht im Bilde. Dieser Treffer führte in der Folge zu einem Bruch im Mannschaftsgefüge.

Schwung und Elan war weg

Bei den Solothurnern passte fortan nichts mehr. Schwung und Elan gingen verloren. Die Defensive büsste jegliche Stabilität ein. Dank ihren offensiven Qualitäten nützten die Münsinger so den Leistungsabfall der Ambassadoren. Die Aaretaler kamen mit ihren Kontern immer wieder gefährlich vors Tor. Sie profitierten von der Unerfahrenheit von Ersatzhüter Bracher und markierten zwei weitere Treffer.

«Für Bracher war es bei seinem ersten Ernsteinsatz ganz schwierig, ich kann ihm keinen Vor-wurf machen», nahm Grolimund den 18-jährigen Debütanten in Schutz. Vielmehr heisst es für den FCS-Trai-ner «abhaken, nach vorne schauen, daraus lernen und die richtige Antwort geben».