2004, 2005, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2014, 2015 – la Decima. Mit dem 6:5-Erfolg im Superfinal gegen Malans holte der SV Wiler-Ersigen am Samstag den zehnten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die anschliessende Meisterparty fand traditionsgemäss im Schlagertempel in Kirchberg statt. Business as usual also? Nicht ganz!

Denn nicht nur sportlich war der Titel durch die Umstellung auf den Superfinal ein Novum: «Das ist eine doofe Floskel, aber ich habe es noch gar nicht realisiert. In einer Serie zeichnet sich jeweils der Gewinner ab, dieses Jahr waren wir plötzlich Meister – daher ist die Feier nun auch sehr emotional», sagt Christoph Hofbauer. Für ihn ist der Titel indes zusätzlich speziell. Nicht nur er, sondern auch seine Freundin konnte sich am Samstag in Kloten den Schweizer-Meister-Titel sichern. Seraina Ulber triumphierte im Finalspiel mit Piranha Chur gegen Dietlikon 5:3. «Wir haben schon vor der Saison gesagt, dass wir in Kloten beide Meister werden möchten – dass es nun Tatsache wurde, ist natürlich perfekt», sagt Hofbauer.

Matthias Hofbauers Zurückhaltung

Christoph, wie auch Bruder Matthias Hofbauer, ist nunmehr ein alter Hase in Sachen Meisterpartys. Dementsprechend lassen die beiden Brüdern auch den jüngeren Teamkollegen den Vorrang. «Die Jungen müssen gewisse Erfahrungen sammeln, da halte ich mich etwas zurück», sagt Matthias Hofbauer. Die Freude über den Meistertitel ist genauso wie bei den jüngeren Spielern: «Es ist immer wieder speziell. Man weiss nicht, wann man nochmals Teil davon sein darf. Daher geniesse ich es jedes Mal in vollen Zügen.»

Für Adrian Zimmermann war der diesjährige Titel der neunte und definitiv auch der Letzte der Karriere. Er wird nach der Saison zurücktreten. «Der Titel bedeutet mir natürlich sehr viel. Aber auch für den Verein ist der zehnte Titel enorm wichtig. Wenn wir auf das Feld gehen, spielen wir für unserer Farben. Das Logo ist der Star der Mannschaft», so Zimmermann.

Ein anderer, für den das Engagement mit dem Meistertitel zu Ende gegangen ist, ist Trainer Johan Schönbeck. Er wird – wie auch Topskorer Isaac Rósen und Henkrik Olofsson – das Unteremmental in Richtung Schweden verlassen. «Ein besserer Abschied ist nicht möglich», sagt Schönbeck stellvertretend. Am meisten vermissen werde er die Leute und die Spieler, die Schweiz sei wie eine zweite Heimat geworden: «Ich werde sicher wieder einmal in der Halle anzutreffen sein. Nun aber geniesse ich es zu sehen, wie die Spieler im Rampenlicht stehen und sich feiern lassen. Für mich war es die perfekte Trainerausbildung, mit solch kompletten und professionellen Spielern arbeiten zu dürfen.»

Im Rampenlicht stand diese Saison auch Youngster Deny Känzig. Der 18-Jährige durfte seinen ersten Meistertitel als Stammspieler feiern: «Vor der Saison hatte ich nicht daran geglaubt, dass meine Rolle derart gross sein wird. Es freut mich aber natürlich, dass ich so viel Vertrauen bekommen habe.»

Die berüchtigten Carfahrten

Ebenfalls der erste Meistertitel – als Captain – ist es für Philipp Fankhauser: «Es ist extrem schön, aber man muss natürlich auch sagen, dass es in diesem Team relativ einfach war, gut auszusehen.» Ob im Hintergrund, oder an der Front, eines erwähnten alle Beteiligten: Die Carfahrt. «Wir haben darüber diskutiert, wann wir das letzte Mal auswärts Meister geworden sind. Jedes Mal ist die Fahrt zurück ein Highlight», sagt Matthias Hofbauer. Auf den Punkt bringen es Fankhauser und Deny Känzig: «Es war sehr intensiv und einfach hammergeil.»