«Ich habe es mir reiflich überlegt, doch in den letzten Wochen habe ich immer mehr gespürt, es ist noch nicht vorbei. Das Feuer brennt noch.» Im Mai wird Hofbauer 38 jährig: Es wird seine 23. Saison auf höchster Ebene sein, die 20. in der NLA mit Wiler-Ersigen, 3 Saison hat er in der höchsten schwedischen Liga gespielt.

Als Matthias Hofbauer Mitte Dezember letzten Jahres nach seiner zehnten Weltmeisterschaft, einer grossartigen WM sei noch bemerkt, seinen Rücktritt aus der Schweizer Nationalmannschaft erklärte, dachte männiglich der Rekordnatispieler und WM-Rekordtorschütze würde alsbald nach Saisonende auch den Rücktritt bei Wiler-Ersigen erklären und somit seine grossartige Karriere beenden. Dass dachte lange Zeit eigentlich auch Matthias Hofbauer selbst. Doch als er zu Playoff-Beginn aus privaten Gründen einen 10tägigen Abstecher nach Peru machte, änderte sich dort seine Meinung beinahe radikal.

«Plötzlich fühlte ich, ich will das noch»

Matthias Hofbauer erklärt seinen Entscheid nachfolgend umfangreich: «Der Nati-Rücktritt fühlt(e) sich völlig richtig an. Auch wenn die Wochen nach der WM speziell waren, noch keine Sekunde habe ich diesen Entscheid in Frage gestellt, im Gegenteil, es ist super wie es ist. Mein Ziel war es eigentlich, auch bei Wiler zu diesem Gefühl zu kommen. Ich habe einen ernsthaften Versuch genommen aufzuhören. Den ganzen Januar und Februar war ich auf der Suche nach der inneren Bestätigung für meinen schon fast getroffenen Entscheid. Aber, der Tank ist noch nicht leer. Spätestens bei meinem Ausflug nach Peru habe ich gemerkt, dass ich es einfach noch brauche, ein sportliches Ziel vor Augen zu haben. Ja, es machte Spass in diesen «Kurz-Ferien» jeden Morgen früh aufzustehen und zu trainieren, wenn man weiss wofür. Man könnte das Gefühl haben, dass dieses Feuer nach 23 Jahren erlischt. Zwischendurch kam mal die Sparflamme, aber früher oder später hat sich dies immer wieder geändert. Auch jetzt. Und wenn man sich fit fühlt, Spass daran hat und verletzungsfrei ist, es familiär und beruflich passt, ja dann gibt es für mich wirklich keine Gründe mehr diese Reise an dieser Stelle zu beenden.»

Der spezielle Jahrgang 1981

Klare Worte von einem ganz Grossem im Schweizer Sport, und es sei erlaubt (Matthias würde dies natürlich selbst nie tun) den Vergleich zu Roger Federer zu machen. Beim grössten Tennisspieler und Schweizer Sportler aller Zeiten tönt es meist ähnlich, wenn er darauf angesprochen wird, weshalb er denn immer noch weiterspielt. Beide haben Sie Jahrgang 1981, wie übrigens auch (der schon zurückgetretene) Radstar Fabian Cancellara, es muss ein besonderer für Sportler sein.

Und wie Roger Federer immer wieder zeigt, dass er mit 37 Jahren auch immer noch an der Spitze mithalten kann und seine Karriere nicht einfach so ausklingt, so hat auch Matthias Hofbauer in dieser Saison gezeigt, dass er sportlich immer noch mit der meist um 10 Jahre jüngeren Konkurrenz mithalten kann.

Sei es an der WM in Prag auf der internationalen Bühne, oder zuletzt in der Playoff-Halbfinalserie gegen Köniz, als er die beiden Auswärtsspiele mit einmal vier Punkten (beim 10:5) und einmal drei Toren (beim 5:2) fast im Alleingang entschied. Und so darf man gespannt sein, was die legendäre Nr. 19 bei seiner vierten Superfinal-Teilnahme kommenden Samstag in Kloten aufs Parkett zaubern wird.