Vom Ligaerhalt zum Playoff-Halbfinal: Der TSV Unihockey Deitingen konnte sein Saisonziel in der laufenden 1.-Liga-Meisterschaft mehrmals nach oben anpassen. «Wir hatten ein paar Abgänge im Sommer, die Saisonvorbereitung lief nicht zufriedenstellend», erklärt Trainer Matthias Roth, der das Team im Juni übernommen hat, das anfangs zurückhaltend gesteckte Ziel «Nicht-Abstieg».

Nach der Auftaktniederlage gegen die Lions aus Konolfingen gewannen die Wasserämter aber sieben von acht Partien. «Da merkten wir, dass mehr drinliegt», so Roth. Deshalb forderte er von seinem Team, dass es bis im Dezember die 30-Punkte-Marke knacke.

Dies schafften die Deitinger mit dem 9:6-Auswärtssieg am 3. Dezember bei Unihockey Luzern. In der vergangenen Spielzeit holte Deitingen in 22 Auftritten nur 17 Punkte und verpasste die Playoffs.

Aktuell liegt Deitingen auf dem sechsten Platz und steht vier Spieltage vor dem Ende der Qualifikation bereits als Playoff-Teilnehmer fest. «Wir haben unsere Quali-Ziele erreicht. Schön wäre, wenn wir in den Viertelfinals Heimrecht hätten. Dafür kämpfen wir jetzt noch.» Der Rückstand auf den vierten Tabellenrang beträgt indes sechs Punkte.

Heute treffen die Deitinger auswärts auf die Hornets Worblental (9.), morgen Abend empfangen sie den Kantonsrivalen Unihockey Mittelland (11.). Matthias Roth erwartet das Punktemaximum: «Ich gehe davon aus, dass wir beide Gegner schlagen werden.»

Rare Derbys

Obwohl der TSV Deitingen zuletzt fünfmal in Serie verloren hat, sieht Roth sein Team im zweiten Solothurner Derby der Saison klar im Vorteil. Mittelland sei weder gut in die Saison gestartet, noch habe sich der Absteiger aus der NLB im weiteren Verlauf der Meisterschaft fangen können.

Der zweitletzte Tabellenrang werde den Qualitäten des morgigen Gegners allerdings nicht gerecht: «So schlecht sind sie nicht. Ich erwarte definitiv keinen Kantersieg. Aber ich glaube, über die gesamte Spieldauer gesehen werden wir das klar bessere Team sein auf dem Platz.»

Das erste Kräftemessen der beiden Solothurner Klubs in der Vorrunde hatte Deitingen Mitte November mit 5:1 für sich entschieden. Es war dies der erste Ernstkampf zwischen den beiden Klubs seit vielen Jahren.

2013/14 spielte Mittelland nämlich noch in der NLA. «Wir haben Mittelland immer als eine Art grosser Bruder wahrgenommen», erinnert sich Deitingen-Trainer Matthias Roth. Lachend schiebt der 32-Jährige hinterher: «Nach dem Sieg in der Vorrunde ist uns plötzlich bewusst geworden, dass wir aktuell die Nummer eins sind im Kanton Solothurn. Und das macht uns schon stolz.»

Oder doch kein Derby?

Eine richtige Derbystimmung kommt beim Deitinger Coach vor dem morgigen Duell um 20 Uhr im Sportzentrum Zuchwil aber nicht auf. Aus geografischer Sicht liegen die beiden Klubs zu weit entfernt, und weil Mittelland lange Zeit in der Nationalliga spielte, konnte auch keine Derby-Historie entstehen.

«Wir haben zwar einige Spieler, die bei Mittelland waren, aber eine richtige Rivalität ist es nicht», erläutert Roth. «Da gibt es definitiv andere Klubs, gegen die jeweils mehr Emotionen auf dem Feld sind.»

So sei denn auch das Vorrundenspiel in der Oltner Giroud-Olma-Halle absolut fair verlaufen. «Ich hoffe aber, dass sich in den nächsten Jahren eine Rivalität entwickelt», blickt Roth voraus. Gut möglich, dass schon die morgige Partie hitzig wird. Denn Mittelland muss unbedingt gewinnen, um die Playoff-Chancen zu wahren.