Playoffqualifikation
Der Oltner Eishockey-Wahnsinn: Wenn der Hockeygott Grün-Weiss trägt

Der EHC Olten qualifiziert sich trotz 3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen beim HC Thurgau direkt für die Playoffs. Dion Knelsen rettete dem Team mit seinem Shorthander 49 Sekunden vor Schluss den benötigten Punkt. Nun treffen die Powermäuse ab Mittwoch, 17. März, im Viertelfinal auf den HC Sierre.

Silvan Hartmann
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Der HC Thurgau zeigt sich stark und geht nach vier Minuten in Führung.
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Garry Nunn mit einem Schuss Richtung Tor, doch Aeberhard hält die Scheibe.
Die drei Tannenstädter zeigen sich gegen das Ende stärker als zu Begin.
Kurz vor der Pause gelingt Mason McTavish der Ausgleichstreffer.
Torhüter Mathys ist chancenlos und kann den 2:1 Treffer der Thurgauer nicht halten.
Die Oltner wollen das Tor nicht auf sich sitzen lassen und gleichen zwei Minuten später wieder aus.
Die beiden Teams gehen weiterhin ausgeglichen ins Schlussdrittel.
Dann gelingt es dem HC Thurgau wieder in Führung zu gehen.
McTavish gegen Thurgau-Spieler Molina.
Olten kämpft weiter und schafft kurz vor Schluss den Treffer zum 3:3.
Nach der Verlängerung kommt es zum Penaltyschiessen.
Die Oltner treffen das Tor aber nicht und gehen mit einer 3:4 Niederlage nach Hause.

Der HC Thurgau zeigt sich stark und geht nach vier Minuten in Führung.

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Der Hockeygott – er trägt an diesem Sonntag vor allem ein Trikot: Jenes des EHC Olten. 49 Sekunden vor Schluss gelingt den Powermäusen beim HC Thurgau der so wichtige 3:3-Ausgleichstreffer – und dies notabene in Unterzahl spielend! Garry Nunn sah am längeren Pfosten Dion Knelsen stehen, der aus äusserst spitzem Winkel gerade noch die Scheibe erwischte. Diese kullerte anschliessend im Zeitlupentempo über die Linie. Die Freude beim EHCO war gross, auf der Bank bildeten die Spieler eine Traube. «Garry ist so ein guter Spieler, er zog alle Gegenspieler auf sich, sah mich freistehen und spielte den exzellenten Pass. Ich denke, das war mein bislang wichtigstes Tor meiner Karriere», sagte Dion Knelsen nach dem Spiel noch immer mit erhöhtem Puls.

Sein Tor brachte die Powermäuse in die Verlängerung, was gleichbedeutend war mit der direkten Playoffqualifikation. Das anschliessend für Olten zur Randnotiz verkommene Penaltyschiessen, zu dem Trainer Söderström die Stürmer Oehen, Weder sowie die beiden Teenager McTavish und Othmann antreten liess, ging verloren. Und dennoch hatte Olten damit den fünften Platz, der nach der Niederlage in Visp noch in die Ferne gerückt war, tatsächlich zurückerkämpft.

Wird das Powerplay plötzlich zu Oltens Stärke?

Lange Zeit war das äusserst intensive Spiel beim HCT auf Messers Schneide. Olten erwischte einen nervösen Start, ehe man das Lampenfieber mit McTavishs 1:1-Tor endgültig ablegen konnte. In der Folge war der EHC Olten insbesondere im Powerplay zur Stelle, weshalb man sich die Frage stellt: Wird das Powerplay zur besten Hockey-Jahreszeit noch plötzlich zur grossen Stärke der Oltner? Zumindest glich Schirjajew einen erneuten Rückstand in Überzahl nach sehenswerter Kombination aus.

Die Partie entwickelte sich in der Folge zur absoluten Nervensache. Vier Minuten vor Schluss gelang Thurgaus Hobi der vermeintliche Siegtreffer. Insbesondere Philipp Rytz, der sich kurz später einmal mehr mit einem fragwürdigen Check einen unnötigen Aussetzer erlaubte, erlosch mit seiner Disziplinarstrafe die letzten Funken Hoffnungen. Bis Garry Nunn und Dion Knelsen zu ihrem grossen Auftritt ansetzten!

Das Kuriose an diesem Oltner Hockey-Wahnsinn: Der späte Shorthander Knelsens wäre letztlich gar nicht mehr nötig gewesen, weil im Fernduell Visp seine 3:2-Führung gegen Ajoie in den Schlussminuten noch verspielte. Damit sind die Walliser eines der zwei Teams aus dem Vierkampf, die den ungemütlichen Weg über die Preplayoffs gehen müssen.

Olten kann sich nun zehn Tage auf seinen Playoffgegner einstellen: Den HC Sierre. Gegen das Überraschungsteam der Liga ging man zwei Mal als Sieger hervor, zwei Mal als Verlierer. Besonders spannend: Jeweils das Auswärtsteam gewann, in guter Erinnerung dürfte der Söderström-Truppe der 5:0-Sieg im November sein.

Dion Knelsen: «Ich bin so stolz auf das Team. Wir haben uns diese Playoffs verdient. Keine Ausrede: Ich hatte mein Tief und es war eine wilde Achterbahnfahrt für uns als Team. Aber ich bin umso glücklicher, dass wir uns rechtzeitig steigern konnten. Und es ist ja jetzt die beste Zeit, als Eishockeyspieler heiss zu sein.» Wenn das mal nicht eine Ankündigung des Captains ist.

Thurgau - Olten 4:3 n.P. (1:1, 1:1, 1:1, 0:0)

Güttingersreuti. – SR: Massy/Hürlimann, Gurtner/Bichsel. – Tore: 4. Soracreppa (Hollenstein) 1:0. 19. McTavish (Fuhrer, Fogstad Vold) 1:1. 33. Brändli (Scheidegger) 2:1. 36. Schirjajew (Knelsen; Ausschluss Teamstrafe) 2:2. 56. Hobi (Ness, Loosli) 3:2. 60. (59:11) Knelsen (Nunn; Ausschluss Philipp Rytz!) 3:3. – Penaltyschiessen: Hobi trifft. Oehen –. Loosli trifft. Weder –. Brändli –. McTavish –. Ang –. Othmann –. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 2-mal 2 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Rytz) gegen Olten.

Thurgau: Aeberhard (Rüegger); Brennan, Soracreppa; Wildhaber, Parati; Scheidegger, Molina; Fechtig; Hollenstein, Rundqvist, Ang; Bischofberger, Hobi, Loosli; Wetli, Brändli, Rehak; Hinterkircher, Ness, Spannring; Baumann.

Olten: Matthys (Simon Rytz); Stämpfli, Lüthi; Elsener, Philipp Rytz; Maurer, Heughebaert; Gurtner; Horansky, Knelsen, Nunn; Othmann, Schirjajew, Wyss; McTavish, Fuhrer, Fogstad Vold; Weder, Schwab, Oehen; Halberstadt.

Bemerkungen: Olten ohne Rexha, Weisskopf, Schwarzenbach, Hüsler, Portmann (alle verletzt). Thurgau ohne Hulak, Mosimann, Moser, Schmuckli, Moor (alle verletzt), Schmutz, Schnyder, Fritsche, Lanz (alle überzählig).

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