Eishockey

Playoff-Floskeln sind für Stürmer Daniel Bieri die Wahrheit

Heute schnürt Daniel Bieri gegen Martigny seine Schlittschuhe zum letzten Mal in dieser Saison. Foto: Marcel Bieri

Heute schnürt Daniel Bieri gegen Martigny seine Schlittschuhe zum letzten Mal in dieser Saison. Foto: Marcel Bieri

Noch ein Spiel, noch ein letzter Schritt trennt die Huttwil Falcons vom lang ersehnten Aufstieg in die National League B. Heute treten sie gegen Martigny zum grossen Showdown an.

Noch ein Spiel, noch ein letzter Schritt trennt die Huttwil Falcons vom lang ersehnten Aufstieg in die National League B. Dank einer grossen Portion Glück dürfen die Berner heute in Martigny zum grossen Endspiel, zum ultimativen Showdown um den Amateur-Meistertitel antreten. Vorgestern in Arosa: Die Bohren-Truppe unterlag 2:4, ein Bündner Tor mehr, und der Aufstiegstraum wäre wie im Vorjahr frühzeitig und jäh geplatzt.

«Wir haben in Arosa das innere Feuer nicht gefunden und sind ideenlos aufgetreten», sagt Huttwil-Stürmer Daniel Bieri, einer der dienstältesten Falken. Es sei ein Warnschuss im richtigen Moment gewesen. «Aber Angst macht uns diese Niederlage nicht. Wir stehen trotzdem im Final, und das macht uns glücklich. Klar hätten wir gerne ein Heimspiel gehabt», sagt der 31-jährige Entlebucher und ergänzt: «Die Partie in Arosa ist abgehakt.»

Nun zählt nur noch dieses eine Duell heute in Martigny. Am letzten Dienstag gegen Arosa kamen 3024 Zuschauer ins Forum d’Octodure – ein unglaublicher Wert, der heute noch deutlich überboten werden wird. «Das gibt Rambazamba. Ich erwarte volles Haus», sagt Bieri. Er kennt die Stimmung in der Halle der Walliser bestens. In der Saison 2005/06 trat er dort mit dem HC Sierre mehrmals zu NLB-Derbys an. «Das sind unglaublich heissblütige Zuschauer. Ich bin sehr stolz, dass wir eine solche Atmosphäre geniessen dürfen. Das wird so oder so ein unvergessliches Erlebnis», sagt der langjährige Nationalliga-Spieler, der dort für Langnau, Lausanne, Olten und Sierre auf Torjagd ging.

Bieri spielt nicht um seinen Job

So müssen es die Huttwiler heute also auch ohne Heimvorteil richten. Bieri sieht das nicht so eng: «Sie haben dafür wegen ihres Publikums zusätzlichen Druck. Niemand ist in diesem Finalspiel im Vorteil.» Sein Team müsse nahtlos an die guten Leistungen des gewonnenen Auftaktspiels (5:3) gegen die Walliser anknüpfen. «Wir werden unser Tempo gehen und ihnen unser Spiel aufzwingen», sagt Bieri und ergänzt: «Resultatdenken ist tabu. Wir dürfen uns nicht zu fest in etwas hineinsteigern. Sonst kommt es nicht gut.» Und auch Daniel Bieri bedient sich der obligaten Playoff-Floskeln: «Wir müssen Einsatz für Einsatz nehmen.» Und er meint das auch so. «Hinter diesen Floskeln steckt die Wahrheit. Wenn man sich nicht daran hält, ist das Ganze zum Scheitern verurteilt. Dann ist man mental nicht bereit.»

Der 31-jährige Stürmer, der bei den SCL Tigers gross geworden ist, arbeitet in der Firma von Huttwil-Präsident Heinz Krähenbühl. Dieser gab ihm gestern Morgen frei. So erholte er sich von den Strapazen des Auftrittes in Arosa und liess sich am Mittag in der Physio nochmals durchkneten. Am Nachmittag ging er dann ganz normal zur Arbeit. «Das tut mir gut, dann denke ich nicht nur ans Eishockey.» Spielt er denn heute Abend auch um seinen Job? «Nein, nein. Wir versuchen immer, Eishockey und den Beruf zu trennen. In der letzten Zeit war das aber gar nicht so einfach. Auch im Städtchen werde ich immer nur aufs Eishockey angesprochen. Wir haben in Huttwil eine richtige Euphorie ausgelöst. Darauf dürfen wir stolz sein.» Diese Euphorie könnte heute ins Unermessliche ansteigen, wenn Daniel Bieri und seine Kollegen den Huttwilern den lang ersehnten Aufstieg schenken würden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1