Pilot-Projekt ist abgestürzt

Bob Jürg Egger hat seine Pläne als Pilot begraben – er macht als Anschieber weiter

Michael Lüthi
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Rückblende: Im Februar stürzt Jürg Egger (28) aus Farnern, im Training der Olympischen Spiele, im Zweier mit Pilot Daniel Schmid schwer. Er entgeht nur knapp dem Rollstuhl – die Spiele in Whistler sind für den Oberaargauer schon vor dem ersten Wettkampf vorbei. Wenige Wochen später: Egger will als Pilot weitermachen. Er hat einen Achtjahresplan erarbeitet mit dem Ziel Olympische Spiele 2018. Ende September begräbt er das Projekt, legt es auf Eis. Gefahren ist er nie. «Es hat mit den Finanzen nicht geklappt, hinzu kamen private Gründe. Ich konnte und wollte es nicht auf mich nehmen, noch acht Jahre weiterzumachen», erklärt Jürg Egger. Er sei schon enttäuscht gewesen, «aber es hat nicht sollen sein». Über die privaten Gründe zu seinem Piloten-Abbruch gibt er sich bedeckt. «Es ist sicher nichts Tragisches.» Im September hätten sich für ihn einige Sachen ergeben – dadurch sei das Projekt gestorben. Er spricht von seiner Gesundheit, die ihm sehr wichtig sei, und von einem Haus.

Karriere geht weiter

Aber das Leben als Bobfahrer geht für Jürg Egger trotzdem weiter. Seit September trainiert er wieder und seit November kann er seine verletzten Halswirbel (die Folgen des Sturzes in Vancouver) wieder voll belasten. Der Oberaargauer wird wieder ins Anschieber-Metier wechseln und ab Januar dem Schlitten von Gregor Baumann den nötigen Schub verleihen.

«Ich konnte doch nicht mit diesem Sturz bei den Olympischen Spielen meine Karriere beenden. Das wäre überhaupt kein guter Abschluss gewesen», sagt Egger. Heute stehen in Magglingen die Leistungstests des Verbandes an. Im Baumann-Vierer ist er bereits gesetzt. Aber Egger möchte auch im kleinen Schlitten hinter Baumann sitzen. Das entscheidet sich eben heute in Magglingen. «Die Chancen stehen gut, dass ich mich gegen die anderen durchsetze.»

Rechnung mit Olympia offen

Jürg Egger wird nun die zweite Saisonhälfte der Bobfahrer im Baumann-Team bestreiten. Dann will er sich entscheiden, wie es weitergehen soll. «Aber», sagt er, «die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi reizen mich schon.» Er habe mit diesem Grossanlass noch eine Rechnung offen. Vorerst aber konzentriert sich der 28-jährige Anschieber auf seine neue Aufgabe hinter Gregor Baumann. Der St.Galler fährt im Weltcup zwar nicht ganz vorne mit, ist aber ein Mann für die Top 10.

Und Eggers Hauptziele für die halbe Saison 2010/11, die ihm noch bleibt. «An den Europa- und Weltmeisterschaften möglichst gut abschneiden.»

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