Für den EHC Olten läuft die Saison bislang ausgezeichnet. Der EHCO ist Leader, hat ein starkes Team beisammen, die Aussichten für die kurz- und mittelfristige Zukunft sind hervorragend. Beim heutigen Gegner Sierre ist die Gemütslage völlig anders. Sportlich haben die Mittelwalliser die Teilnahmen an den Playoffs bereits abgeschrieben.

Die Konzentration gilt dem Kampf neben dem Eis. Sierre musste zum Beginn der Woche seine Bilanz deponieren. Ob der Klub aus der Sonnenstadt die Saison zu Ende spielen kann, steht derzeit noch in den Sternen und ist auch vom Wohlwollen von Walliser Richtern und der Lizenzkommission der Nationalliga abhängig. «Sollte Sierre von der Landkarte verschwinden, wäre das ein grosser Verlust fürs Schweizer Eishockey», sagt EHCO-Geschäftsführer Peter Rötheli, der auch daran erinnert, «dass wir in Olten schon ähnliche Phasen erlebten, wie sie Sierre derzeit durchmachen muss.»

Zur «Mobilmachung» aufgerufen

Mitentscheidend für Sierre dürfte am Sonntag die Partie gegen Langenthal werden. Die Klubverantwortlichen beim HCS riefen zur «Mobilmachung» auf, gewähren dem Publikum Gratiseintritt und wollen so mit einer hohen Zuschauerzahl den zuständigen Richtern beweisen, dass das Interesse am Eishockey in Sierre nach wie vor besteht. «Es liegt im Interesse des EHC Olten und der gesamten NLB, dass Sierre am Leben bleibt. Schliesslich gehören die Sonnenstädter zu den grossen Traditionsklubs der Liga», sagt Rötheli. Ein Ausschluss während einer laufenden Saison würde zudem die Meisterschaft verfälschen und ganz allgemein ein falsches Signal aus der NLB senden, aus einer Liga, die in den letzten Jahren kontinuierliche Fortschritte gemacht habe.

Topmotiviert und konzentriert

Nur nicht unterschätzen

Durch die finanziellen Probleme ist der Sport in Sierre in den Hintergrund gerückt. Die Walliser zieren gemeinsam mit Thurgau das Tabellenende der NLB, die letzten zehn Spiele haben die Sonnenstädter allesamt verloren. Trotzdem sollte der EHCO den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Mit den Kanadiern Derek Cormier und Jeremy Williams, oder den Schweizer Stürmern Thierry Paterlini und Xavier Reber haben die Sonnenstädter durchaus Spieler von hohem NLB-Niveau in ihren Reihen. Ob der ungewissen Zukunft ihres Klubs steht für die Sierre-Akteure einiges auf dem Spiel: «Nur mit guten Leistungen machen sich diese Spieler für einen neuen Klub interessant», erklärt Rötheli.

Als Leader geht der EHCO natürlich trotzdem als klarer Favorit ins Spiel, was auch die beiden deutlichen Siege in den bisherigen Direktduellen im Verlauf dieser Saison belegen. Dem EHCO bietet sich eine günstige Gelegenheit, die Tabellenführung gegen einen angeschlagenen Gegner zu festigen. «Wir erwarten von der Mannschaft denn auch, dass sie topmotiviert und konzentriert ins Spiel steigt. Es darf für unsere Spieler keine Rolle spielen, was derzeit in Sierre passiert», so Rötheli. Für die NLB und fürs Eishockey allgemein ist gleichwohl zu hoffen, dass der heutige Auftritt von Sierre nicht das letzte Gastspiel des HCS im Kleinholz sein wird.