Es ist bislang ein Saisonverlauf wie aus dem Bilderbuch, welchen der EHC Olten in den ersten 19 Pflichtspielen hingelegt hat. Während andere Teams eher mit Trainerwechseln oder der Verpflichtung eines NHL-Spielers auf sich aufmerksam gemacht haben, läuft beim stolzen NLB-Leader alles nach Plan.

Während Olten auswärts sechs von neun Partien gewonnen hat und damit die NLB-Spitze ist, wirkt die Bilanz zu Hause noch eindrücklicher. Im Kleinholz resultierten aus zehn Anläufen das Punktemaximum und ein Torverhältnis von 56:25. Damit stehen die Oltner mit 48 Punkten aus 19 Spielen einsam an der Tabellenspitze und sind der Konkurrenz um zwölf (La Chaux-de-Fonds) und mehr Verlustpunkte enteilt.

Tendenz generell steigend

Dass eine Mannschaft bis zur ersten längeren Pause Anfang November derart punktet und dominiert, ist indes keine Seltenheit. So wies beispielsweise Lausanne zu jenem Zeitpunkt im letzten Jahr nur gerade zwei Verlustpunkte mehr auf, und auch La Chaux-de-Fonds holte vor vier Jahren bis zur Nati-Pause immerhin 45 Punkte aus 19 Spielen.

Ausgeglichen auf hohem Niveau war das Jahr zuvor, als sich die Neuenburger mit Lausanne um die NLB-Herrschaft stritten und mit je 17 Spielen und 42 Punkten ins November-Break stiegen – gleich vielen Verlusttreffern also, wie in dieser Saison der EHCO ausweist.

So erfreulich sich die Momentaufnahme an der NLB-Spitze liest, so sehr ist man beim EHC darauf bedacht, den Puck flach zu halten. «Wir müssen jeden Tag hart weiterarbeiten», sagt Geschäftsführer Peter Rötheli, «dann werden wir auch in Zukunft grosse Freude an der Mannschaft haben.» Dass der Funken längst auf die Zuschauer übergesprungen ist, zeigen die Besucherzahlen dieser Saison.

Mit 1100 Saisonkarten konnte ein Wachstum von 7,5 Prozent verzeichnet werden, und auch insgesamt zeichnet sich, mit einem Schnitt von 3237 Fans, eine Steigerung ab. Gegenüber der letzten Saison liegt man damit zwar noch mit 60 Zuschauern pro Spiel im Minus, die Tendenz zeigt aber klar, anders als zum gleichen Zeitpunkt 2011/12, nach oben. «Das Wichtigste», weiss Rötheli ganz genau, «ist, dass die Zuschauer Freude haben.» Und das schlägt sich auch auf das Budget des NLB-Leaders nieder. Mit rund 3,5 Millionen Franken in die Saison gestartet, dürfte sich die Zahl weiter nach oben und damit zu einem der aufwendigeren NLB-Etats entwickeln.

Elf Spieler mit Vertrag nach 2013

Wie immer in den letzten Jahren wird auch beim EHCO die spielfreie Zeit für erste ernsthafte Vertragsverhandlungen genutzt. Er hoffe, bis spätestens Ende November gewisse Verträge verlängern zu können, so Peter Rötheli. «Gewissen Spielern ist es wohler, wenn man frühzeitig mit ihnen zusammensitzt, andere wiederum brauchen den Druck, sich im Verlauf der Saison für ein weiteres Engagement aufzudrängen.» Dabei gelte es, Verträge mit jenen Spielern zu verlängern, welche man unbedingt behalten wolle, andererseits aber auch Plätze offen zu halten für allfällige Transfers.

Die Tendenz der letzten Jahre zeigte, dass immer früher mit dem Anpreisen von Spielern begonnen wird. «Schon im Oktober kommen erste Agenten von Spielern auf uns zu, deren Verträge auslaufen», so Rötheli. Und die bringe es denn auch mit sich, dass man bereits kurz nach Saisonbeginn mit einigen Spielern zusammensitzen und die Vertragssituation diskutieren müsse. Wenn die Mannschaft so weitermache, gebe es hingegen nicht gross Grund, etwas am Kader zu ändern.

Und doch gibt es so viel zu diskutieren und verhandeln wie schon lange nicht mehr beim EHC Olten. Die Verträge von Tobler, Kropf, Grassi, Annen, Sertich, Hirt, Marcon, Marolf, Haldimann und Aeschlimann laufen Ende Saison aus und auch Fretter, Steiner, Lorenz, Vogt, Schild und Studer sind mit einer Option (noch) nicht definitiv weiter an den Verein gebunden.