Eishockey
Paul Di Pietro spielt bereits in Sierre für den EHC Olten

Der 42-jährige Stanley-Cup-Sieger Paul Di Pietro ist erst seit gestern Donnerstag spielberechtigt. Schon heute heute tritt er in der Grabenhalle von Sierre zum ersten Mal für den NLB-Leader an.

Michael Forster
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Paul Di Pietro will wieder auf dem Eis für Stimmung sorgen.

Paul Di Pietro will wieder auf dem Eis für Stimmung sorgen.

Keystone

Der zweite Auftritt der Oltner im Wallis binnen 48 Stunden wird, aus verschiedenen Perspektiven, ein ganz spezieller werden. Für die Gäste, aber auch die Gastgeber, welche sich noch immer in akuter finanzieller Schieflage befinden. Am nächsten Montag, 7. Januar, müssen die Unterwalliser beim Richter antraben. «Wir hoffen auf eine Fristverlängerung», sagt Pressechef Christian Zuber, auf mehr Zeit also, um den finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Das betrifft vor allem nicht bezahlte Sozialkosten im Umfang von 370000 Franken aus den letzten gut drei Jahren – wobei der Verein offenbar noch über eine Garantie des alten Verwaltungsrates über 180000 Franken verfügt. Beim HCS gibt man sich vorsichtig optimistisch, dass man, vorerst einmal, zumindest die laufende Saison zu Ende spielen kann.

Die Motivation sei immer noch da, alles zu machen, dass der Club weiterlebe, sagt Sierre-Präsident Silvio Caldelari. Allerdings stehe für ihn, vor allem aber für die Fans, ganz klar das heutige Spiel gegen den EHCO im Vordergrund. «Cormier kehrt nach Sierre zurück, dazu die mehr als 300 auswärtigen Fans: Das ist schon sehr speziell!» Im Wallis hat man den Ernst der Lage erkannt, so haben sich bereits weit über 200 Personen für den Unterstützungsabend vom 11. Januar angemeldet. Und natürlich kommt da auch der finanzielle Zustupf aus Olten gerade recht: Vor dem Spiel wird dem HC Sierre nämlich der Check über 6464 Franken überreicht, eine Summe, welche beim letzten Gastspiel des HCS in Olten mit einer Solidaritätsaktion zusammengetragen wurde.

Caldelari zeigt sich tief berührt vom Engagement des heutigen Gegners: «Was Olten für Sierre gemacht hat, das ist sehr, sehr selten. Eine solche Freundschaft, das habe ich noch nie gesehen.» Damit die Übergabe in einem entsprechenden Rahmen über die Bühne gehen kann, reisen 420 EHCO-Fans zum zweiten Auswärtsauftritt ihrer Mannschaft im 2013 – sämtliche neun Cars sind damit ausgebucht.

Offerte abgelehnt

Nicht miterleben wird den speziellen Auftritt des EHCO Gian-Marco Crameri. Der 40-jährige Bündner ist wieder nach St.Moritz zurückgekehrt: «Er hat unsere Offerte, bis Saisonende als Assistenztrainer zu arbeiten und im Nachwuchs gewisse Ämtchen zu übernehmen, nicht angenommen», informierte Peter Rötheli gestern Donnerstag. So werde man bezüglich Nachwuchs weiter diverse Kandidaten prüfen, und auch die Suche nach einem Assistenten für Scott Beattie geht damit weiter. «Für ihn ist es allerdings dringender, Rollenspieler nach Olten zu holen und die Kadergrösse auszubauen», so der EHCO-Geschäftsführer weiter. «Wir sind eher eine zu brave Mannschaft und verfügen über relativ wenig Erfahrung – praktisch keiner der Spieler hat bislang etwas Grosses gewonnen.»

Mit der Verpflichtung von Paul Di Pietro werden letztere beiden Defizite zumindest abgeschwächt. «Wir müssen unser Kader so ergänzen, damit wir gestärkt in die entscheidende Phase steigen können», formuliert es Rötheli, zudem sei der 42-jährige Hockeyschweizer vor allem auch ein sehr guter Powerplay-Spieler. Eine Verstärkung muss aber auch in der Verteidigung her. Rötheli: «Wir sind daran, in den nächsten Tagen einen Spieler präsentieren zu können, der in diesem Bereich gewisse Rollen übernehmen kann.»