Mit breiter Brust gehen die Lakers nicht in die Playoffs. Von den letzten sechs Spielen gewannen sie nur drei und kassierten gegen Ajoie (1:6) und Hockey Thurgau (2:7) zwei empfindliche Niederlagen. Der vierte Quali-Rang wird den Ansprüchen nicht gerecht. Das Team von Trainer Jeff Tomlinson muss sich gewaltig steigern, wenn es das erklärte Saisonziel, mindestens die Finalteilnahme, erreichen will.

«Es gab zuletzt Spiele, in denen ich dachte, dass in den Playoffs auf beide Seiten alles möglich ist – dass wir weit kommen werden, aber auch, dass die Saison schnell vorbei sein kann», sagt Markus Bütler, der Geschäftsführer der SCRJ Lakers. Zwiespältigkeit vermittelte auch die Mannschaft. Während der gesamten Qualifikation fand sie die Konstanz nicht.

In der vergangenen Saison war dies anders: Damals bekundeten die Lakers als NLA-Absteiger Anfangsschwierigkeiten. Mit dem Vorsprung, den sie durch die Qualität ihres Kaders auf die Konkurrenz hatten, entschieden sie die Qualifikation aber für sich und wurden erst im Play-off-Final vom entfesselten HC Ajoie gestoppt. Danach kam es zu zwölf Abgängen (gegenüber zehn Zuzügen), darunter Roman Schlagenhauf, Raphael Kuonen und Valentin Lüthi, die alle in die NLA wechselten.

Bemerkbarer Substanzverlust

Der Substanzverlust, der sich auf dem Papier abzeichnete, bewahrheitete sich auf dem Eis. Insbesondere Center Schlagenhauf war nicht zu ersetzen, auch nicht als Anführer in der Garderobe. Jeff Tomlinson, der seit Sommer 2015 Lakers-Trainer ist, erklärt einen weiteren Aspekt, den die Wechsel mit sich brachten: «Der Charakter des Teams hat sich gegenüber letzter Saison verändert. Diese Gruppe gibt sich schnell zufrieden.»

Lakers-Coach Jeff Tomlinson

Lakers-Coach Jeff Tomlinson

Häufig scheinen sich die Lakers auch schnell aufzugeben. Letzte Saison drehten sie immer wieder Spiele. In der laufenden Meisterschaft sind ihnen solche Comebacks kaum je gelungen. Weil sie zudem pro Partie 0,6 Gegentore (im Schnitt 2,9) mehr kassierten als in der Vorsaison, sind die Rapperswiler ins NLB-Mittelmass abgerutscht.

Dies beschert ihnen schon in den Viertelfinals ein Playoff-Duell gegen den EHC Olten. «Olten schaltet gut von Verteidigung auf Angriff um», lobt Tomlinson den Gegner. «Wir müssen darum Puckverluste im eigenen Drittel und in der Mittelzone vermeiden. Gelingt uns dies, sind wir im Vorteil», ist der Deutschkanadier überzeugt.

Die Serie gegen Olten wird darüber entscheiden, ob sich für die Lakers eine durchzogene Saison, doch noch zu einer erfreulichen entwickeln kann. «Ein Ausscheiden im Viertelfinal wäre automatisch ein grosser Misserfolg», drückt es SCRJ-Geschäftsführer Markus Bütler aus.

Tatsächlich wäre ein schnelles Out inakzeptabel. Es würde nicht in die Vorwärtsstrategie der Lakers passen. Von 1994 bis 2015 waren sie ein NLA-Klub. Zu einem solchen wollen sie möglichst schnell wieder werden. Ende Januar verkündete der Verwaltungsrat, dass die Rückkehr in die NLA bis im Frühling 2018 angestrebt wird.

Das Budget für die kommende Saison soll deshalb um 2 Millionen auf rund 8,5 Millionen Franken erhöht werden, sollen die zusätzlichen Mittel hauptsächlich der ersten Mannschaft zugutekommen.

Noch viel lieber würden sich die Verantwortlichen am Oberen Zürichsee schon in zwei Monaten an die Zusammenstellung eines NLA-Teams machen. Sie sind sich bewusst, dass der Wiederaufstieg mit jeder Saison mehr in der NLB schwieriger wird.