Oltner Velo-Klassiker
Trotz starker Schweizer: Deutsche Festspiele bei der 46. Austragung des Grossen Preises von Olten

Trotz schlechten Wetters fanden die Velorennen in Olten dieses Jahr wieder statt. Dabei zeigten vor allem die deutschen Fahrer ihre Stärke.

Nicolas Blust
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Nach einem Jahr Unterbruch konnte dieses Jahr die 46. Austragung des GP Olten planmässig stattfinden.
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Mehrere hundert Zuschauer liessen sich das Spektakel nicht entgehen.
Es wurden vier Rennen in den Kategorien Herren Elite/Amateure, Frauen Elite, Herren U19 und Herren U17 ausgtragen.
Dabei mussten die Fahrer zahlreiche Runden auf dem 800m langen Rundkurs um das Bifangschulhaus absolviert werden.
Zahlreiche Streckenposten sorgten dafür, dass die Fahrerinnen und Fahrer freie Bahn hatten.
Das Team des RSC Kempten dominierte das Rennen der Herren Elite über weite Strecken.
Die Elite der Herren musste 100 Runden absolvieren.
Zahlreiche Attacken schlugen fehl, sodass das Rennen im Massensprint endete.
Ok-Mitglied Roman Wiederkehr griff wenige Runden vor Schluss an.
Doch auch er wurde zwei Runden vor Schluss gestellt. Trotzdem konnte er über die volle Distanz mit den restlichen Fahrern mithalten.
Der Zielsprint änderte nichts mehr an der Schlussrangliste. Der Sieger, Chris Schmieg, sorgte bereits bei den zahlreichen Zwischensprint für die Vorentscheidung.
Das Siegerpodest der Herren-Elite: 1) Chris Schmieg, 2) Francesco Vergobbi, 3) Dario Rapps.
Das Siegerbild bei den Frauen: 1) Katharinba Fox, 2) Fabienne Buri und 3) Sandra Weiss.

Nach einem Jahr Unterbruch konnte dieses Jahr die 46. Austragung des GP Olten planmässig stattfinden.

Patrick Luethy

Nachdem der GP Olten vergangenes Jahr coronabedingt abgesagt werden musste, wurden dieses Jahr wieder die legendären hundert Runden um das Bifangschulhaus ausgefahren. Lange hatte Petrus kein Erbarmen mit den Fahrerinnen und Fahrern des GP Olten. Der Regen verwandelte die Strassenmarkierungen in eine seifige Unterlage. Das Sturzrisiko wurde damit deutlich erhöht. Doch dann zeigte der Wettergott doch noch Erbarmen.

Pünktlich auf das Rennen der Herren-Elite lichtete sich der Himmel, und bereits wenige Runden nach dem Start war der Rundkurs beinahe wieder ganz abgetrocknet. Ja, mehr noch, während der letzten Runden durften sich die Fahrer wie auch die Zuschauer sogar noch über vereinzelte Sonnenstrahlen freuen.

Hektischer Start mit zahlreichen Angriffen

Doch bereits zuvor wurde den mehreren hundert Zuschauern ordentlich eingeheizt. Denn das Elite-Rennen der Herren bot ab der ersten Runde Spektakel. Mit dem Startschuss gingen die ersten Fahrer in die Offensive. Alex Vogel von der Swiss Racing Academy und Nico Tambarikas von Knipp Cycling Schärgarten Racing testeten gleich, wie aufmerksam die übrigen Fahrer beim Rennstart schon sind. Doch bereits in den ersten Runden zeigte der RSC Kempten, dass sie das Rennen kontrollieren wollten. Weniger als eine Runde konnte sich das Duo Vogel/Tambarakis vor dem Feld halten, ehe die Lücke vom Feld wieder geschlossen wurde.

In der Folge bissen sich zahlreiche Fahrer am Tempodiktat des RSC Kempten ihre Zähne aus. Bereits einige Fahrer mussten abreissen lassen. Für sie war das Rennen bereits nach wenigen Runden wieder zu Ende. Pünktlich zur ersten Sprintwertung, die alle zehn Runden bei Start und Ziel ausgetragen wurde, platzierte sich Chris Schmieg aus Deutschland in den vordersten Positionen. Und seinem Antritt konnte niemand widerstehen. Eindrücklich setzte er sich gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich die ersten sechs Punkte. Es sollten nicht die letzten bleiben an diesem Nachmittag. Denn Schmiegs Team kontrollierte das Rennen über weite Strecken und platzierte den deutschen Sprinter vor den Sprintwertungen jeweils vorbildlich. Am Ende konnte Chris Schmieg sieben von neun Zwischensprints für sich entscheiden, wobei er beim sechsten Zwischensprint von einem Defekt am Hinterrad ausgebremst wurde.

Doch die übrigen Fahrer wollten sich dem Tempodiktat des RSC Kempten nicht einfach beugen. Vor allem die Swiss Racing Academy versuchte mit zahlreichen Attacken, die Deutschen auszubremsen. Es konnte sich jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Gruppe mehr als knapp zehn Sekunden vom Feld absetzen. So kam es, wie es kommen musste, und eine rund dreissigköpfige Gruppe sprintete geschlossen dem Zielstrich entgegen.

Zielsprint ändert nichts mehr in der Schlusswertung

Der Zielsprint wurde von Andreas Meyer gewonnen, ebenfalls ein Fahrer des Teams aus Kempten. Da Meyers Teamkollege Chris Schmieg jedoch die meisten Punkte bei den Zwischensprints herausfuhr, durfte er sich schliesslich als Sieger der 46. Austragung des GP Olten küren. Mit einer unglaublichen Gesamtpunktzahl von 42 Punkten verwies er den Italiener Francesco Vergobbi mit 28 Punkten und seinen Teamkollegen Dario Rapps mit 26 Punkten auf die Ränge zwei und drei. Für den ersten Platz beim Zwischensprint gab es sechs Punkte, für die weiteren Fahrer vier, drei, zwei und einen.

Damit reiht sich Schmieg ein in die hochklassige Liste der Gewinner des Grossen Preises von Olten. Die letzte Austragung im Jahr 2019 gewann Mauro Schmid, der sich dieses Jahr über einen Etappensieg am Giro d’Italia, der zweitgrössten Landesrundfahrt, freuen durfte. Dass Schmieg in den kommenden Jahren einen ähnlichen Werdegang hinlegt, darf jedoch bezweifelt werden. Im Vergleich zu Schmid zählt er mit seinem Alter von 31 Jahren nicht mehr zu den Talenten, die eine grosse Zukunft vor sich haben.

OK-Mitglied hält bis am Schluss mit den Besten mit

Für die sportliche Überraschung sorgte Roman Wiederkehr. Das OK-Mitglied und der Finanzchef des GP Olten fuhr beim Elite-Rennen mit, und wie. Bis am Schluss konnte er mit den besten Fahrern mithalten. Auf den Schlussrunden setzte er sogar noch zum Angriff an und hielt das Feld aus Distanz. Damit wurde ihm dann auch der inoffizielle Sympathie-Preis vergeben. Über drei Runden konnte er seine Widersacher hinter sich lassen, ehe er zwei Runden vor Schluss eingeholt wurde.

Resultate des 46. GP Olten im Überblick:

Herren Elite/Amateur:

 1. Platz Chris Schmieg (GER, 42 Punkte), 2. Francesco Vergobbi (ITA, 28), 3. Dario Rapps (GER, 26), 4. Manuel Zobrist (SUI, 19), 5. Ruben Eggenberg (SUI, 16), 6. Andreas Mayr (GER, 14), 7. Antoine Aebi (SUI, 6), 8. Davide Aldegheri (ITA, 6), 9. Raphael Clemenico (SUI, 6), 10. Marcel Weber (GER, 4).

Frauen Elite:

1. Platz Katharina Fox (GER, 32 Punkte), 2. Fabienne Buri (SUI, 28), 3. Sandra Weiss (SUI, 23), 4. Lydia Venther (GER, 18), 5. Michelle Starke (SUI, 17), 6. Frances Janse van Rensburg (RSA, 16), 7. Helena Bieber (GER, 8), 8. Lara Krähenmann (SUI, 8), 9. Désirée Ehrler (SUI, 8), 10. Nicole Suter (SUI, 6).

Herren Elite/Amateur:

Herren U19:

1. Platz Yanis Eric Markwalder (SUI, 58 Punkte), 2. Matteo Constant (SUI, 24), 3. Micha Plüss (SUI, 20), 4. Emanuel Wüthrich (SUI, 20), 5. Jonas Müller (SUI, 16), 6. Miro Schmid (SUI, 8), 7. Andre Kurmann (SUI, 7), 8. Tim Rey (SUI, 6), 9. Armin Thalmann (SUI, 4), 10. Joel Tinner (SUI, 3).

Herren U17:

1. Platz Victor Benareau (FRA, 66 Punkte), 2. Nicolas Halter (SUI, 31), 3. Leandro Schleuniger (SUI, 29), 4. Francesco Caruso (SUI, 27), 5. Florian Hochuli (SUI, 10).

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