Cupfinals
Oltner Stadthalle soll zum Hexenkessel für Handballfans werden

Am Wochenende werden in der Oltner Stadthalle die nächsten Cupsieger gekürt. Der HV Olten scheut keinen Aufwand, damit daraus ein grosses Handballfest wird. Rund 160 Helfer werden für das Wohl der Zuschauer sorgen.

Raphael Wermelinger
Drucken
Teilen
Beim HV Olten hofft man, dass heuer trotz Ferienzeit pro Tag 200 Zuschauer mehr in die Stadthalle pilgern als noch 2015

Beim HV Olten hofft man, dass heuer trotz Ferienzeit pro Tag 200 Zuschauer mehr in die Stadthalle pilgern als noch 2015

Remo Fröhlicher

Der HV Olten organisiert am Wochenende nach 2013 und 2015 zum dritten Mal das «Final4» in der Stadthalle. Gesucht werden die Cupsieger 2017. Bei den Männern heissen die Halbfinal-Paarungen vom Samstag TV Endingen gegen GC Amicitia Zürich (15:00) sowie Wacker Thun gegen Kadetten Schaffhausen (19:15). Bei den Frauen kämpfen die Spono Eagles gegen Rotweiss Thun (13:00) und der LK Zug gegen den LC Brühl (17:15) um den Einzug in den Cupfinal vom Sonntag.

Wieso führt der HV Olten überhaupt das «Final4» für die grossen Klubs im Schweizer Handball durch? Diese Frage sei berechtigt, sagt Jana Wyss, die im Organisationskomitee für die Bereiche Werbung und Medien verantwortlich ist. Denn der Aufwand für die Durchführung des zweitägigen Anlasses sei immens. «Doch wir sind stolz, dass wir dieses Handball-Fest bereits zum dritten Mal organisieren dürfen», überwiegt beim OK die Freude. Die Gründe, weshalb sich dies für den HVO lohne: Das «Final4» beschere dem HV Olten und der Stadt in erster Linie eine nationale Aufmerksamkeit. Dies sei wichtig für den Erstligisten, der in der Meisterschaft nicht bei den ganz Grossen dabei ist und sich selten so gut präsentieren könne. «Ausserdem bringt uns der Anlass natürlich auch finanziell etwas», fügt Wyss an. Das Budget für das Handball-Spektakel beträgt rund 120 000 Franken.

Das sind die «Oltner» am «Final4»

Laura Ussia
LC Brühl. – 01.09.1992. – Kreisläuferin. – zwischen 2007 und 2009 in der SG Olten/Zofingen (U19 inter).

Ivana Ravlic
LK Zug. – 27.05.1992. – Rückraum Mitte. – beim HV Olten 2003 bis 2005 (U15), 2005 bis 2007 (U27 inter), Saison 2007/08 (1. Liga), bei Zofingen/Olten 2008 bis 2010 (NLA, NLB).

Lisa Frey
Spono Eagles. – 16.02.1995. – Rückraum Mitte. – zwischen 2007 und 2010 in der SG Olten/Zofingen (U19 inter), beim HV Olten in der Saison 2009/10 (1. Liga).

Tano Baumann
TV Endingen. – 10.10.1997. – Flügel links. – beim HV Olten in den Saisons 2014/15 und 2015/16 (1. Liga).

Nicolas Suter
GC Amicitia Zürich. – 01.12.1994. – Rückraum links. – beim HV Olten in den Saisons 2011/12 und 2012/13 (1. Liga).

Philipp Wildi
TV Endingen. – 03.06.1995. – Flügel rechts. – zwischen 2012 und 2015 beim HV Olten (1. Liga).

Dimitrij Küttel
Kadetten Schaffhausen. – 18.02.1994. – Rückraum rechts. – in der Saison 2011/12 beim HV Olten (1. Liga).

Früher Termin

Seit knapp einem halben Jahr sei ein 20-köpfiges OK-Team mit der Organisation des «Final4» beschäftigt, gibt Jana Wyss weiter Auskunft. «Am Anlass selbst werden rund 160 Helfer vom HV Olten und dem näheren Umfeld des Vereins im Einsatz stehen. Hier zeigt sich wieder einmal, dass der HVO eine grosse Familie ist. Jeder hilft mit.» Übermorgen Freitag wird in und um die Stadthalle herum alles vorbereitet. Beim Aufbau geht der Zivilschutz dem HVO zur Hand. Das Problem in diesem Jahr: Der EHC Olten trägt am Freitag ein Heimspiel aus, wodurch es im Kleinholz zu Engpässen kommen könnte. Dies ist nicht die einzige Schwierigkeit, die das OK bei der diesjährigen Austragung zu bewältigen hat.

Aufgrund des dicht gedrängten Spielplans findet das «Final4» heuer viel früher statt. 2013 wars noch im April, 2015 erst im Mai. «Es ist halt deutlich kälter als bei den letzten beiden Malen», bringt Wyss das Problem auf den Punkt. Deshalb wurde auch das Catering an die Wintertemperaturen angepasst. Es gibt Suppe, «Chäsbrägu» und Grilladen. Holzhütten, zusätzliche Unterstände und Feuerschalen sollen dabei für das passende Ambiente sorgen und die Besucher warmhalten. 120 Kilogramm Pommes, 700 Bratwürste, 600 Hotdogs, 60 Liter Gulaschsuppe und 70 Kilogramm Raclette-Käse wurden bestellt. Dazu 900 Liter Bier. Das OK-Team hofft, dass pro Tag 1550 Zuschauer die Stadthalle in einen wahren Hexenkessel verwandeln werden. Vor zwei Jahren waren am Samstag und Sonntag jeweils knapp 1350 Zuschauer dabei.

Offene Ausgangslage bei Frauen

Jana Wyss, die schon für Zofingen in der NLA auflief und aktuell für das Fanionteam des HV Olten auf Torejagd geht, wagt eine Prognose zum Ausgang des «Final4». Bei den Männern sieht sie das Duell Thun gegen Schaffhausen als vorgezogenes Endspiel. Die Munotstädter sind aktuell das beste Team der Schweiz, die Thuner das viertbeste. Der Sieger des anderen Halbfinals zwischen dem TV Endingen, «dem Exoten aus der NLB», und GC Amicitia Zürich, das jüngst den Einzug in die NLA-Finalrunde verpasste, werde es sehr schwer haben im Final.

Bei den Frauen haben es die vier Teams in die Halbfinals geschafft, die auch in der NLA-Meisterschaft den Ton angeben. «Spono Nottwil ist gegen Thun leicht im Vorteil», mutmasst Wyss. «Brühl gegen Zug wird ein absolut ausgeglichenes Match. Ich denke, dass sich Brühl durchsetzt und in den Final einzieht.» Für das Endspiel sieht Wyss die Spono Nottwil Eagles, den amtierenden Meister aktuellen Tabellenführer der NLA, in der Favoritenrolle. Tickets für das Handball-Spektakel sind sowohl online als auch an der Tageskasse noch zu haben. Der Eintritt für einen Tag beträgt knapp 15 Franken, einen Zweitagespass gibt es für 20 Franken.

Aktuelle Nachrichten