Seit 1995 schiessen die Luftgewehrschützen Olten in der NLA. Fünfmal gewann das Olten- Oktett während dieser Zeit den Meistertitel. Letztmals indes vor neun Jahren. Daneben klassierten sich die treffsicheren Dreitannenstädter elfmal auf dem zweiten und viermal auf dem dritten Rang. Mit den Zuzügen von Trumpf-Buur Jan Lochbihler und Trumpf-Dame Diana Zwald (Gerlafingen) hoffen die Oltner heuer wieder einmal auf den grossen Stich. Auf den Meistertitel also. «Ein Wechsel stand schon lange zur Diskussion – aber irgendwie habe ich mich bis jetzt nicht dafürgehalten», sagt Lochbihler. Bis dato bestritt der Junioren-Europameister und amtierende Elite-Schweizer-Meister im Dreistellungsmatch die Mannschaftsmeisterschaft mit seiner Heimattruppe Balsthal in der 1. Liga. «Man hat da so viel für mich gemacht, dass es mir schwerfiel, mich Richtung Olten zu verabschieden.» Verabschieden in Anführungszeichen notabene – bei Olten hat Lochbihler eine A-Lizenz – mit B-Lizenz trainieren und alles andere macht er weiterhin in Balsthal.

Es fliesst kein Geld

Natürlich hatten seine einheimischen Freunde nicht überschwänglich Freude am Abgang ihres Meisterschützen – schliesslich gibt es im Schiessen keine Transfersummen. Ansonsten sähe die Sache wohl anders aus – dann hätten die Balsthaler so was wie einen Korn- und Kimme-Messi rausgebracht und sich für die Transfersumme ein Schützen-Schlösschen statt -Häuschen finanzieren können. So aber: «Nein», sagt Jan Lochbihler, «es fliesst nirgends Geld bei uns. Auch ich bekomme nichts dafür, dass ich jetzt für Olten schiesse.»

Spitzenresultate werden erwartet

Es sei halt die Suche nach einer neuen Herausforderung gewesen, die ihn letztlich den Schritt zur NLA-Truppe habe machen lassen. Für ihn nebst Aussicht auf Ruhm und Ehre allerdings auch eine Art Trainingscamp punkto Umgang mit Druck. Schliesslich erwartet man von einem Topmann wie Lochbihler in Olten Spitzenresultate: «Wenn diese kommen, ist die Anerkennung sicher höher als bei einem Erstligaklub, wo es letztlich nicht so eine riesige Rolle spielt, ob man auf seinem Toplevel schiesst oder nicht», meint der 21-Jährige aus Holderbank. Bei einem Favoriten auf den Meistertitel freilich sind auch die Erwartungen an sich selbst bei jedem Schuss hoch und haben so einen wertvollen Trainingseffekt. Schliesslich gilt der Rookie-Kader-Schütze als grosser Hoffnungsträger im Schweizer Schiesssport.

Mit Weltcup-Final-Reputation

Dass er mit dem Luftgewehr genauso gut umgehen kann wie mit dem Kleinkaliber-Gerät, hat Lochbihler schon zig Mal bewiesen. Heuer unter anderem mit seiner ersten Finalteilnahme an einem Weltcup, und zwar in Fort Benning – einer Basis der US-Army südwestlich von Columbus also. «Das war neben meinem ersten Meistertitel der Höhepunkt der letzten Saison für mich», sagt der Anwärter auf Olympia 2016 in Rio.

Nun, an einem Final um den Titel des Mannschaftsmeisters mit dem Luftgewehr war Jan Lochbihler in seiner Karriere noch nie mit von der Partie. «Keine Ahnung, wie es da zu- und hergeht», sagt er. Seine neuen Oltner Teamkollegen haben gewiss grosse Lust, es ihm zu zeigen. Dafür müssen die Solothurner freilich noch etwas Gas geben. Die erste Runde gegen Vizemeister Tafers ging nämlich verloren – trotz des Spitzenresultats von Jan Lochbihler von 198 Punkten.