In der vergangenen Meisterschaft hatten die Oltner den Aufstieg in die NLA noch knapp verpasst. Nachdem sie in der Qualifikation sämtliche Spiele gewonnen hatten, verloren sie die entscheidenden beiden Aufstiegsspiele und verblieben somit in der zweithöchsten Liga.

Heuer liefs besser. Diesmal stimmte die Tagesform auch in der Promotionsrunde und die Oltner schafften nach zweijähriger Abwesenheit die Rückkehr in die NLA.

Olten dominierte die Qualifikation

Wie schon im Vorjahr marschierten die Oltner in der Qualifikation der NLB-Westgruppe von Sieg zu Sieg. Mit dem Punktemaximum aus 16 Meisterschaftsspielen schnappten sich die Dreitannenstädter souverän den Gruppensieg. Am Ende betrug Oltens Vorsprung auf den ersten Verfolger Neuendorf stolze acht Punkte. Olten stand also bereits mehrere Runden vor dem Ende der Quali als Teilnehmer an den Aufstiegsspielen fest. 

Die Aufstiegsgelüste seien dennoch sehr spontan aufgekommen, gibt FBO-Spieler Marco Campigotto Auskunft: «Am Abend vor den Aufstiegsspielen hatten wir noch kein genaues Ziel definiert. Erst wenige Stunden vor den Partien haben wir im Chat miteinander diskutiert und kamen zum Schluss, dass wir rauf in die NLA wollen.»

Mit zwei 3:2-Siegen in die NLA

Im ersten der zwei Auf-/Abstiegsspiele wartete mit Vordemwald die zweitschlechteste Mannschaft aus der NLA auf Olten. «Während des Spiels haben wir gemerkt, dass wir sehr gute Chancen haben, wenn wir konstant spielen», so Campigotto. «Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel auf hohem Niveau mit beidseits schönen Aktionen.» Olten legte nach Sätzen zweimal vor, Vordemwald konnte aber jeweils wieder ausgleichen. Schliesslich sicherte sich Olten mit einem 11:7 im fünften Satz den wegweisenden Startsieg in dieser Dreier-Poule.

Auch das zweite Spiel der Oltner gegen Oberwinterthur, den Vertreter der NLB-Ostgruppe, ging über fünf Sätze. Das grösste Problem für die Oltner waren die veränderten Verhältnisse. «Der Rasen war nach dem ersten Spiel mittlerweile ziemlich feucht geworden, daraus resultierte ein ganz anderes Spiel.»

Darauf musste sich sein Team zuerst einstellen. Wieder gaben die Oltner zweimal einen Vorsprung nach Sätzen aus der Hand, der fünfte Durchgang wurde mit 11:4 aber zur klaren Sache für Faustball Olten. «Wir hatten schon während der Qualifikation in engen Spielen immer den längeren Atem gezeigt, das gab uns Selbstvertrauen», nennt Campigotto einen Faktor für den Aufstieg und fügt sogleich an: «Gegen Winterthur haben uns vor allem die Routiniers Thomas Gysin und Stephan Gugerli im Spiel gehalten. Gysin mit seinen Service-Punkten, Gugerli hat die Defensive zusammengehalten.»

Grosse Aufstiegssause kommt noch

18 Spiele, 18 Siege: Olten zeigte eine perfekte Saison und krönte diese am Dienstag mit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse der Schweiz.«Gemessen an den Resultaten, die wir in den letzten zwei Jahren gezeigt haben, sind wir jetzt sicher dort, wo wir hingehören», freut sich Mittelmann Marco Campigotto. Ausgiebig gefeiert wurde der Aufstieg am Mittwochabend in Vordemwald vom Oltner Team indes noch nicht. «Wir haben einige Spieler aus den Regionen Aargau und Basel in der Mannschaft, die mussten auf den Zug», lacht der 25-Jährige. «Zum Anstossen hat die Zeit aber schon gereicht, die grosse Aufstiegsfeier holen wir dann sicher nach.»

Da der Niveau-Unterschied zwischen der NLB und der NLA sehr gross sei, werden sich die Oltner auf die kommende Saison hin womöglich verstärken müssen. «Zuzüge sind auf jeden Fall ein Thema», sagt Campigotto, «zuerst müssen wir mal schauen, wer wirklich mitziehen will in der NLA. Dann müssen wir vielleicht reagieren.» Er ortet insbesondere in der Verteidigung noch Verbesserungspotenzial.

Nicht nur das Niveau sei in der NLA deutlich höher, sondern auch der Aufwand für die Teams. So warten auf die Oltner in der nächsten Saison längere Anfahrtswege zu den Auswärtsspielen und mehr Trainingseinheiten, um in der obersten Spielklasse konkurrenzfähig zu sein. Auch das Ziel wird von Anfang an feststehen. «Das primäre Ziel wird der Nichtabstieg sein», weiss Marco Campigotto jetzt schon.