Eishockey NLB
Oltens Traum-Serie ist nach 14 Siegen gegen Martigny gerissen

Nach zwei Dritteln führten die Oltner im Wallis noch mit 2:1, ehe der NLB-Leader ein rabenschwarzes Schlussdrittel erlebte und fünf Tore kassierte. Am Ende setzte es eine 2:6-Klatsche für die Solothurner ab.

Michael Forster
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Lange Gesichter auf der Oltner Bank um Trainer Scott Beattie.

Lange Gesichter auf der Oltner Bank um Trainer Scott Beattie.

KEYSTONE

Dass der EHC Olten, nach zuletzt 14 siegreich absolvierten Partien, irgendwann wieder als Verlierer vom Eis gehen würde, war klar. Dass es den souveränen Leader in Martigny erwischen würde, das war beileibe kein unwahrscheinliches Szenario. Nicht nur, weil die Oltner bereits den ersten Vergleich in der Patinoire du Forum verloren hatten, sondern, weil Martigny grundsätzlich als heimstark gilt. Hätten die Gäste hingegen eine ähnliche Effizienz an den Tag gelegt, wie bei nicht wenigen ihrer letzten Auftritte, so hätte es kaum eine 2:6-Niederlage abgesetzt.

Spielerisch überlegen

Denn das Spiel gegen den Tabellenvierten gestaltete sich in den ersten beiden Abschnitten in etwa so, wie die Oltner bereits ihre letzten Auftritte angegangen waren. Spielerisch überlegen, hielten sie Red Ice auf Distanz und kontrollierten den Umkreis ihres Slots relativ sicher. Wenn Rotweiss gefährlich wurde, dann mit Schüssen aus (zu) spitzem Winkel. Captain Knöpfli feuerte zwar in der 10. Minute den ersten wirklichen Warnschuss auf Thomas Bäumle ab, in Führung gingen aber nach 16 Minuten die Gäste.

Mit 2:0 in Front

Lange lief in der doppelten Überzahl nicht viel zusammen, da fasste sich Parati ein Herz und knallte die Scheibe zum 1:0 in die Maschen. Es war ein relativ guter Lohn für die ersten 20 Minuten, und kaum hatten die Unparteiischen das Spiel nach der Pause wieder freigegeben, setzte Topskorer Wiebe mit seinem erfolgreichen Solo noch einen obendrauf. Le Coultre konnte den Puck im Drittel der Oltner nicht unter Kontrolle bringen, was es Hirt erlaubte, den Konter zum 0:2 einzuleiten.

Viele Chancen, keine Tore mehr

Es war, und das hätten zu diesem Zeitpunkt wohl nicht viele für möglich gehalten, der letzte Treffer der Gäste an diesem Abend. Nicht, dass sich der EHCO in der Folge keine Möglichkeiten mehr erarbeitet hätte, im Gegenteil. So vergab Wüst die Offensichtlichste in der 36. Minute, als er mit seinem Penalty an Todeschini scheiterte. Die Spiel entscheidende Szene war das wohl nicht, viel eher könnte diese dem Anschlusstreffer drei Minuten zuvor zugesprochen werden. Zuerst liess Head Barcelo (ansonsten ein umsichtiger Spielleiter) eine wohl nicht ganz lupenreine Intervention Marolfs unbestraft, dann übersah er einen klaren, relativ gefährlichen Check von hinten an Schwarzenbach. So kam Sutter, aus der praktisch gleichen Position wie zuvor Parati, zum 1:2-Anschlusstreffer.

Powerplay als Schwäche

Die Kompensation für den ausgebliebenen Pfiff folgte zwar bereits in der nächsten Szene nach einem eher fragwürdigen Beinstellen von Rimann, doch das deckte gleichzeitig die grösste Schwäche der Gäste am gestrigen Abend auf: das Powerplay. Hätte nicht Parati aus der Distanz zum 1:0 getroffen, die Gäste wären ohne Zählbares aus total neun Möglichkeiten hervorgegangen. Selbst dann, als ihnen die Einheimischen eine zweite, beinahe zweiminütige doppelte Überzahl schenkten, blieb der dringend benötigte Torerfolg aus. Zwar traf auch Red Ice bei sechs Gelegenheiten kein einziges Mal, doch das war gestern Abend auch nicht nötig. Denn einmal im letzten Abschnitt angekommen, entschieden sie die Partie bei Gleichbestand zu ihren Gunsten.

Effiziente Walliser

Dass es am Ende gleich 6:2 hiess für die heimstarken Walliser, das lag für einmal an der Effizienz des Gegners: Bei Martigny passte in den letzten 20 Minuten alles zusammen. Kaum hatte Verteidiger Maret, auch er mittels Weitschuss, die Partie ausgeglichen (43.), lag Red Ice auch schon in Führung: Topskorer Michailov stocherte in der nahen Ecke nach und fand tatsächlich die Lücke zwischen Pfosten und Thomas Bäumle. Und als D’Urso, von der Strafbank kommend, den EHCO-Goalie zum vierten Mal bezwang, geriet der EHCO-Siegeszug endgültig ins Stocken.

Portmann mit Tor des Abends

Denn jetzt konzentrierte sich Martigny auf die Defensive, räumte vor dem eigenen Tor sauber auf und nutzte seine Chancen eiskalt. Noch am Donnerstag hatten die Oltner den letzten Abschnitt mit 4:0 für sich entschieden, gestern ging man gleich mit 0:5 unter. So war es Rückkehrer Rolf Portmann vergönnt, mit dem schönsten Treffer des Abends die endgültige Entscheidung herbeizuführen (51.). Pikant: In 13 Anläufen hatte der Ex-Oltner zuvor in dieser Saison nie getroffen.