Eishockey NLB
Oltens Topskorer Marco Truttmann erhält den Lohn für seine Tore

Der Oltner Marco Truttmann ist der beste Skorer der NLB und gleichzeitig der beste Stürmer der Liga. An der Topskorer-Ehrung wurde er gleich doppelt ausgezeichnet. Nun freut sich Truttmann auf den Playoff-Start am Freitag.

Michael Forster
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Thomas Zimmermann, Leiter Sponsoring PostFinance (rechts) übergibt Topskorer Marco Truttmann vom EHC Olten den Check während der Postfinance Top Scorer Ehrung der NLB in Muntelier bei Murten. Quelle: Peter Schneider

Thomas Zimmermann, Leiter Sponsoring PostFinance (rechts) übergibt Topskorer Marco Truttmann vom EHC Olten den Check während der Postfinance Top Scorer Ehrung der NLB in Muntelier bei Murten. Quelle: Peter Schneider

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Die Topscorer-Ehrung der National League B in Muntelier wartete mit einer Neuerung auf. Anstelle des abgeschafften Auswahlverfahrens wurde erstmals ein All-Star-Team geehrt. Das interessierte fast mehr, als die Auszeichnung der elf Topscorer, die ja bereits bekannt waren.

So wusste auch der Oltner Marco Truttmann längst um die Ehre, in Kürze, wenn auch nur hauchdünn, als bester Scorer der ganzen Liga ausgezeichnet zu werden. Und er machte aus seiner Freude denn auch keinen Hehl: «Ich habe die letzten Tage wirklich genossen, ja ich geniesse es noch immer.» Zwar hatte er sich vor der Saison vorgenommen, pro Spiel zwei Punkte zu erreichen und den Titel des NLB-Topscorers anzuvisieren, doch nach einem starken Start in die Saison geriet das Unterfangen plötzlich ins Stocken. «Wenn ich wegen der Lugano-Geschichte nicht so getrotzt und stattdessen auf dem Eis voll durchgezogen hätte, wäre es kaum so spannend geworden.»

Noch im Spiel gegen Ajoie, fünf Runden vor Quali-Schluss, gratulierte er Desmarais beim Handshake deshalb quasi zum bereits verloren geglaubten Titel, doch dann schöpfte er nach den vier Punkten gegen Sierre neue Hoffnung – und holte sich die finale Führung mit zwei Assists gegen Basel tatsächlich noch zurück. «Das hätte ich wirklich nicht mehr gedacht. Ich freue mich riesig!»

Ohne die Mannschaft, weiss Truttmann genau, hätte er dieses Husarenstück nicht geschafft, als erster Schweizer seit Menschengedenken, wie es der Pius-David Kuonen (Präsident der Eishockey National League) formulierte, den Liga-Topscorer-Titel zu holen.

«Dank Sertich, besonders aber Fretter: Er hatte meistens den Stock im Spiel, wenn ich scorte.» Die Tage des Geniessens sind jedoch Geschichte. In zwei Tagen geht es los mit den Playoffs, mit einem zuversichtlichen Topscorer und elf neuen Stöcken, da die alten deutlich an Spannung eingebüsst hatten. «Ich bin erleichtert, sie sind gestern eingetroffen. Morgen werde ich sie präparieren» – bevor eine intensive Viertelfinalserie auf sie wartet. «Es wird sicher nicht einfach gegen La Chaux-de-Fonds», schätzt Truttmann, «wir haben zweimal zu null gegen sie verloren.» Das Rezept: «Wir müssen einfach vors Tor. Es beginnt bei null, alles kann passieren.»

Von einem sehr grossen Test spricht Gary Sheehan, Trainer der Chaux-de-Fonniers. «Olten war lange Zeit an erster Stelle und vielleicht das beste Team der Liga, sicher aber haben sie die beste Linie mit Sertich und Truttmann. Wir hatten gute Spiele gegen sie zu Hause, jetzt gilt es, am Freitag in Olten zu bestehen.» Sheehan weiss, dass sein Team gegen die offensiv stärkste Mannschaft der Liga bestehen kann. Er hat aber auch das Gegenteil erlebt, als man in Olten nach 40 Minuten mit 1:7 in Rückstand lag. «Wenn wir gegen sie nicht diszipliniert spielen, dann geht es ganz schnell», ist er sich bewusst.

Seinen Anteil an der starken Neuenburger Defensive hat auch Sami El Assaoui. Der 21-Jährige wurde nicht unerwartet als bester Verteidiger des Jahres ausgezeichnet und gehörte damit ins fünfköpfige All-Star-Team der NLB, welches von Spielern, Trainern, Klubvertretern und Medienschaffenden bestimmt worden war.

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