Eishockey

Oltens Roman Schild fällt einem Bandencheck zum Opfer

Oltens Pechvogel Roman Schild (rechts).

Oltens Pechvogel Roman Schild (rechts).

Der ungefährdete 6:2-Sieg des EHC Olten gegen den Tabellenvorletzten Thurgau war überschattet von einem weiteren verletzungsbedingten Ausfall. Schon bei seinem dritten Einsatz wurde Roman Schild Opfer eines ungeahndeten Bandenchecks von hinten.

Der 26-jährige Oltner Stürmer wurde an der Schulter verletzt und umgehend ins Kantonsspital gefahren. Dort war die Diagnose niederschmetternd: «Es ist so ziemlich alles kaputt», sagte Roman Schild eine Stunde nach Spielschluss am Handy. «Mehrere Bänder sind gerissen, und ich muss operiert werden.»

Schon letzte Saison früh out

Damit ist die Saison für Schild aller Voraussicht nach wiederum vorzeitig beendet. Doppelt bitter: Schon letztes Jahr hatte er die Meisterschaft wegen einer Hirnerschütterung bereits nach dem 18. Match abbrechen müssen. Und auch in der laufenden Saison war er wegen einer erneuten Hirnerschütterung für ein Dutzend Spiele ausgefallen, ehe er am 2. Januar wieder aufs Eis zurückgekehrt war.

«Ich bin hier wahrlich ein guter Patient», meinte Schild mit einer Prise Sarkasmus. Trotzdem hofft der seit 2011 beim EHCO stürmende Mediamatiker, nächste Saison wieder angreifen zu können. «Der Entscheid dafür liegt allerdings beim Verein, der eine einseitige Option auf eine Vertragsverlängerung hat.»

Auch Mike Marolf verletzt

Zu allem Überdruss musste der EHC Olten gegen Thurgau auch auf Mike Marolf verzichten. Der 22-jährige Verteidiger war am Freitag in Basel zweimal von einem Puck am Oberschenkel getroffen worden und muss wegen seiner «Tomate» für einige Spiele pausieren. Damit ist die Lage in der EHCO-Abwehr nach den Dauerverletzten Christian Haldimann, Simon Schnyder und Cyrill Aeschlimann noch prekärer geworden. So spielten gegen Thurgau gerade mal noch vier gelernte Verteidiger (Romano Pargätzi, Remo Meister, Fabian Ganz, Patrick Parati), zu denen sich als fünfter Abwehrspieler der umfunktionierte Stürmer Martin Wüthrich gesellte.

Keller und Snell kommen

Weil dies auf Dauer natürlich keine Lösung sein kann, reagierte die Oltner Vereinsführung und verpflichtete mit Ronny Keller und Wesley Snell umgehend zwei neue Verteidiger. Der 33-jährige Ronny Keller spielt nach sechs NLA-Saisons bei den ZSC Lions und Lausanne seit fünf Jahren beim HC Thurgau, wo er am kommenden Donnerstag im Auswärtsspiel in Visp zum letzten Mal die Captainbinde tragen wird. Ab Freitag wird er dann beim EHCO unter Vertrag stehen.

Der 36-jährige Schweiz-Kanadier Wesley Snell, dessen Vater Ted Snell einst eine Legende beim SC Langenthal war, stand zuletzt drei Monate bei den Basel Sharks unter Vertrag. Er gilt als eigentlicher Wandervogel, spielte er doch bereits für elf verschiedene Schweizer Vereine. Snell unterschrieb beim EHCO einen Vertrag bis Ende Saison 2013/14.

Frühe Vorentscheidung

Dafür verlässt der 22-jährige Stürmer Marco Vogt seinen Stammverein bis Ende Saison Richtung HC Thurgau. Denn trotz Romans Schilds Ausfall verfügt der EHCO immer noch über genügend Offensivkräfte. Angesichts der jüngsten Personalentwicklungen geriet der Match gegen Thurgau fast schon zur Nebensächlichkeit.

Dank eines Tores während des ersten Powerplays in der 13. Minute sowie je eines Treffers zwei Sekunden vor und 19 Sekunden nach der ersten Pause sorgten die Oltner für eine frühe Entscheidung. Überragend war einmal mehr Topskorer Marco Truttmann: Er war an den vier ersten Toren beteiligt. Zwei schoss er selber, bei den Treffern von Bruno Marcon und Romano Pargätzi liess er sich den Assist gutschreiben. Die beiden anderen EHCO-Tore gingen auf das Konto von Paul Di Pietro und Captain Sandro Tschuor.

Einziger Wermutstropfen: Fünf Sekunden nach Ablauf einer Strafe gegen Martin Wüthrich beendete Thurgau-Stürmer Matthias Rossi in der 58. Minute Thomas Kropfs Hoffnung auf einen Shut-out.

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