Eishockey

Oltens Matchwinner: «Das ist kein Glück, so etwas übt man im Training»

Dolana (97) trifft gegen den starken Tobler zum Ausgleich für Visp.

Dolana (97) trifft gegen den starken Tobler zum Ausgleich für Visp.

Philipp Wüst lenkt in der Overtime einen halbhohen Schuss von Verteidiger Fabian Ganz zum Oltner Siegestor ab. Ein Kunststück, aber keinesfalls ein Glückstor.

Philipp Wüst, hat das Glück für den EHC Olten entschieden? Der Marathonmann - er verpasste kein einziges Qualifikationsspiel - verneint energisch. «Das ist kein Glück, so etwas übt man im Training. Fabian hat absichtlich auf meinen Stock gezielt. Aber natürlich gelingt so etwas nicht sehr oft», sagt der Siegestorschütze und spricht vom perfekten Tor zum perfekten Zeitpunkt.

Perfekt war der Zeitpunkt auch deshalb, weil in der Verlängerung - im Grunde bereits im Schlussdrittel - beim Vollbestand nur noch der EHC Visp offensive Wirkung erzielte. Chancen zum Sieg fanden sich genügend, einzig ein Mann legte mehrmals sein Veto ein: EHCO-Goalie Michael Tobler. «Er hat uns die Möglichkeit geboten, heute den Sieg zu holen», gab es am Abend vor dem Valentinstag Blumen vom anderen Matchwinner Wüst.

Das Spiel sei für ihn tatsächlich nicht immer einfach gewesen, sagte Tobler und sprach von einem intensiven Abend. «Vor allem die vielen Strafen führten zu vielen Torchancen der Visper.» Seine Leistung sei sicher «nicht allzu schlecht» gewesen, versuchte Tobler, die Klippe des Eigenlobs elegant zu umschiffen. Philipp Wüst nickte anerkennend.

Energieabfall im letzten Drittel

Die vielen Strafen sah das Duo auch als Grund für den Energieabfall des Teams im letzten Drittel. «Wir mussten einen grossen Aufwand betreiben», sagte Tobler und Wüst betonte, dass sich das Resultat dieses Aufwands auch deshalb sehen liess, da der EHCO keinen einzigen Treffer in Unterzahl kassierte und selber dreimal im Powerplay traf. Wie so oft in den Playoffs entschieden ein starker Torhüter und die Special Teams eine Partie.

Doch auch Philipp Wüst rechnet mit einer langen Serie, «denn der heutige Erfolg ist erst ein sehr kleiner Schritt auf dem Weg ins Halbfinal. Wir dürfen uns auf diesen Sieg nichts einbilden. Gewonnen ist damit noch gar nichts.»

Für einen kurzen Moment schweifen die Gedanken ab ins letzte Jahr, als man gegen La Chaux-de-Fonds den Playoff-Auftakt ebenfalls für sich entschied, danach aber sang- und klanglos in sechs Partien unterging. Doch das sei abgehakt, sagt Wüst. «Definitiv!»

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