Eishockey

Oltens Drei Könige prägen die Gala-Vorstellung

Paul Di Pietro schoss auch bei seinem Heimdebut für den EHC Olten ein Tor.  Foto: Keystone

Paul Di Pietro schoss auch bei seinem Heimdebut für den EHC Olten ein Tor. Foto: Keystone

Ein starkes kanadisch-amerikanisches Trio führt den EHC Olten zum 9:4-Sieg gegen Lausanne. Damit führen die Solothurner die NLB erstmals seit dem 2. Oktober wieder solo an.

Der Autosalat vor dem Kleinholz wies drauf hin: Da sollte sich Grosses begeben am Dreikönigstag in der ehrwürdigen Eishalle. 4882 Fans kamen, um zu sehen, wie sich der heimische Leader gegen den Co-Leader aus Lausanne im Spitzenkampf und ersten Heimspiel 2013 schlägt. Aber auch um sich zu überzeugen, wie sich der jüngste Zuzug der Powermäuse, der «Oldie» und Ex-Internationale Paul Di Pietro, bei seinem Heim-Debüt präsentiert. Nun, wer für Olten war, sollte nicht enttäuscht werden; obgleich die Oltner in der Startphase im gefährlichen Eis, just vor dem eigenen Goalie also, Totalschäden «en gros» produzierten. Dass der Gast aus Lausanne die verspäteten Weihnachtsgeschenke in Form krasser, defensiver Patzer nicht zu nutzen wusste, war ein Grund für den letztlich klaren 9:4-Sieg. Ein überragender Marty Sertich sowie mit Michael Tobler ein Goalie, der oft dann brillierte, wenn die Not vor ihm am grössten war, waren weitere. «Wir hatten einen guten Start; auch weil es uns gelungen ist, die gefährlichen Spieler von Lausanne aus dem Spiel zu nehmen», hielt Sertich fest. Seine drei Treffer mochte der Amerikaner nicht überbewerten: «Natürlich passiert mir so etwas nicht jeden Tag, aber primär freue ich mich, wenn ich dem Team helfen konnte.»

101 brandgefährliche Jahre

Sertich war einer der drei Könige, die den Olten-Fans am 6. Januar die kostbare Bescherung gegen Lausanne überbrachten. Paul DiPietro (42) und Derek Cormier (39) waren die anderen dieser kanadisch-amerikanischen Antwort auf Kaspar, Balthasar und Melchior. Zusammen bringen Sertich, DiPietro und der seit dem 28. Dezember in Olten unter Vertrag stehende Cormier 101 Lebensjahre aufs Eis. Von einem Kukident-Sturm oder AHV-Angriff zu sprechen wäre indes völlig fehl am Platz. Marty Sertich, mit 30 der Youngster des Trios, sagt: «Derek Cormier und Paul DiPietro haben glaube ich gezeigt, dass sie immer noch ausgezeichnetes Hockey spielen und im entscheidenden Moment jederzeit für den Unterschied sorgen können.» In der Tat: Die Nordamerikaner mögen keine Marathonläufer mehr sein, auf kurzer Distanz indessen können sie aber allemal noch gehörig Durchzug erzeugen und mit ihrem technisch herausragenden Vermögen am Stock jedem Jungspund vis-à-vis jederzeit Knüppel in die Beine dribbeln.

Wehe wenn sie losgelassen

Aber auch neben dem Eis, sagt der in seiner dritten Saison beim EHC Olten engagierte Sertich, wären die zwei «wertvoll fürs Team» und würden eine wichtige Leaderrolle übernehmen. Für ihn, so der Mann aus Roseville weiter, sei es durchaus «Inspiration und Motivation», mit zwei so renommierten Grössen zusammen zuspielen. «Wann bekommst Du schon die Chance dazu», hält er Kalifornier fest.

Di Pietro gewann 1993 mit Montreal den Stanley Cup – bis heute der letzte Sieg einer kanadischen Mannschaft – und führte die Schweiz 2006 mit seinen beiden Toren an den Olympischen Spielen in Turin zum historischen 2:0-Sieg gegen Kanada. Cormier seinerseits war 2006/07 und 2010/11 im Dress von Sierre NLB-Topskorer. Weder Sertich noch Cormier noch DiPietro sind über 1 m 80 gross und keiner wiegt mehr als 80 kg. Eher klein, leicht und zierlich ergo fürs Business; durchaus aber Idealmasse, um im Verlauf einer Karriere mit weniger Verschleisserscheinungen durchzukommen, als die grossen und schweren Brocken. Also: Wehe, wenn sie losgelassen.

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