Eishockey
Oltens bezwingt Basel nach harter Arbeit – und trifft wieder in Unterzahl

12:12 Bullies, 8:8 Schüsse, 0:0 Tore – nach dem ersten Drittel deutete nur wenig daraufhin, dass die Oltner ihren ersten Auftritt als NLB-Leader 40 Minuten später doch noch mit einem standesgemässen Sieg würden beenden können.

Markus Angst
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Der Oltner Wüst schiesst das Heimteam mit 1:0 in Führung. OT

Der Oltner Wüst schiesst das Heimteam mit 1:0 in Führung. OT

Bruno Kissling

Tatsächlich hielten die von Trainer Dino Stecher gegen seinen Ex-Klub vor allem defensiv bestens eingestellten Basler nicht nur erstaunlich gut mit, sondern sie hätten mit etwas Glück gar in Führung gehen können.

So scheiterte der direkt von der Strafbank kommende Marco Vogt (ein weiterer Ex-Oltner) in der 8. Minute ebenso an EHCO-Goalie Thomas Bäumle wie Matthias Rossi in der 17. Minute.

Die Oltner hingegen verzeichneten im Startdrittel nur gerade eine grosse Chance, als Philipp Wüst in der 7. Minute bei vier gegen vier Feldspieler seinen Schuss von Urban Leimbacher (noch ein Ex-Oltner) gehalten sah.

Schwaches Überzahlspiel von beiden Teams

Die grösste Möglichkeit zum Führungstreffer hatten die Platzherren, als sie während einer Strafe gegen Rouiller und Greentree während 82 Sekunden mit fünf gegen drei spielen konnten.

Doch nicht zum ersten Mal in der laufenden Saison konnten sie aus dem Doppelausschluss kein Kapital schlagen. Dass es trotz der 18 kleinen Strafen – vom kleinlich pfeifenden Marc Wiegand auf beide Teams gerecht verteilt – während des gesamten Matchs kein einziges Powerplaytor gab, war bezeichnend für das wenig überzeugende Überzahlspiel hüben wie drüben.

Bezeichnend war auch, dass das Score in der 23. Minute nicht nach einer Kombination, sondern nach einer Einzelaktion eröffnet wurde. Philippe Wüst angelte sich den Puck hinter der verlängerten Torlinie und zog mit so viel Druck Richtung Leimbacher, dass dieser keine Abwehrchance hatte.

Zehn Minuten später erhöhte Remo Hirt nach einem Break auf 2:0, was den Unterschied der beiden Teams im Mitteldrittel wiederspiegelte.

Allerdings blieben die Basler stets gefährlich und verpassten zweimal nur knapp den Ausgleich. In der 25. Minute kam Greentree in Analogie zu Wüests 1:0 ebenfalls von hinten, scheiterte aber an Bäumle. Und zwei Minuten später kam Scherwey völlig frei zum Schuss, doch auch er fand im EHCO-Keeper seinen Meister.

Starke Schweizer Scorer

Selbst als Martin Wüthrich in der 44. Minute auf 3:0 erhöht hatte, waren die Basler alles andere als geschlagen.

Denn nur kurz nachdem Marco Müller (nochmals ein Ex-Oltner) in der 52. Minute mit einer Einzelaktion Thomas Bäumles Hoffnungen auf einen Shut-out mit dem 3:1 zunichte gemacht hatte, bot sich den Gästen während einer Strafe gegen Diego Schwarzenbach eine exzellente Möglichkeit zum Anschlusstreffer.

Doch statt des 3:2 fiel in der 55. Minute das 4:1 für die Oltner durch Adrian Brunner. Wenn sie schon kein Powerplayor sahen, kamen die 3442 Zuschauer wenigstens noch in den Genuss eines Shorthanders.

Es war dies bereits der achte EHCO-Treffer in Unterzahl in dieser Saison, und er machte den hart erarbeiteten Sieg des Tabellenführers endgültig perfekt.

Dass es trotz der vielen Strafen kein Tor in Überzahl gab, war nur das eine Kuriosum dieses Match. Das zweite: Für die elf Scorepunkte sorgten ausschliesslich Schweizer Spieler - je zwei davon gingen auf das Konto von Adrian Brunner (1 Tor/1 Assist) und Cyrill Aeschlimann (2 Assists).

Die Ausländer gingen für einmal leer aus. Dafür fiel der Sharks-Kanadier Kyle Greentree gleich doppelt auf. Erstens wanderte der 30-jährige Stürmer gleich viermal auf die Strafbank.

Und zweitens spielte der beste Basler Torschütze ab dem zweiten Drittel ohne Goldhelm, weil sein Kopfschutz vom Schuss eines Teamkollegen getroffen und beschädigt worden war.