Adrian Brunner, es heisst immer wieder, die NLB sei so ausgeglichen, alles so eng beisammen. Für die Spitze gilt dies nicht mehr: Sie sind der Konkurrenz enteilt.

Adrian Brunner: Meiner Meinung nach ist es immer noch eng. Wir konnten zuletzt eine Serie hinlegen und den Vorsprung ausbauen. Mit diesem Kader und zwei so guten Goalies muss man auch dort oben stehen.

Wenn Sie in Langnau gewinnen, droht es langweilig zu werden in der NLB.

Solange man gewinnt, ist es nie langweilig (lacht). Dann wird es erst richtig lässig, zu spielen. Vor allem gegen Vereine wie die SCL Tigers will man immer gewinnen.

Wie haben Sie es geschafft, plötzlich diesen grossen Vorsprung herauszuholen?

Wichtig ist sicher, dass wir unsere Spiele gewinnen. Wir machen zwar noch lange nicht alles gut, doch wir haben in der Defensive Konstanz in unser Spiel gebracht und erzielen vorne die Tore. Und dann gilt es, auch noch den Teamzusammenhalt zu erwähnen. Es wird auch ausserhalb des Stadions etwas zusammen unternommen.

Haben Sie diesen Zusammenhalt im Team früher so nicht erlebt?

In Bern war er auch brutal gut. Routinierte Spieler wie Bührer, Rüthemann oder Plüss arbeiten super mit den jungen Spielern zusammen, in diesem Team habe ich mich, wie in Olten, von Begin an wohlgefühlt.

Letzte Saison waren Sie also noch ein Tiger, jetzt kehren Sie als Leader in die Ilfishalle zurück. Der Seitenwechsel hat sich ausbezahlt.

Ja. Für mich persönlich war es auf jeden Fall ein guter Wechsel, ungeachtet der Tabellensituation. Ich sah keine Zukunft mehr in Langnau, in Olten hingegen schon.Wir haben ein gutes Team, lässige Leute, und, nach Startschwierigkeiten, habe ich eine Rolle übernommen, in welcher ich mich selber über die ganze Saison sehe. Das erfüllt einen natürlich.

Wir würden Sie Ihre Rolle in der Mannschaft beschreiben?

Unsere Linie spielt oft gegen die Ausländer des Gegners mit dem Ziel, sie zu nerven, ihnen wenig Chancen zuzugestehen, vorne zu wirbeln. Im Moment klappt das ausgezeichnet und Tore schiessen wir auch noch.

Die Rolle scheint Ihnen tatsächlich auf den Leib geschneidert.

Hinzu kommen, und das ist für mich ganz wichtig, die Einsätze im Boxplay. Das gibt viele Einsatzminuten. Seit der Rückkehr aufs Eis nach meiner Verletzung habe ich dazu beitragen können, dass es in Unterzahl wirklich sehr gut läuft. Da kassieren wir praktisch keine Tore.

Sie haben die Schwierigkeiten zum Saisonstart angedeutet, als Sie Mühe bekundeten, zu Ihrem Spiel zu finden, und auf dem Eis oft die falsche Entscheidung trafen. Jetzt sieht alles anders aus.

Das ist so. Wenn es ein paar Spiele nicht läuft, obwohl man es draufhätte, dann wird es mit jeder Eiszeit, in welcher es nicht läuft, nur noch schlimmer. Da braucht es ab und zu auch ein wenig Glück und natürlich harte Arbeit, um sich aus der Negativ-Spirale zu befreien. Als Beispiel mein erster Treffer: Der Puck kam glücklich zu mir, und ich traf, ohne zu schauen, wo sich der Torhüter befindet.

War das der Befreiungsschlag?

Einerseits, ja. Hinzu kamen, wie erwähnt, die Einsätze in den Special Games, dass ich zusammen mit Wüst Boxplay spielen kann. Genau das brauche ich, diese Verantwortung übernehmen zu können. Das war auch der Grund, weshalb ich in Ambri und Langnau in den Playouts jeweils top war – da kam es darauf an.

Im Eishockey zählt, bereits mit ganz wenig Abstand, ohnehin nur noch jene Phase: Das Abschneiden in den Playoffs.

Da beginnt alles wieder von vorne. In der Qualifikation gewinnt, wer mehr Tore erzielt, in den Playoffs hingegen, wer weniger erhält. Es wird mehr ein Rumpelhockey gespielt, das liegt mir irgendwie.