EHC Olten
Olten wahrt Chance auf Heimrecht – Courchaine mit erstem Assist

Die Oltner machen mit einem 4:2-Sieg bei den GCK Lions wieder etwas Boden auf Visp gut und wahren somit die Chance auf den vierten Schlussrang und das damit verbundene Playoff-Heimrecht.

Jürg Salvisberg
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Der EHC Olten behielt dieses Mal gegen die GCK Lions die Oberhand.

Der EHC Olten behielt dieses Mal gegen die GCK Lions die Oberhand.

OT/ Archiv

Vier Runden vor dem Ende der Qualifikation muss der EHC Olten den vierten Rang und damit das Heimrecht in den Playoffs noch nicht abschreiben. Mit einer engagierten Leistung gewann er das Gastspiel bei den GCK Lions mit 4:2, wobei der neue Kanadier Adam Courchaine zum knappen Sieg den Assistpunkt zur Eröffnung des Scores beisteuerte. Da Visp gestern spielfrei war, verkürzten die Oltner den Abstand auf die viertrangierten Walliser auf fünf Zähler. Damit wird die Begegnung von übermorgen Freitag im Kleinholz gegen die Oberwalliser erst recht zur Playoff-Hauptprobe.

Courchaine machte bei seinem Einstand schon positiv auf sich aufmerksam. In der 10. Minute verbuchte der Kanadier in der Küsnachter Halle den lautesten Knaller des ersten Drittels, als sein Geschoss am Kasten von Niklas Schlegel vorbei an die Bande prallte. Die Oltner Neuerwerbung agierte meist pucksicher und mit viel Druck am Stock. In der 33. Minute wartete er neben dem Gehäuse der GCK Lions so lange zu, bis Marco Truttmann in die ideale Abschlussposition gelangt war, um Schlegel in dessen rechter hohen Ecke ein erstes Mal zu bezwingen.

Truttmann neu lanciert

Damit lancierte der letztjährige DEL-Topscorer geradezu den langzeitigen EHCO-Topscorer neu. Truttmann, obwohl noch auf dem offiziellen Matchblatt so geführt und im Stadion so ausgerufen, hatte den Goldhelm am Sonntag in Martigny an Justin Feser verloren, eroberte aber die Leaderposition in dieser Wertung dank diesem Treffer wenigstens vorübergehend zurück. Wichtiger war für die Gäste nach drei Niederlagen allemal der Führungstreffer an sich.

Hinkten die Oltner im rekordschnellen ersten Drittel beim Rhythmus und in der Schussstatistik den Junglöwen noch etwas hintennach, übernahmen sie im Mittelabschnitt das Kommando. Thomas Bäumle, der Alex Nikiforuk und Topscorer Lars Neher mit ihren Schüssen und Denis Malgin mit einem Solo abblitzen liess, hielt seinen Kasten weiterhin tadellos rein. Derweil häuften sich ab der 26. Minute die aussichtsreichen Offensivszenen der Auswärtigen.

So war auch das 0:2 in der 36. Minute angesichts des Spielgeschehens durchaus vertretbar. Romano Pargätzi drückte an der blauen Linie ab. Schlegel liess den Puck am linken Schoner abprallen, so dass Rückkehrer Diego Schwarzenbach mit einem Flachschuss erben konnte. Diesmal liessen sich die Oltner auch durch einen ersten Störfall nicht mehr aus dem Konzept bringen. Eher überraschend verkürzte Fredrik Sitje in der 45. Minute auf 1:2 und verdarb Bäumle die Chance auf einen Shutout. Doch weil der Center der vierten Zürcher Formation nur vier Minuten später in der eigenen Zone einen Fehler beging, von dem Philipp Wüst profitieren konnte, war der Schaden für die Oltner schnell repariert.

Nicht locker gelassen

Die Oltner durften sich diesmal als Plus gutschreiben lassen, über 60 Minuten nie locker gelassen zu haben. Sie hatten aus der Erfahrung der aktuellen Saison gelernt, dass es gegen die GCK Lions keine frühzeitige Sicherheit gibt. In der Tat besassen die ja stets um die Playoff-Qualifikation kämpfenden Zürcher auch gestern das Potenzial, um das Spiel noch zu kehren. Als Fabian Ganz 160 Sekunden vor der dritten Sirene durch einen Stockwurf einen Penalty provozierte, den Denis Malgin instinktsicher verwertete, schien für das Team von Matti Alatalo nochmals alles möglich. Als die Einheimischen allerdings sechs Feldspieler zum Finale aufboten, löschte Feser mit seinem Emptynetter innert 14 Sekunden das letzte Hoffnungsfeuer und eroberte für sich gleichzeitig die Krone des Topscorers zurück.

Der Sieg liess Adam Courchaine nach seinem ersten Ernstkampf nach vier Wochen die Müdigkeit vergessen. «Ich habe erst 20 Prozent meines Potenzials zeigen können», versprach der 30-jährige Kanadier noch mehr für die nächste Zukunft. Trotz erst eines Trainings sei er in der ersten Linie schon gut angekommen, «aber wir brauchen noch etwas Zeit, um die richtige Chemie zu finden.» Die GCK Lions hätten ihm als gute Schlittschuhläufer einiges abverlangt.

GCK Lions – Olten 2:4 (0:0, 0:2, 2:2)
KEK Küsnacht. – 170 Zuschauer. – SR: Popovic, Jetzer/Huggenberger. – Tore: 33. Truttmann (Courchaine, Ganz) 0:1. 36. Schwarzenbach (Pargätzi) 0:2. 45. Sitje 1:2. 49. Wüst 1:3. 58. Malgin (Penalty) 2:3. 60. (59:17) Feser (ins leere Tor) 2:4.– Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen GCK Lions, 4-mal 2 Minuten gegen Olten.
GCK Lions: Schlegel; Karrer, Schmuckli; Büsser, Tabacek; Peter, Blatter; Braun; Nikiforuk, Malgin, Hoffmann; Ramón Diem, Dominik Diem, Bachofner; Allevi, Sitje, Hinterkircher; Neher, Faic.
Olten: Bäumle; Pargätzi, Meister; Parati, Ganz; Schnyder, El Assaoui; Grossniklaus; Truttmann, Feser, Courchaine; Wüst, Burki, Schwarzenbach; Hirt, Schneuwly, Lüthi; Aeschlimann, Studer.
Bemerkungen: GCK Lions ohne Nägeli, Molina (beide verletzt), Brandi (krank) und Tremblay (überzählig) und Brandi (ZSC Lions). Olten ohne Brunner, Marolf, Ruhnke, Schild, Ulmer, Weber, Wüthrich (alle verletzt), Wiebe (überzählig) und Bagnoud (krank). 57:20 Ganz verursacht Penalty durch Stockwurf.59:03 Timeout GCK Lions, das danach bis 59:17 ohne Torhüter spielt. Schmuckli und Bäumle als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.